10. Mai 2007 · Quelle: JAN

Leser_innenbrief zu “Rechte in Altfriesack”

Ich bin ein­fach nur ein Geschäfts­mann. Es ist mir egal, wer zu mir
kommt. Das sind doch auch nur Men­schen”, sagt Torsten Schmidt, Wirt der
Alt­frie­sack­er Gast­stätte “Alte Fis­cher­hütte”. In dieser trafen sich am
14.04.07 bekan­nte lokale Recht­sex­trem­is­ten.

Und zum anderen ist der Orts­bürg­er­meis­ter von Wus­trau-Alt­frie­sack Ingo
Lam­precht über­rascht, dass sich die Recht­sex­tremen den Ort aus­ge­sucht
haben: “Unsere Region ist nicht dafür bekan­nt, mit diesen Ten­den­zen was
zu tun zu haben.” (ebd.)

Diese bei­den Äußerun­gen sind sorgsam zu betra­cht­en und es ist wichtig,
sie zu analysieren und dann daraus Schlüsse zu ziehen, denn es ist eine
gefährliche Sit­u­a­tion.

Die NPD will, und dass ist seit län­gerem öffentlich bekan­nt, für die
Kom­mu­nal­wahlen 2008 ihre Struk­turen in Bran­den­burg fes­ti­gen und
aus­bauen. Auch im Kreis OPR, auch in Neu­rup­pin. Das bedeutet aber nicht,
dass “von außen” recht­sex­treme Ide­olo­gie importiert wer­den müsste — denn
diese ist längst da. Recht­sex­treme Ide­olo­gien und Ein­stel­lun­gen haben
ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft. Und natür­lich auch in
Neu­rup­pin — davon zeu­gen nicht nur die ständi­gen Angriffe auf das als
links gel­tende Mit­ten­Drin und deren Besucher_innen, die weitläu­fig
ver­bre­it­ete “BNO”, “freier-wider­stand” und DVU-Pro­pa­gan­da sowie die
Het­zschriften von Opa Lange. Es sind recht­e­sex­trem­istisch
Ein­stel­lungspo­ten­tiale, die jeder/m drit­ten Brandenburger_in
nachgewiesen wor­den sind oder die xeno­phoben Äusserun­gen, die die
Friedrich-Ebert-Stiftung 2006 auf­fand.

Wenn nicht jet­zt und immer kon­se­quent die NPD sowie andere Recht­sex­treme
öffentlich isoliert wer­den sowie deren Kooperationpartner_innen
boykot­tiert bzw. sank­tion­iert, dann darf sich nie­mand über die Fol­gen
wun­dern oder wenn es zu spät ist, lau­thalts nach Zivil­courage rufen.

Torsten Schmidt sollte seine Aus­sagen noch ein­mal gründlich über­denken
und Ingo Lam­precht ist zu rat­en, über die Ursprünge recht­sex­tremer
Welt­bilder nachzu­forschen.

Neben einem Aufk­lärungskam­pag­nen und zivilge­sellschaftlichen Engage­ment
gegen Recht­sex­trem­is­mus ist es auch nötig, lokale Ini­tia­tiv­en gegen
Recht­sex­trem­is­mus zu unter­stützen und den Men­schen Alter­na­tiv­en zu
bieten. Vor allem darf das aber Prob­lem nicht herun­terge­speilt wer­den.

Jan Hen­ning
Jugen­dAn­tifa­Neu­rup­pin

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