1. Dezember 2010 · Quelle: Amadeu Antonio Stiftung

Kultur das beste Mittel, um Demokratie zu stärken und zu leben“

Barnim/Uckermark — Bere­its zum zweit­en Mal ver­lieh die Bürg­er­s­tiftung Barn­im Uck­er­mark den „Barn­imer Förder­preis für Demokratie“. Als Preisträger aus­geze­ich­net wur­den die The­ater­gruppe „Akzent“ aus Eber­swalde und das Jugend­pro­jekt „BAFF – Bands auf fes­ten Füßen“ aus Joachimsthal.

Alle Ini­tia­tiv­en ver­di­enen Anerken­nung und öffentliche Würdi­gung“, erk­lärt Johan­na Funk von der Bürg­er­s­tiftung Barn­im Uck­er­mark anlässlich der Ver­lei­hung des „Barn­imer Förder­preis­es für Demokratie“ am 19. Novem­ber 2010. Seit 2008 wird der Preis im Tur­nus von zwei Jahren von der Bürg­er­s­tiftung vergeben. Vier Pro­jek­te hat­ten es in die engere Auswahl geschafft: das Bünd­nis Barn­im Naz­ifrei, die Eber­swalder Nor­dend­schule, die The­ater­gruppe „Akzent“ sowie das Jugend­pro­jekt „BAFF – Bands auf fes­ten Füßen“. Ursprünglich sollte nur ein Pro­jekt mit dem mit 2.000 Euro dotieren Preis aus­geze­ich­net wer­den. Als Uta Leich­sen­ring, Vor­sitzende des Stiftungsrates, und Vik­to­ria Enzen­hofer, Vor­sitzende des Stiftungsvor­standes, mit den Worten „Wir kom­men zu zweit“ die Bühne betrat­en, ahn­ten einige Anwärter aber schon, dass es eine Über­raschung geben werde. Gle­ich zwei Ini­tia­tiv­en zeich­nete die Jury mit dem Preis aus: die The­ater­gruppe „Akzent“ aus Eber­swalde und das Jugend­pro­jekt BAFF aus Joachim­sthal. Die Entschei­dung fiel der Jury sichtlich schw­er. „Zu groß war die Auswahl und zu vielfältig die Vorstel­lun­gen von Demokratieförderung“, hieß es in ihrer Begrün­dung.

Mit Kun­st und Kul­tur Brück­en bauen“ 

Dass man „mit Kun­st und Kul­tur Brück­en bauen kann“ zeige die The­ater­gruppe „Akzent“ ein­drucksvoll, lobte Leich­sen­ring den ersten Preisträger. 1997 her­vorge­gan­gen als Pilot­pro­jekt aus einem Deutsch-Sprachkurs von Zuwan­der­ern mit über­wiegend rus­sis­ch­er Mut­ter­sprache, hat sich das semi­pro­fes­sionelle Schaus­pie­lensem­ble inzwis­chen als eine feste Instanz der regionalen The­ater­welt etabliert. Junge Zuwan­der­er wür­den durch das ehre­namtliche Engage­ment in der The­ater­gruppe ihre „Rolle“ in der Auf­nah­mege­sellschaft find­en, ehrte die Jury die Arbeit des Pro­jek­ts. Über­glück­lich erk­lärte Ker­stin Wal­ter, kün­st­lerische Lei­t­erin von „Akzent“, das man bere­its im Jan­u­ar mit den Proben für ein neues Stück beginne.

Seit 15 Jahren engagiere sich das Pro­jekt BAFF der Kirchenge­meinde Joachim­sthal gegen Recht­sex­trem­is­mus und Frem­den­feindlichkeit, würdigte Enzen­hofer den zweit­en Preisträger. Ent­standen war das Pro­jekt nach­dem Jugendliche aus Berlin-Kreuzberg Opfer eines Über­falls von Neon­azis in Joachim­sthal wur­den. Ins­beson­dere die Vielfältigkeit der Arbeit von BAFF beein­druck­te die Jury. So bere­ichere BAFF mit Musik- und Tanz­grup­pen, Work­shops, Konz­erten und gemein­samen Reisen das kul­turelle Ange­bot der Region. 6 Kinder- und Jugend­bands beste­hen derzeit. Pfar­rerin Beat­rix Spreng bedank­te sich bei Uwe Kol­berg, dem Leit­er der ver­schiede­nen Bands, und lud gle­ichzeit­ig die Anwe­senden für den 4. Dezem­ber zu „Jugend im Advent“ ein – neben „Musik im Park“ das jährliche Konz­erthigh­light von BAFF. Bei­de Preisträger kündigten am Ende an, das Preis­geld von 1.000 Euro in die weit­ere Arbeit zu investieren.

Jed­er kann das machen“

Mit dem „Barn­imer Förder­preis für Demokratie“ würdigt die Bürg­er­s­tiftung Barn­im Uck­er­mark beispiel­haftes Engage­ment für Demokratie, Weltof­fen­heit, Tol­er­anz und den Schutz der Men­schen­rechte. Zum zweit­en Mal wurde der Preis dieses Jahr ver­liehen. Ins­ge­samt 15 Ini­tia­tiv­en hat­ten sich bewor­ben. „In der Demokratie muss jed­er selb­st etwas tun“, unter­strich auch Fes­tred­ner Rupert Graf Stra­ch­witz, Direk­tor des Mae­ce­na­ta Insti­tuts und Vor­sitzen­der des Stiftungsrates der Amadeu Anto­nio Stiftung die Bedeu­tung des Preis­es. Dies sei manch­mal zwar müh­sam, aber jed­er könne das machen, so der Zivilge­sellschaft­sex­perte weit­er. Um die Arbeit der Engagierten auch kün­ftig anzuerken­nen, möchte die Bürg­er­s­tiftung den Preis 2012 zum drit­ten Mal vergeben.

Von Chris­t­ian Müller

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