17. Mai 2005 · Quelle: J.e.P.

Letzter Prozesstag in Potsdam

Landgericht entschei­det, ob sich Berlin­er Neon­azi wegen ver­sucht­en Mordes oder gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung ver­ant­worten muss

An diesem Mittwoch, den 18.05.05, wird das Urteil im Prozess gegen den 23-jähri­gen Sebas­t­ian Dahl, der vor vier Jahren min­destens zwei Molo­tow­cock­tails auf eine Bühne warf, auf der nicht- rechte Jugendliche schliefen, erwartet. Auch die gle­ichal­trige J. Paris aus Königs Wuster­hausen wird eine Mitschuld vorge­wor­fen. Zu dem let­zten Prozesstag kamen ca. 40 Neon­azis, um ihren Kam­er­aden Unter­stützung zu leis­ten.

Am 15.7.01 woll­ten Jugendliche aus Königs Wuster­hausen ein
anti­ras­sis­tis­ches Fes­ti­val in ihrer Stadt feiern. Neben Vorträ­gen und einem Freizeit­pro­gramm, sollte in den Abend­stun­den ein Konz­ert stat­tfind­en. Da die Bühne für das Konz­ert schon einen Tag früher aufge­baut wer­den musste und nur geliehen war, entschlossen sich einige Jugendliche diese zu bewachen und dort zu über­nacht­en.

Mit­ten in der Nacht erwacht ein­er der Jugendlichen und sah einen hellen Schein über sich. Er schrie und ver­suchte die anderen Fre­unde zu weck­en und schnell die Bühne zu ver­lassen. Ins­ge­samt flo­gen min­destens vier Molo­tow­cok­tails auf oder neben die Bühne. Die Jugendlichen alarmierten sofort die Polizei und warteten let­ztlich vier Jahre auf den Prozess gegen die Täter.

Nur durch einen Zufall saßen in den let­zten Wochen die 23-jährige J. Paris und der gle­ichal­trige S. Dahl auf der Anklage­bank. Durch einen anony­men Hin­weis bei der Info­hot­line rechts kamen die Ermit­tler auf die Spur Dahls. Clau­dia Luzar von der Beratungsstelle J.e.P aus Pots­dam merkt dazu an: “Die bei­den Angeklagten sind keine unbekan­nten Gesicht­en in der Neon­azis­szene Berlin-Bran­den­burgs. Der Anschlag sowie die starke Mobil­isierung aus dem recht­sex­tremen Spek­trum zum Prozess zeigen sehr deut­lich die gute Zusam­me­nar­beit zwis­chen Berlin­er und Bran­den­burg­er Neon­azis.”

Let­zter Prozesstag:

18.05.05 um 9 Uhr am Landgericht Pots­dam, 2. Strafkam­mer,
Friedrich-Ebert-Straße 32

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Pots­dam – Unter dem Mot­to „SOS an den EU-Außen­gren­zen! Pots­dam – ein sicher­er Hafen!?“ laden Ini­tia­tiv­en anlässlich des „Tag des Flüchtlings“ am 27.09.2019 zu einem Aktion­stag ein.
Im Gedenken an Micha tre­f­fen wir uns am Sam­stag den 31. August 2019 zu ein­er Gedenkkundge­bung um 17 Uhr am Stein der Inter­na­tionalen Brigaden „Tre­ff­punkt Freizeit“ in Pots­dam.
Pots­dam — Unter dem Mot­to “Wer schweigt, stimmt zu. Gegen Recht­sruck und für eine sol­i­darische Gesellschaft” zog ein bunter Zug antifaschis­tis­ch­er Kräfte vom Babels­berg­er Luther­platz durch Zen­trum Ost bis zum Platz der Ein­heit in der Pots­damer Innen­stadt.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot