20. August 2008 · Quelle: Opferperspektive

Linker Treffpunkt von Rechten abgebrannt

Bad Freien­walde — Bere­its in der Nacht vom 12. auf den 13.Juni 2008 wurde in Bad
Freien­walde ein Bran­dan­schlag auf den selb­stver­wal­teten Jugendclub
»Maquis« verübt. Durch die Mel­dun­gen recht­sex­tremer Straftat­en des
Lan­deskrim­i­nalamts bestätigt sich jet­zt ein Ver­dacht, der sich direkt
nach der Tat bere­its aufge­drängt hat­te: Die Brand­s­tiftung war
recht­sex­trem motiviert. 

Unver­ständlich bleibt vor diesem Hin­ter­grund die Infor­ma­tion­spoli­tik der
zuständi­gen Behör­den. Obwohl sich am 30.06.08 ein mut­maßlich­er Täter der
Polizei stellte, wurde die Öffentlichkeit nicht über die Hintergründe
der Tat in Ken­nt­nis gesetzt. 

In dem Gebäude, ein­er alten Baracke im Indus­triege­bi­et, trafen sich seit
fast einem Jahr linke und alter­na­tive Jugendliche und organ­isierten dort
Konz­erte und Veranstaltungen. 

Wieder­holt hat­ten diese Jugendlichen in der Ver­gan­gen­heit auf die
Bedro­hung durch Mit­glieder der örtlichen Neo-Nazi-Szene hingewiesen. So
wur­den in dem hal­ben Jahr vor dem Brand linke und alternative
Jugendliche mehrmals durch Rechte eingeschüchtert. Ihnen wurde gedroht,
die Baracke »abz­u­fack­eln«.

28. Dezem­ber 2007: 

Eine Gruppe von sieben Recht­en taucht in dem Gebäude auf und versucht
durch ver­hörar­tiges Aus­fra­gen der Anwe­senden, Infor­ma­tio­nen über
Per­so­n­en des linken Spek­trums in Bad Freien­walde zu erhal­ten. Sie drohen
damit, dass das Gebäude sicher­lich gut bren­nen würde und die Anwesenden
vor­sichtig sein sollten. 

02. Feb­ru­ar 2008: 

Drei Mit­glieder der recht­sex­tremen Szene ver­suchen, sich gewaltsam
Zugang zu den Räu­men zu ver­schaf­fen, dabei schla­gen sie ein Fen­ster ein.
Zwei Per­so­n­en im Inneren der Baracke alarmieren die Polizei. 

03. Feb­ru­ar 2008: 

Eine Gruppe Recht­sex­tremer ver­langt Zutritt zu einem Konz­ert. Als sie am
Betreten der Räume gehin­dert wer­den, schlägt ein­er der Recht­en einen
Jugendlichen ins Gesicht. 

Auch in benach­barten Orten ver­sucht­en Rechte, alter­na­tive Jugendliche
einzuschüchtern, um so Namen von örtlichen Antifa-Aktivis­ten zu
erfahren. 

Der Bran­dan­schlag rei­ht sich somit in eine Liste von Vor­fällen ein, die
in Bad Freien­walde dazu beige­tra­gen haben, eine alter­na­tive Jugendszene
zu schwächen. 

Das Aus­maß der Bedro­hun­gen und die Vielzahl der beteiligten, auch
region­al ver­net­zten Recht­sex­tremen bele­gen, dass es sich hierbei
keineswegs um eine Aus­nah­metat han­delt, son­dern um systematische
Ein­schüchterun­gen, die das Ziel haben, ander­s­denk­ende Jugendliche zu
ver­drän­gen. Die Brand­s­tiftung markiert damit einen Höhep­unkt rechter
Aktiv­itäten in Bad Freienwalde. 

Diesem Kli­ma der Bedro­hung muss die Stadt mit adäquat­en Strategien
ent­ge­gen treten um einem weit­eren Erstarken der örtlichen recht­en Szene
zu begegnen.

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