7. Dezember 2006 · Quelle: LR

Lübben will Farbe gegen Extremismus bekennen

Zahlre­iche Aktio­nen sind am Sonnabend, dem 9. Dezem­ber, von 11 bis 17 Uhr auf dem Lübben­er Mark­t­platz unter dem Titel «Lübben beken­nt Farbe gegen Extrem­is­mus» vorge­se­hen. Zu dieser Kundge­bung haben die Lübben­er Kom­mu­nalpoli­tik­er sowie die evan­ge­lis­che und katholis­che Kirche aufgerufen. Ihre Vertreter wollen gemein­sam mit den Bürg­ern der Stadt und der Umge­bung gegen den für diesen Tag geplanten Auf­marsch von Rechts- und Link­sex­trem­is­ten in Lübben protestieren (die RUNDSCHAU berichtete).

Während der Kundge­bung auf dem Lübben­er Mark­t­platz wer­den am Sonnabend neben Bürg­er­meis­ter Lothar Bret­ter­bauer (CDU) die Land­tagsab­ge­ord­neten Sylvia Lehmann (SPD) und Karin Weber (Linkspartei.PDS) sowie die Super­in­ten­dentin des evan­ge­lis­chen Kirchenkreis­es Lübben, Ulrike Voigt, und eine Schü­lerin des Lübben­er Paul-Ger­hardt-Gym­na­si­ums sprechen. Das teilt die Stadtver­wal­tung mit.

Skulp­turen aus Licht

Angekündigt wer­den zudem Infor­ma­tion­sstände der Frak­tio­nen der Stadtverord­neten­ver­samm­lung, der Kirchen, des Lübben­er Forums gegen Gewalt, Recht­sex­trem­is­mus und Frem­den­feindlichkeit, des Aktions­bünd­niss­es Halbe sowie der Diakonie an. Auch Kün­stler hät­ten ihr Kom­men zuge­sagt wie Jörg Han­itzsch, der mit den Kindern Licht­skulp­turen schaf­fen möchte. Vorge­se­hen sei weit­er­hin, Unter­schriften für die Res­o­lu­tion der Lübben­er Stadtverord­neten gegen Extrem­is­mus zu sam­meln. Lesun­gen aus Werken von Dichtern, deren Büch­er während der Naz­izeit ver­bran­nt wur­den, seien eben­so geplant wie die Auftritte von Bands.

Abgeschlossen wer­den soll die Demon­stra­tion auf dem Mark­t­platz, indem ihre Teil­nehmer das Friedenssym­bol, die Taube, aus Hun­derten Lichtern erschaf­fen, die dafür kosten­los verteilt wer­den. Im Anschluss daran gibt es um 17 Uhr ein Konz­ert in der Paul-Ger­hardt-Kirche.
Bere­its um 8 Uhr wird das Lübben­er Forum gegen Gewalt, Recht­sex­trem­is­mus und Frem­den­feindlichkeit eine Mah­nwache am Bahn­hof abhal­ten.

Der Vor­stand des Touris­musvere­ins Lübben und Umge­bung hat die Vere­ins­mit­glieder aufgerufen, am Sonnabend «auf dem Mark­t­platz präsent zu sein» . Lübben solle eine gast­fre­undliche Stadt für Gäste aus dem In- und Aus­land bleiben. Sie sollen sich hier «wohl und sich­er fühlen. Deshalb wer­den wir nicht zulassen, dass Rechts- und Link­sex­treme in Lübben ein Wirkungs­feld find­en und der Touris­muswirtschaft durch radikales Gedankengut Schaden zufü­gen.» Daher schließe sich der Vere­in dem Aufruf der Kom­mu­nalpoli­tik­er und Kirchen an, «ein überzeu­gen­des öffentlich­es Beken­nt­nis gegen radikales Denken und Han­deln abzule­gen» .

Luck­auer unter­stützen Lübben­er

Der Luck­auer Haup­tauss­chuss hat während sein­er Sitzung am Dien­stagabend beschlossen, die «Lübben­er Erk­lärung in allen inhaltlichen Punk­ten zu unter­stützen» . Er hat alle Bürg­er Luck­aus und der Umge­bung, Vere­ine, Ver­bände, Parteien, Organ­i­sa­tio­nen und Kirchen aufge­fordert, den Lübben­ern am 9. Dezem­ber ab 11 Uhr auf dem Mark­t­platz zur Seite zu ste­hen. «Sich in diesem Beken­nt­nis gegen Extrem­is­mus mit der Nach­barstadt zu sol­i­darisieren, ist Ziel des Luck­auer Beitritts­beschlusses» , so Bürg­er­meis­ter Har­ry Müller.

Zum The­ma Verkehrein­schränkun­gen

Die Stadtver­wal­tung Lübben weist darauf hin, dass es wegen der angemelde­ten Demon­stra­tio­nen zu erhe­blichen Verkehrs­beein­träch­ti­gun­gen kom­men wird. So werde es in allen Park­taschen im Zen­trum Halte- und Parkver­bot geben, in den Straßen der Marschroute Parkver­bot.
Mit den Verkehr­sein­schränkun­gen ist laut Polizei bere­its ab 6 Uhr zu rech­nen. Betrof­fen ist vor allem der Bere­ich zwis­chen Bahn­hof­s­traße, Park­straße, Schiller­straße, Wet­tin­er Straße, Hart­manns­dor­fer Straße, Berlin­er Straße (B115), Bre­ite Straße, Brück­en­platz, Haupt­straße, Guben­er Straße, An der Kup­ka (B87), Ernst-von-Houwald-Damm (B87), Lin­den­straße (B87), Logen- und Bahn­hof­s­traße.
Beein­träch­ti­gun­gen an den Haupt­streck­en nach und von Lübben schließt die Polizei nicht aus. Es könne auch zu Beein­träch­ti­gun­gen des Busverkehrs kom­men. Fahrgäste wer­den gebeten, von den Hal­testellen am Bahn­hofsvor­platz auf die gegenüber­liegende Park­straße auszuwe­ichen.

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