30. September 2004 · Quelle: Indymedia

KZ-Gedenktafeln beschädigt

(Mona X auf Indy­media) Auf dem Gelände des ehe­ma­li­gen Mäd­chen-Konzen­tra­tionslagers und späteren
Ver­nich­tungslagers Uck­er­mark (nahe Fürsten­berg) wur­den mehrere Hin­weis- und Infor­ma­tion­ss­childer beschädigt bzw. samt Pfos­ten aus dem Boden geris­sen und zer­stört.

Die Schilder waren ent­lang des angren­zen­den Berlin-Kopen­hagen-Rad­wegs durch das diesjährige Trans­gen­der Frauen Les­ben Bau-Camp aufgestellt wor­den. Die Schilder dienen zur Sicht­bar­ma­chung der Gedenkstätte, die in einem Wald­stück liegt und sind Teil der Gedenkstätte Uck­er­mark. Bere­its im Jahr zuvor waren zur Gedenkstätte Uck­er­mark zuge­hörige Schilder mutwillig zer­stört wor­den.

Das Gelände des ehe­ma­li­gen Mäd­chen-Kkonzen­tra­tionslagers und späteren
Ver­nich­tungslagers Uck­er­mark gren­zt direkt an die Mahn und Gedenkstätte Ravens­brück an. Allerd­ings ist sie noch kein Teil der Mahn- und Gedenkstätte Ravens­brück. So sieht sich nun auch nie­mand offiziell
ver­ant­wortlich die Schilder zu erset­zen. “Wir, die Teil­nehmerin­nen des diesjähri­gen Camps, wollen nicht bis zum Bau-camp im näch­sten Jahr warten und trotz allem die Schilder erset­zen und wieder auf­stellen.

Dafür benöti­gen wir Geld!” Spenden sind willkom­men unter: Les­ben­tele­fon Göt­tin­gen e.V., Ktonr. 101 916 300, BLZ 260 900 50, Volks­bank Göt­tin­gen, Stich­wort “Uck­er­mark”.

1942 wurde das wenig bekan­nte Konzen­tra­tionslager Uck­er­mark speziell für Mäd­chen und junge Frauen errichtet. Im Konzen­tra­tionslager­sys­tem der Nation­al­sozial­is­ten wurde es ver­harm­losend als sog. “Jugend­schut­zlager”
beze­ich­net. Die Mäd­chen wur­den meist unter dem Stig­ma “asozial” inhaftiert oder durch die staatliche Für­sorge eingewiesen.

Als die SS im April 1945 das Lager auflöste schick­ten sie die bis dahin über­leben­den Frauen und Mäd­chen auf die Todesmärsche.

Im Jan­u­ar 1945 wurde ein Teil des Mäd­chen-Konzen­tra­tionslagers zum Ver­nich­tungslager umfunk­tion­iert, bis es im April 1945 geräumt wurde und die bis dahin Über­leben­den auf die Todesmärsche geschickt wur­den. Uns, den Teil­nehmerin­nen des Frauen Les­ben Trans­gen­der Camps ist es ein großes Anliegen die Geschichte des ehe­ma­li­gen Konzen­tra­tionslagers für
Mäd­chen und spätere Ver­nich­tungslager Uck­er­mark bekan­nter zu machen.

Wir sehen einen Zusam­men­hang zwis­chen diesen Zer­störun­gen und der ras­sis­tis­chen und anti­semi­tis­chen Real­ität in Deutsch­land. Weitest­ge­hend ungestört kon­nten 4000 Neon­azis in Wun­siedel zum wieder­holten Male einen Trauer­marsch für Rudolf Heß abhal­ten.
Die recht­sex­tremen Parteien DVU und NPD sind mit enor­men Stim­mengewin­nen in die Land­tage gewählt wor­den.
Auf den zahlre­ichen Mon­tags­demos gegen Hartz IV (= geplanter Sozial­raub) nehmen regelmäßig mehr oder weniger unge­hin­dert Neon­azi-Grup­pen aktiv teil. Neon­azis stim­men übere­in mit all­ge­me­ingülti­gen Parolen der Mon­tags­demos wie “Wir sind das Volk” und teilen den pos­i­tiv­en Bezug auf die “deutsche Volks­ge­mein­schaft”.

Tod dem Faschis­mus!

Kein Vergeben! Kein Vergessen!

www.maedchen-kz-uckermark.de

www.ravensbrueck.de

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