1. November 2008 · Quelle: Soligruppe

Totalverweigerung in Strausberg

Dieser Artikel han­delt von dem Totalver­weiger­er Jan-Patrick. Er sitzt zur Zeit in Straus­berg im Mil­itär-Arrest, weil er sich dem Wehr­di­enst (Bun­deswehr und Zivil­dienst) ver­weigert hat. Aktuelle Infos, News und so find­et ihr im Blog der Soli­gruppe.

Jan-Patrick befind­et sich ger­ade ‑bis Don­ner­stag, den 30.10.- im Son­derurlaub und hat diese Zeit auch für einen weit­eren Zwis­chen­bericht genutzt. 

Wir gehen davon aus, dass er dann mor­gen für 21 Tage in den Arrest kom­men wird. Da die Ver­ant­wortlichen inzwis­chen gecheckt haben soll­ten, dass Jan-Patrick keinen Befehl gehorchen wird — und auch nicht durch Abstrafen, Isolierung und Schika­nen dazu gebracht wer­den kann- hat dieser weit­ere Arrest einen deut­lichen Strafcharak­ter. Nicht ein­mal nach gel­ten­dem Recht ist dies legitim. 

Wir fordern von den Ver­ant­wortlichen die unverzügliche Ent­las­sung Jan-Patricks aus der Bundeswehr!
Macht Aktio­nen, meldet euch (per Tele­fon, Postkarte, ..) bei der Bun­deswehr und zeigt ihnen was wir von diesem Frei­heit­sentzug halten. 

Hier nun der Bericht von Jan-Patrick: 

Die zweite Woche in Holz­dorf gestal­tete sich für mich ziem­lich genau wie die erste. Viel Neues wird man nun wohl nicht mehr von mir erwarten kön­nen. Einziger wichtiger Unter­schied war, dass ich nun endlich die Möglichkeit hat­te mit dem Anwalt und auch meinen Mit­be­wohner­In­nen ab und zu zu tele­fonieren, was die zweite Woche deut­lich ein­fach­er machte.

Am 2.10. wurde ich dann wieder abge­holt und es ging wieder zur nachar­restlichen Unter­suchung. Dies­mal war das Ziel eine Kaserne in Leipzig(!!!), wo der Arzt nur kurz ein Kreuz machen musste. Dann ging es zurück nach Holz­dorf um meine beschlagnahmten Sachen (Feuerzeug, Handy, poli­tis­che Aufk­le­ber) abzu­holen und dann fuhren wir nach Straus­berg wo ich aus dem Arrest ent­lassen wurde. 5 Stun­den Tour durch die Welt waren hin­ter mir, als ich die Nacht in Berlin bei Fre­un­den verbrachte. 

Am näch­sten Mor­gen ging ich wieder in die Kaserne, wo die näch­ste Befehlsver­weigerung anstand. Fol­glich kam es wieder zu ein­er vor­läu­fi­gen Fes­t­nahme und den ganzen Papierkram. Auch der näch­ste Arrest wurde beantragt und der Antrag sieht 21 Tage vor. Was das Trup­pen­di­en­st­gericht entsch­ieden hat, erfahre ich mor­gen am Don­ner­stag, zu nahezu 100 Prozent wird der Antrag wie geschrieben genehmigt wor­den sein. Momen­tan sitze ich näm­lich bei meinen Eltern. Aus familären Grün­den, die nicht näher erläutert wer­den müssen, wurde mir bis zum 30.10. um 7:30 Uhr Son­derurlaub gewährt. 

Somit ist mit höch­ster Wahrschein­lichkeit damit zu rech­nen, dass ich vom 30.10. bis ein­schließlich dem 19.11. im Arrest sitze. Wo dieser Arrest voll­streckt wird, weiß ich auch noch nicht. Jeden­falls sind die Arrestzellen in Straus­berg immer noch nicht offizell benutzbar, weil am Haupt­tor eine Straße neu asphaltiert wird. 

Ich möchte euch nun noch gerne meinen Dank für eure Briefe und Päckchen zukom­men lassen, die mir das Leben wirk­lich erle­ichtern. Natür­lich wer­den nun 21 Tage am Stück noch etwas härter, aber, wenn ihr so weit­er macht wie zuvor, wird es mir gut ergehen.

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