6. Juli 2005 · Quelle: MAZ

Linksbündnis auch in Brandenburg

(MAZ) Ein­er Zusam­me­nar­beit der PDS in der Stadt Bran­den­burg und der kürzlich
gegrün­de­ten Linkspartei “Arbeit & soziale Gerechtigkeit — Die
Wahlini­tia­tive” (WASG) scheint zumin­d­est auf Seit­en der Sozial­is­ten wenig
ent­ge­gen zu stehen. 

Die PDS strebe an, mit der WASG gemein­sam in den Bun­destagswahlkampf zu
ziehen, sagt die Vor­sitzende Petra Faderl. In der von etwa 80 Mitgliedern
besucht­en Ver­samm­lung am ver­gan­genen Fre­itag im Tech­nolo­gie- und
Grün­derzen­trum (TGZ) habe sich nie­mand neg­a­tiv zur WASG und zu dem
bevorste­hen­den Zusam­men­schluss geäußert. 

Die PDS-Beige­ord­nete Bir­git Hüb­n­er war allerd­ings in der Ver­samm­lung nicht
anwe­send. Sie war in Bran­den­burg maßge­blich ver­ant­wortlich für die Umsetzung
der von der WASG mas­siv bekämpften Hartz-IV-Reform. 

Inhaltlich gebe es keinen Dis­sens zwis­chen PDS und WASG, sagt Petra Faderl.
Die Haupt­sorge der Mit­glieder in Bran­den­burg sei gewe­sen, dass der
Parteiname PDS bei ein­er Ver­schmelzung nicht mehr erkennbar sein könnte.
Diese Sorge sei zerstreut. 

Von den bish­eri­gen Mit­gliedern der WASG ken­nt Faderl nach eigen­em Bekunden
Hans-Jür­gen Ret­tig seit Beginn der 90er-Jahre und Man­fred Friedrich als
Mit­glied der kom­mu­nalen Wäh­lerini­tia­tive Wirt­so. Etliche wür­den bei dem
Namen Ret­tig zwar “auf­jaulen”, die PDS-Vor­sitzende find­et Eck­en und Kanten
aber nicht schlecht: “Was nützt mir eine Per­son, die nur glatt ist?” 

Direk­tkan­di­datin der PDS für den hiesi­gen Wahlkreis bleibe auch beim
Zusam­menge­hen mit der WASG die bere­its nominierte Diplom-Sozialpädagogin
Diana Golze (30) aus Rathenow. WASG-Poli­tik­er müssten laut Faderl auf der
Lan­desliste aus­sicht­sre­ich platziert wer­den. Mit der kommunalpolitischen
Zusam­me­nar­beit wür­den sich bei­de Seit­en nach der Wahl befassen. 

Das Zusam­menge­hen mit der neuen Linkspartei ste­ht auch für PDS-Fraktionschef
Alfre­do Förster außer Frage: “Wer eine solche Chance ver­tut, müsste sich
anschließend fra­gen, was er angerichtet hat.” 

Mit wem die PDS kom­mu­nalpoli­tisch zusam­me­nar­beit­en wird, will die Partei
erst nach der Wahl klären.

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