29. September 2004 · Quelle: Lausitzer Rundschau

Mahnmal-Schmiererei nur ein “Ausrutscher”

Erst hat Sen­ften­bergs Bürg­er­meis­ter Klaus-Jür­gen Graßhoff auf die
Beschmier­er des Mah­n­mals gegen die Opfer des Faschis­mus im Schloss­park
geschimpft.

Jet­zt, da sie gefasst sind, zeigt er sich den sechs Jugendlichen
gegenüber gnädig und zieht die Anzeige gegen sie zurück. Damit haben die
Mis­setäter gute Aus­sicht­en, noch mal an ein­er Ver­hand­lung vor dem
Jugen­drichter vor­beizukom­men.

Zumal sich der Bürg­er­meis­ter und die Jugendlichen auf eine Art
erzieherische Maß­nahme geeinigt haben. Gemein­sam habe man über­legt, wie
der Schaden wieder gut­gemacht wer­den könne, sagte Graßhoff gestern der
RUNDSCHAU. Das war vor vierzehn Tagen, als die 14- und 15-Jähri­gen das
Gespräch mit dem Bürg­er­meis­ter gesucht haben – begleit­et von zwei
Müt­tern. Graßhoff weit­er: “Nach dem Gespräch hat­te ich den Ein­druck,
dass die Schmier­ereien nur ein Aus­rutsch­er waren.”

Das Ergeb­nis: Die Jugendlichen bezahlen die 131 Euro Reini­gungskosten.
Außer­dem erstellen sie bis zum Sen­ften­berg­er Holo­caust-Gedenk­tag am 26.
Jan­u­ar eine Doku­men­ta­tion. Darin soll deut­lich wer­den, warum das Mah­n­mal
erbaut wurde und ob es heute noch zeit­gemäß ist, erk­lärt der Bürg­er­meis­ter.

Die Arbeit soll die Runde durch alle Sen­ften­berg­er Schulen machen, um
auch anderen Jugendlichen ein düsteres Kapi­tel deutsch­er Geschichte
etwas näher zu brin­gen.

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