17. Januar 2005 · Quelle: MOZ

Kriegserinnerungen gebürtiger SchwedterInnen ausgestellt

Schwedt (os) Mit ein­er neuen Son­der­ausstel­lung wagt sich das Stadt­mu­se­um Schwedt an die let­zten Kriegsmonate des Jahres 1945 her­an. Sechs Jahrzehnte nach­dem die Front über die Uck­er­mark hin­we­grollte und ver­heerende Spuren hin­ter­ließ, wollen die Muse­umsmi­tar­beit­er an die Geschehnisse von damals erin­nern. Schw­er­punkt bilden ein­er­seits die Kampfhand­lun­gen ent­lang der Oder, ander­er­seits das zivile Leben in der Stadt. “Dass Schwedt heute so aussieht wie es aussieht, ist genau dieser Zeit geschuldet”, sagt Karin Herms, die die Ausstel­lung seit län­ger­er Zeit mit vor­bere­it­et. In nur weni­gen Tagen ging die alte Stadt zu großen Teilen durch Artilleriebeschuss unter. 

Mit Doku­menten, Fun­den, Gegen­stän­den und Illus­tra­tio­nen sollen die Monate Jan­u­ar bis Mai detail­liert dargestellt wer­den, die näher rück­ende Front, die Flucht der Bewohn­er, der Beschuss, das Leid und die anschließende Not. “Für uns ist dieses The­ma sehr wichtig, weil es in dieser Form bish­er noch nie so dargestellt wurde”, erk­lärt Ulrike Müller vom Stadtmuseum. 

Die Ein­rich­tung baut dabei vor allem auf André Vogel vom Staatlichen Muni­tions­ber­gungs­di­enst. Er beschäftigt sich nicht nur beru­flich mit fast jedem in Uck­er­mark und Barn­im ent­deck­ten Kampfmit­tel­rest, son­dern inter­essiert sich auch pri­vat für die Mil­itärgeschichte im Raum Schwedt. Seine Recherchen ste­hen im Mit­telpunkt der Ausstel­lung. So sind auch Waf­fen, Uni­for­men und mil­itärische Zeug­nisse eben­so zu sehen wie orig­i­nale Tage­büch­er dieser Zeit, Fluchtkof­fer, Familienalben. 

Schon seit län­ger­er Zeit hält das Muse­um Lebenserin­nerun­gen von gebür­ti­gen Schwedtern fest. Die Inter­views stellen eine einzi­gar­tige Quelle zur Geschichte der Stadt dar. Teile dieser Erin­nerun­gen ergänzen die neue Son­der­ausstel­lung, die am 30. Jan­u­ar eröffnet wird. “Aus vie­len Zeitzeu­gen ist es richtig her­aus­ge­brochen, als wir sie nach den Kriegswirren befragten”, erzählt Ulrike Müller. “Manche kön­nen aber auch bis heute nicht darüber reden.” 

Beson­ders haften blieb ihr die Geschichte ein­er älteren Frau, die nach der Rück­kehr vom Treck mit dem Schlüs­sel in der Hand vor den Ruinen ihres Haus­es stand.

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