2. März 2005 · Quelle: Antifa Westhavelland

Marschieren und Agitieren – der Aufbruch der Naziszene in Rathenow

Es braut sich einiges zusam­men in Sachen Recht­sex­trem­is­mus in Rathenow.
Jedoch nicht wie üblich in Punk­to Gewalt — „lediglich“ zwei Über­griffe seit
Jahres­be­ginn, einen ras­sis­tisch motivierten Über­fall auf einen 13 Jährigen
Schüler und eine Sachbeschädi­gung an einem von Linken befahren­den Pkw, die
für Rathenow­er Ver­hält­nisse im „nor­malen“ Bere­ich liegen, wur­den registriert
– son­dern die mehr oder weniger legalen Poli­tak­tio­nen der regionalen
Recht­sak­tivis­ten bieten Anlass zur Sorge. 

Seit den Land­tagswahlen 2004 in Bran­den­burg und Sach­sen, die mit dem Einzug
der recht­sex­tremen Parteien DVU und NPD in das jew­eilige Par­la­ment endeten,
ist die Szene deut­lich spür­bar im Aufwind. Nicht nur das wieder vermehrt
Aufk­le­ber der NPD verklebt oder wie erst vor weni­gen Tagen Flugblätter
dieser Partei im Rathenow­er Stadt­ge­bi­et verteilt wur­den, son­dern ger­ade auch
die ver­mehrte Teil­nahme an ein­schlägi­gen Ver­anstal­tun­gen außerhalb
Bran­den­burgs lassen zurzeit nur ein Faz­it zu: Die westhavelländische
Szener­ie will den Anschluss an die bun­desweite Naziszene. 

Bere­its am 30.10.2004 marschierten min­destens 23 Per­so­n­en aus Rathenow und
Prem­nitz bei dem von Chris­t­ian Worch angemelde­ten Nazi­auf­marsch in
Bran­den­burgs Lan­deshaupt­stadt Pots­dam mit. In diesem Jahr fol­gten mindestens
neun west­havel­ländis­che Nazis dem Aufruf der recht­sex­tremen „Ini­tia­tive
gegen das Vergessen“ zu einem „Trauer­marsch“ am 15.Januar nach Magdeburg.
Bish­eriger Höhep­unkt war jedoch der Auf­marsch von ca. 5000 Nazis am
13.Februar in Dres­den, an dem min­destens 14 Recht­sex­trem­is­ten aus Rathenow
und Prem­nitz teilnahmen. 

Zu den Aufmärschen fahren fast auss­chließlich bekan­nte Gesichter aus den
west­havel­ländis­chen Kam­er­ad­schaften „Hauptvolk“ und „Sturm 27“, die sich
zusam­men auch „Nationale Bewe­gung Rathenow“ nennen. 

Neben dem Demo­touris­mus ist zurzeit bei den Kam­er­aden auch die mediale
Aktiv­ität wieder en vogue. Seid ger­aumer Zeit gibt es jet­zt ein Forum der
Kam­er­ad­schaft „Hauptvolk“, das von der vom Kam­er­ad­schafts­führer Sandy A.
betriebe­nen Domain „Sauer­kraut­nek­tar“ aus betrieben wird. Neben den üblichen
Verdächti­gen vom HV hat sich hier auch Sturm(27)führer Ben­jamin K. als
Mit­glied einge­tra­gen und gle­ich die von ihm erstellte Seite vom „Sturm 27“
mitver­linkt. Hier geht es aber im Gegen­satz zum eher fußballlastigen
Hauptvolk – Forum um klar nation­al­sozial­is­tisch motivierte Inhalte. Der in
der Ver­gan­gen­heit wegen Volksver­het­zung und Ver­wen­dung von Kennzeichen
ver­fas­sungswidriger Organ­i­sa­tio­nen vorbe­strafte und erst drei Tage vor
sein­er Teil­nahme am Dres­d­ner Nazi­auf­marsch wegen eines Über­griffs auf einen
von linken befahre­nen Pkw erneut verurteil­ten Betreiber K. het­zt in der
Rubrik „Beiträge“ gegen Israel, demon­stri­ert mit dem Foto ein­er abbrennenden
US – Flagge seinen Anti­amerikanis­mus, grüßt im Gäste­buch mit MDG (mit
deutschen Gruß; straf­bar nach § 86a StGB) und ruft im „Ter­mine“ – Bereich
zur Teil­nahme am Nazi­auf­marsch am 8.Mai in Berlin auf. Ein Grund für die
Sper­rung der Seite war dies offen­bar noch nicht. 

Antifaschis­tis­che Grup­pen im West­havel­land, 2005.03.01

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

In Falkensee ver­anstal­teten Coro­na-Ver­harm­los­er am Mon­tagabend ein „religiös­es“ Tre­f­fen. Die Gruppe „Das HAVELLAND ste­ht AUF“ umging damit die momen­ta­nen Versammlungsbeschränkungen.
Am 27.01.1945 wurde das Ver­nicht­stungslager Auschwitz-Birke­nau von der Roten
Armee befre­it. Die Emanzi­pa­torische Antifa Pots­dam ruft dazu auf, am 27.01.2021 gemein­sam an diesen Tag zu erin­nern und zu mahnen.
Die Nachricht des Flüchtlingsrats Bran­den­burg¹ über den tragis­chen und  ver­hin­der­baren Todes­fall von Zina Elzhurkae­va macht uns sehr trau­rig  und fas­sungs­los. Unser Mit­ge­fühl gilt den Fam­i­lien­ange­höri­gen und  ihrem Freundeskreis.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot