2. August 2005 · Quelle: Forster Rundschau

Kulturzentrum «Park 7» vor dem Aus

(Forster Rund­schau) Das Kul­tur- und Begeg­nungszen­trum «Park 7» in Forst ste­ht vor dem Aus. Da der Nix
e.V. zum 1. Sep­tem­ber aus dem Gebäudekom­plex in der Park­straße 7 auszieht, fall­en
dem «Park 7» ein Drit­tel der Ein­nah­men weg. «Wenn jet­zt keine Lösung gefun­den wird,
dann ist es aus» , sagt Vor­standsmit­glied Karsten von Hofe. Kurzfristig ver­sucht der
Vere­in momen­tan, eine Klei­derkam­mer und eine Fahrrad­w­erk­statt aufzubauen, um
zusät­zliche Ein­nah­men zu mobil­isieren. Auch an ein Wasch­cen­ter wird gedacht. Zum
«Park 7» gehören etwa zehn Vere­ine und Grup­pen, die zum Teil inten­sive Sozialar­beit
leis­ten.

«Viele Jugendliche haben hier ihre zweite Heimat gefun­den» , sagt Rein­hard Hoff­mann.
Es sei auch ein Auf­fanglager für Ges­tran­dete, wie er es aus­drückt. Von 1998 bis 2003
organ­isierte er im «Park 7» den Schraubertr­e­ff, ehe das Pro­jekt nicht weit­er durch
ABM und SAM gefördert wurde. Rein­hard Hoff­mann hat inzwis­chen eine andere Arbeit
gefun­den. Trotz­dem möchte er dem Vere­in, dem er auch als Vor­standsmit­glied ver­bun­den
ist, ehre­namtlich helfen. Die Fahrrad­w­erk­statt soll wieder­belebt wer­den. Beim Kreis
wur­den zwei ABM beantragt. Bish­er ste­ht Dieter Gäbler bere­it, der die Tätigkeit
derzeit ehre­namtlich macht. Weit­er­hin sollen nach den Vorstel­lun­gen der
Ver­ant­wortlichen beim «Park 7» etwa fünf Ein-Euro-Kräfte beschäftigt wer­den. «Die
Anträge bei der Stadt und beim Kreis sind gestellt» , sagt Rein­hard Hoff­mann. Der
Schraubertr­e­ff soll wieder so funk­tion­ieren, wie in den Jahren zuvor: Bürg­er spenden
alte Fahrräder, in der Werk­statt wer­den diese dann aufgepäp­pelt und gegen einen
Obo­lus verkauft. Weit­ere Ein­nah­me­quellen möchte der Vere­in über eine Klei­derkam­mer
und ein Wasch-Cen­ter here­in­holen. «Derzeit haben wir als Ein­nah­men lediglich die
Betrieb­skosten der auf unserem Are­al ansäs­si­gen Vere­ine» , sagt die Vor­sitzende
Vio­la von Hofe.

Für den «Park 7» , der 1998 ins Leben gerufen wurde, wird es langsam eng. Es muss
Geld her, anson­sten ste­ht in weni­gen Wochen das Aus bevor. Der Nix e.V., der als
sozio-kul­tureller Vere­in Jugen­dar­beit betreibt, wird zum 1. Sep­tem­ber aus der
Park­straße 7 ausziehen und eigene neue Räume beziehen. Zu ein­er Stel­lung­nahme stand
der Vere­in gestern nicht zur Ver­fü­gung.

«Uns brechen ein Drit­tel der Ein­nah­men weg» , sagt Karsten von Hofe. Der Vere­in muss
muss jedoch monatlich 1800 Euro an die Forster Woh­nungs­ge­sellschaft (FWG), dem
Eigen­tümer der alten Fab­rikan­lage, zahlen. «Wir sind keine reg­ulären Mieter, son­dern
müssen lediglich die Betrieb­skosten abführen» , sagt von Hofe. Durch den Wegzug vom
Nix e.V. sei der Vere­in mit­tler­weile in «argen Schwierigkeit­en» , sagt Rein­hard
Hoff­mann. Die finanziellen Rück­la­gen seien ohne­hin aufge­braucht.

«Wir haben immer reich­lich zugeschossen» , sagt Uwe Engel­mann, der Geschäfts­führer
der FWG. Die Woh­nungs­ge­sellschaft sei von Anfang an sog­ar Mit­glied beim «Park 7»
gewe­sen. Allerd­ings sei schriftlich fix­iert wor­den, dass der Vere­in bald möglichst
auf eige­nen Beinen ste­hen müsse. Ein entsprechen­des Nutzungskonzept wurde
erar­beit­et.

Das Ziel der FWG ist es, zum Ende des Jahres aus dem Pro­jekt auszusteigen, sagt
Engel­mann. Zwar gäbe es einen Ver­trag der erst Ende 2007 aus­laufe, jedoch sei auch
eine vorherige Ausstiegsklausel vorhan­den.

«Wir müssen betrieb­swirtschaftlich rech­nen» , sagt Uwe Engel­mann. 1998, als der
Vere­in gegrün­det wor­den war, sei die finanzielle Lage der FWG auch noch bess­er
gewe­sen. Jet­zt könne sich die FWG das Zuschuss­geschäft nicht mehr leis­ten. Der «Park
7» sei immer ein «bevorzugter Kunde» gewe­sen, sagt Ulrich Win­kler, der
Bewirtschaf­tungsleit­er der FWG. Allerd­ings hätte ihnen die Instand­set­zung der
Gebäude «die Haare vom Kopf gefressen» . Sie seien für alles offen, sagt Ulrich
Win­kler. Der Vere­in könne das Gebäude beispiel­sweise in Erb­pacht erhal­ten.
«Das kön­nen wir uns nicht leis­ten» , sagt Karsten von Hofe. Eigene Mit­tel seien
nicht vorhan­den. Es seien kurzfristig min­destens 25 000 Euro zu investieren.
Karten von Hofe war vor sechs Jahren über das Kreis­sozialamt zum «Park 7» gekom­men
und hat­te im Schraubertr­e­ff von Rein­hard Hoff­mann eine sin­nvolle Tätigkeit gefun­den.
Später habe er selb­st Erziehungsar­beit an Jugendlichen über­nom­men.

Ver­schiedene Anlauf­stellen sind beim «Park 7» unter einem Dach vere­int. Dazu gehören
die Dro­gen- und Sucht­ber­atung, Soziale Dien­ste der Jus­tiz, der Kreisju­gen­dring, das
Bunte Haus, das Jugend­café, das Ton­stu­dio «East-Side-Pro­duk­tion» , die
Region­al­stelle für Aus­län­der­fra­gen, Ortsver­band der Rus­s­land­deutschen, die «Pirat­en»
und die Mod­elleisen­bah­n­er.

Am 26. August um 18 Uhr möchte der «Park 7» auf ein­er Podi­ums­diskus­sion mit ein­er
bre­it­en Öffentlichkeit über den Erhalt des Vere­ins sprechen.

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