2. Mai 2012 · Quelle: iNFORiOT

Mal wieder — Blockade

Rechte Demo am 1. Mai in Wittstock verhindert / Danach Naziangriff aufs "Mittendrin" in Neuruppin erfolgreich abgewehrt

INFORIOT Der geplante Nazi­auf­marsch der “Freien Kräfte Neu­rup­pin / Osthavel­land” am 1. Mai in Witt­stock hat nicht stattge­fun­den. Eine Sitzblock­ade von etwa 150 linken Jugendlichen  sorgte dafür, dass die rund 200 Neon­azis vom Bahn­hof aus lediglich rund 100 Meter laufen kon­nten.

Dann war — vor­erst — Schluss. Die Neon­azis lösten sichtlich frus­tri­ert ihre Ver­samm­lung auf.

Attacke aufs Mit­ten­drin

Ein Teil der Recht­en verblieb zunächst in Witt­stock, ein ander­er Teil fuhr mit dem Zug nach Neu­rup­pin. Am dor­ti­gen Bahn­hof Rheins­berg­er Tor durch­brachen etwa 50 Neon­azis die Ket­ten der Polizei, bewaffneten sich mit Steinen und Flaschen und zogen zum Haus­pro­jekt “Mit­ten­drin”. Das Haus wurde ange­grif­f­en.

Durch das entschlossene Auftreten der Men­schen, die sich im “Mit­ten­drin” befan­den, kon­nte die Attacke abgewehrt wer­den. Mehrere in der Nähe gepark­te Autos wur­den dabei beschädigt. Erst nach län­ger­er Zeit erschien die Polizei. Dies teilt das Mit­ten­drin in ein­er Stel­lung­nahme mit und ruft zu Spenden zugun­sten der betrof­fe­nen Auto­hal­terIn­nen auf.

Nach ersten Pressemel­dun­gen wur­den zwölf Anzeigen aufgenom­men, darunter eine gegen einen Polizis­ten wegen des Ver­dachts der Kör­per­ver­let­zung im Amt.

In Witt­stock selb­st sollen wenige der dort verbliebe­nen Neon­azis einen kurzen Spon­tanauf­marsch durchge­führt haben.

Witt­stock: Stadt­fest und Gedenken an Todes­opfer ras­sis­tis­ch­er Gewalt

Neben der erfol­gre­ichen Sitzblock­ade fan­den in Witt­stock weit­ere Protes­tak­tio­nen statt. Bei einem Stadt­fest mit mehreren hun­dert Teil­nehmerIn­nen sprach unter anderem CDU-Bürg­er­meis­ter Jörg Gehrmann und es fand ein öku­menis­ch­er Gottes­di­enst statt.

Am Mah­n­mal für die Opfer des Faschis­mus wiederum erin­nerte unter anderem der Vere­in Opfer­per­spek­tive an Kajrat Batesov. Der Rus­s­land­deutsche war vor genau zehn Jahren aus ras­sis­tis­chen Motiv­en in Witt­stock ermordet wor­den.

Block­ade­poli­tik weit­er erfol­gre­ich

Die erfol­gre­iche antifaschis­tis­che Block­ade in Witt­stock war nicht die erste in diesem Jahr. Erst vor zwei Wochen war in Neu­rup­pin ein rechter Auf­marsch auf die gle­iche Art ver­hin­dert wor­den. Im März war der geplante Ablauf ein­er Nazidemon­stra­tion in Frankfurt/Oder eben­falls verun­möglicht wor­den.

Auch die Aufmärsche in Cot­tbus und Bran­den­burg (Stadt) wur­den durch Block­aden erhe­blich behin­dert.

Gegen einen neuer­lichen recht­en Auf­marsch am 12. Mai in Cot­tbus wer­den derzeit eben­falls Block­aden organ­isiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Heute ist Anne Frank Tag! Am 12. Juni 2019, dem Geburt­stag von Anne Frank, engagierten sich auch zahlre­iche Schulen gegen Ras­sis­mus — Schulen für Courage, für eine demokratis­che Gesellschaft ohne Anti­semitismus und Ras­sis­mus.
Vom 31.05.–09.06. befand sich die Rotzfreche Asphaltkul­tur auf „Antifrak­tour“ durch Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg. Das Ziel war es, soziale Missstände sicht­bar zu machen, und regionale Aktivist*Innen zu unter­stützen.
Im Land Bran­den­burg gibt es eine Vielzahl an Erin­nerungsstät­ten, Gedenkstät­ten und Frieden­höfen, die an die Befreiung von Ortschaften und Konzen­tra­tions- bzw. Außen­lager erin­nern. Mit dem 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung vom NS.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot