11. März 2010 · Quelle: Antifa Westhavelland

Kuhirt neuer Rathenower NPD Chef

Anführer der verbotenen Kameradschaft "Sturm 27" nun Vorsitzender des NPD Stadtverband Rathenow

Das es sich bei der so genan­nten “Nation­aldemokratis­chen Partei Deutsch­lands” (NPD) um eine ein­deutig (neo)nationalsozialistische Organ­i­sa­tion han­delt, dürfte der inter­essierten Öffentlichkeit bere­its bei der Analyse der Parteipro­gram­matik nicht ent­gan­gen sein. Mehr oder weniger offen­sichtlich kann hier deren völkisch­er Nation­al­is­mus, Ras­sis­mus und Anti­semitismus her­aus­ge­le­sen wer­den.

Auch das ver­meintliche bürg­er­liche Antlitz, dass sich die NPD im Zuge der Teil­nahme an den Wahlen der let­zten bei­den Jahre zugelegt hat­te, scheint dabei nicht wirk­lich von Dauer, son­dern im “Kampf­jahr 2010”, zumin­d­est region­al, ein Aus­lauf­mod­ell zu sein.

So stand, gemäß Infor­ma­tion der Press­es­telle des NPD Kreisver­ban­des Hav­el-Nuthe, der bish­erige, ober­fläch­lich bürg­er­lich wirk­ende Vor­sitzende des NPD Stadtver­band Rathenow und Abge­ord­nete des Kreistages Havel­land, Dieter Brose, für einen erneuten Vor­sitz nicht mehr zur Ver­fü­gung und wurde nun, während der Jahresver­samm­lung des Ver­ban­des, durch den ein­schlägi­gen (Neo)nazi Ben­jamin Kuhirt abgelöst.

Kuhirt gehört seit spätestens 2000 zum (neo)nazistischen Milieu in Rathenow und galt von 2003 bis min­destens 2005 als Anführer der ver­bote­nen Kam­er­ad­schaft “Sturm 27”. Auch Gewalt­de­lik­te an denen er beteiligt war, boten dabei dem Bran­den­burg­er Innen­min­is­teri­um einen Grund für das Ver­bot der Vere­ini­gung im April 2005. So beschädigten Kuhirt und weit­ere Mit­täter beispiel­sweise am 6. März 2004 eine Pkw eines Antifaschis­ten in einem Ort­steil von Rathenow. Des weit­eren haben zahlre­iche Pro­pa­gan­dade­lik­te, wie das Zeigen des so genan­nten “deutschen Grußes” (“Hit­ler­gruß”), Ein­träge in sein­er Strafak­te hin­ter­lassen. Zahlre­iche Straftat­en verübte Kuhirt dabei auch gemein­sam mit dem ehe­ma­li­gen Rathenow­er NPD Stadtver­bandsvor­sitzen­den Mar­cell Hor­lebeck (Amt­szeit: 2005–2008). Am Fre­itag,  den  06. April 2001, ver­sam­melten sich die bei­den sowie drei weit­ere (Neo)nazis beispiel­sweise, gegen 21.00 Uhr auf dem Schleusen­platz in Rathenow, kon­sum­ierten dort Alko­hol und skandierten u.a. „Die Türken, die Kanaken sollen ver­reck­en!“ und „Die Juden pis­sen wir auf die Gräber“.

Zulet­zt fiel Kuhirt am 1. Mai 2008 neg­a­tiv auf. Im Zuge des damals neben dem “Tag der Arbeit” began­genen Him­melfahrt­stages, der landläu­fig auch als so genan­nter “Her­rentag” zele­bri­ert wird, block­ierten er und weit­ere erhe­blich alko­holisierte (Neo)nazis den Straßen­verkehr in der Ste­in­straße in Rathenow der­art, dass Pkws genötigt wur­den anzuhal­ten. Als eine Frau mit­tels hupen die (Neo)nazis zum freimachen der Straße auf­forderte, trat Kuhirt gegen ihr Auto, bedro­hte sie und flüchtete anschließend, wurde aber wenig später durch die Polizei ver­haftet.

Die Rathenow­er NPD Sek­tion offen­bart sich mit ihrem neuen Vor­sitzen­den ein­mal mehr als Nach­fol­ge­or­gan­i­sa­tion der gewalt­bere­it­en, ver­bote­nen Kam­er­ad­schaft­struk­turen. Denn bere­its Kuhirts Vorgänger Mar­cell Hor­lebeck sowie der derzeit­ige Vor­sitzende des für Rathenow zuständi­gen Kreisver­ban­des Hav­el-Nuthe, Michel Müller, sind für ihre Anhänger­schaft bei “Sturm 27” und “Hauptvolk” (Ver­bot 2005) bekan­nt.

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