30. Juli 2005 · Quelle: DJB

Mapping Right Winged Extremism Teil II

Recht­sex­trem­is­mus und Ras­sis­mus sind in Bran­den­burg nach wie vor ein
akutes Prob­lem. Ein ras­si­tis­ch­er Grundtenor ist eben­so häu­fig zu
find­en, wie Kam­er­ad­schaften Demon­stra­tio­nen ver­anstal­ten, Übergiffe
auf Einzelper­so­n­en, Jugend- und Kul­turzen­tren und alter­na­tive
Fes­ti­vals verübt wer­den. Im Land Bran­den­burg, im struk­turschwachen
Nord­west­en und ‑osten, im infra­struk­turell abgeschnit­te­nen Süden sowie
im berlin­na­hen “Speck­gür­tel” haben sich zahlre­iche recht­sradikale
Kam­er­ad­schaften organ­isiert und Net­zw­erke aufge­baut, die nicht nur dem
staatlichen Repres­sions­druck aus­re­ichend gewach­sen sind (und eventuell
von den Repres­sion­sor­ga­nen wie VS sog­ar finanziert wer­den). Diese
Kam­er­ad­schaften haben sich neuerd­ings mit finanzkräftigeren
Parteistruk­turen wie der NPD und DVU arrang­iert und gle­ichzeit­ig eine
sich wirtschaftlich selb­st­tra­gende Kleingewerbe­struk­tur geschaf­fen,
beste­hend aus Musik­busi­ness und tex­tilem recht­sradikalen
Mer­chan­dis­ing, wodurch Arbeit­splätze für Kad­er entste­hen und
finanzielle Ressoucen aquiri­ert wer­den. Seit Jahren betreiben diese
Struk­turen eine mal mehr, mal weniger pro­fes­sionelle
Jugend(bildungs)arbeit — authen­tisch und sozial ver­ankert.

Im
Kam­er­ad­schaftsm­i­lieu schließlich verbinden sich erleb­nisori­en­tierte
Aktio­nen mit inhaltlich aus­re­ichen­den Wel­terk­lärungsmustern und
sozialer Selb­stvergewis­serung, die hin und wieder For­men sozialer und
poli­tis­ch­er Sol­i­dar­ität annimmt. Ger­ade in Bran­den­burg hat der Auf­bau
und die Förderung alter­na­tiv­er Struk­turen ein­er glaub­würdi­gen
nicht-recht­en und anti­ras­sis­tis­chen Jugend­kul­tur und ‑bil­dung nie
sub­stantiell stattge­fun­den.

Auf der Suche nach Möglichkeit­en der Stärkung alter­na­tiv­er
Jugend­kul­turen und lokaler Jugen­dini­tia­tiv­en, nach über­re­gionaler
Ver­net­zung und dem Aus­tausch von von Strate­gien gegen
Recht­sex­trem­is­mus und Ras­sis­mus fuhren im August 2004 20 Jugendliche
aus Ini­tia­tiv­en und alter­na­tiv­en Jugend­kul­turzen­tren Bran­den­burgs nach
Novi Sad, Vojvo­d­i­na, in Ser­bi­en und trafen sich dort mit
Gle­ich­gesin­nten. Wir fan­den uns mit einem erstark­enden Nation­al­is­mus
und Recht­sex­trem­is­mus und ein­er Zunahme von ras­sis­tis­chen und
recht­sex­trem­istis­chen Übergif­f­en kon­fron­tiert und began­nen einen
Aus­tausch hin­sichtlich der Prob­leme mit Recht­sex­trem­is­mus und
Ras­sis­mus im ehe­mals sozial­is­tis­chen Ost­deutsch­land und Jugoslavien.
In der Woche disku­tierten wir die Auswirkun­gen ein­er
Nicht­ta­u­far­beitung und Verk­lärung von Kriegs­geschichte und ver­glichen
die ländliche Jugend­kul­tur Vojvo­d­i­nas mit der Bran­den­burgs.

Aus unser­er jahre­lan­gen poli­tis­chen Arbeit in Bran­den­burg her­aus
sehen wir die Notwenigkeit ein­er über­re­gionalen Ver­net­zung von
Jugen­dini­tia­tiv­en. Der Aus­tausch von Bil­dung­spro­jek­ten, die Förderung
von Jugen­dini­tia­tiv­en und selb­st­bes­timmten alter­na­tiv­en kul­turellen
und sozialen Zen­tren über die EU Gren­zen hin­aus stellt einen
wesentlichen Bestandteil im Kampf gegen Recht­sex­trem­is­mus und
Ras­sis­mus dar.

Vom 26.07. bis zum 04.08.2005 find­et Map­ping Right Winged Extrem­ism
Teil II statt. Wir wer­den in Kle­in­grup­pen in Bran­den­burg und Berlin
auss­chwär­men und For­men emanzi­pa­torischen Lebens nach­spüren. Wir
wer­den uns zwis­chen linken Haus- und Wohn­pro­jek­ten, alter­na­tiv­en
Jugend- und Sozialzen­tren bewe­gen, die Prax­en alter­na­tiv­er
Medi­en­nutzung vorstellen und disku­tieren, Geschichte und
Geschicht­sre­vi­sion­is­mus in Bran­den­burg recherchieren,das Konzept
Opfer­ber­atung von Betrof­fe­nen rechter Gewalt vorstellen und
antifaschis­tis­che Stadtspaziergänge organ­isieren. Es wird neben der
Analyse der aktuellen Entwick­lun­gen von Recht­sex­trem­is­mus und
Ras­sis­mus ger­ade auch um Gegen­strate­gien gehen.

Wichtiger Fokus wird die Abschlußver­anstal­tung am 2.8.05 im Größen­wahn
(Berlin, Kinzigstrasse 9) ab 20:00 sein. Zu der Präsen­ta­tion der
Ergeb­nisse der einzel­nen Work­shops und der Diskus­sion um
Inter­vern­tion­s­möglichkeit­en gegen Recht­sex­trem­is­mus und Ras­sis­mus
durch eine über­re­gionale Ver­net­zung von Jugen­dini­tia­tiv­en seid ihr
her­zlich ein­ge­laden.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen find­et ihr unter:

www.djb-ev.de

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