1. November 2008 · Quelle: Antifa Erkner

Kundgebung in Schöneiche nach Mahnmalschändung

(Antifa Erkn­er) Nach der nun­mehr drit­ten Schän­dung des Mah­n­mals für die ermorde­ten Schöne­ich­er Juden ver­sam­melten sich am Don­ner­stagabend trotz des schlecht­en Wet­ters min­destens 100 Men­schen um diese Tat nicht unbeant­wortet zu lassen. Trotz ein­er Mobil­isierungszeit von nur einem Tag waren es erstaunlich viele Men­schen jeden Alters aus Schöne­iche, aber auch aus anderen Orten, die an der Kundge­bung teil­nah­men. Es wur­den zwei kurze Ansprachen gehal­ten und dutzende von Kerzen vor dem Mah­n­mal entzün­det. Viele Men­schen drück­ten am Rande der Kundge­bung dem Schöne­ich­er Bürg­er­meis­ter Jüt­tner ihre Sol­i­dar­ität aus, nach­dem dieser zwei Tage zuvor bedro­ht wurde (wir berichteten). 

Das Motiv der Tat muss ein­deutig als anti­semi­tisch beze­ich­net wer­den, was sich aus der Art, wie die Buch­staben ent­fer­nt wur­den, schließen lässt (siehe Foto). Es ist sich­er kein Zufall, dass die Täter das Wort „Ente“ ste­hen ließen und die Jahreszahl 45 ent­fer­n­ten. Wahrschein­lich steckt dahin­ter die in recht­sex­tremen Kreisen ver­bre­it­ete Idee, der Holo­caust hätte nie stattge­fun­den und sei eine Erfind­ung der Alli­ierten und son­stiger „anti­deutsch­er“ Kreise. Bei Wikipedia ste­ht zum Begriff Ente (wie Zeitungsente): “Nach dem Zweit­en Weltkrieg beka­men viele deutsche Zeitun­gen ihre Infor­ma­tio­nen von den amerikanis­chen und englis­chen Stre­itkräften. Diese Infor­ma­tio­nen kon­nten aber oft nicht über­prüft wer­den. Daher wur­den sie mit dem Zusatz N.T. verse­hen. Da auch falsche Mel­dun­gen dabei waren, entwick­elte sich NT in der Umgangssprache zur Ente und damit zur Zeitungsente.”
Die Möglichkeit, das der oder die Täter es eventuell nur auf das Met­all abge­se­hen hat­ten, wie von der Polizei kol­portiert, lässt sich ein­deutig auss­chließen, da die „Beute“ äußerst ger­ing sein dürfte. Wirk­liche Met­alldiebe wür­den sich eher auf lohnen­dere Ziele konzen­tri­eren. Dass die Täter aus der recht­en Szene Schöne­ich­es und Umge­bung entstam­men, bezweifelte kaum ein­er der Anwe­senden, auch wenn es viele nicht öffentlich aussprechen wollten. 

Dafür spricht auch die vorhan­dene aktion­is­tis­che rechte Szene in Schöne­iche und Umge­bung, die vor­ange­gan­genen Ereignisse (Störung des Laub­hüt­ten­fests, Bedro­hung des Bürg­er­meis­ters), die Art und Weise wie die Tat began­gen wurde (Her­aus­brechen des David­sterns, Sin­nent­frem­dung des Textes) sowie die Tat­sache, dass dies nun schon bere­its der dritte Anschlag auf das Mah­n­mal war. 

Es gilt weit­er­hin wach­sam zu bleiben und den Nazis ent­ge­gen­zutreten, wie auch immer sie ihre men­schen­ver­ach­t­ende Pro­pa­gan­da ver­bre­it­en wollen, ob mit Worten oder Taten.

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