14. Juli 2003 · Quelle: Diverse

Massenflucht nach Unfall von Schleuser-Lkw

Lkw-Unfall — 19 Ille­gale erwis­cht

A 12: Last­wa­gen aus Polen lan­det im Graben — Fahrer betrunk­en — Flüchtlinge woll­ten nach Frankre­ich

(BM, 11.07.03) Fürsten­walde — Auf der A 12 bei Fürsten­walde ist gestern Mor­gen ein Lkw
verunglückt, in dem sich 19 ille­gal ein­gereiste Ukrain­er ver­steckt hiel­ten.
Der offen­bar angetrunk­ene pol­nis­che Fahrer, der bei der Ein­reise beim Zoll
in Frank­furt (O.) Holz als Ladung deklar­i­ert hat­te, hat­te die Kon­trolle über
den Sat­telschlep­per ver­loren und war mit dem Laster in den Straßen­graben
gefahren. Der Auflieger kippte auf die Seite. Die zwis­chen 30 und 50 Jahre
alten Män­ner und Frauen aus der Ukraine hock­ten im vorderen Teil des
Lader­aumes direkt hin­ter dem Fahrerhaus. Fünf von ihnen wur­den bei dem
Unfall leicht ver­let­zt.

Zeu­gen berichteten, dass aus dem stark beschädigten Auflieger Men­schen
gek­let­tert und in ein nahe gele­genes Wald­stück geflüchtet seien. Daraufhin
began­nen Polizei und Bun­des­gren­zschutz, das Wald­stück mit einem Großaufge­bot
zu durch­suchen. Die Wasser­schutzpolizei patrouil­lierte auf der nahe
gele­ge­nen Spree. Es wur­den auch Hub­schrauber mit Wärme­bild­kam­eras
einge­set­zt. Mit deren Hil­fe kon­nten die Gesucht­en inner­halb von zwei Stun­den
im Unter­holz aus­find­ig gemacht wer­den. Die Gruppe war in dem Lkw auf dem Weg
nach Frankre­ich gewe­sen.

Bei der Polizei zeigte man sich betrof­fen über das Schick­sal der Ukrain­er.
“Die riskieren ihr Leben, zahlen Unsum­men an die Schleuser, einzig mit dem
Ziel vor Augen, im West­en ihr Glück zu suchen”, sagte Polizeis­prech­er Mar­co
Gen­schmar vom Schutzbere­ich Oder-Spree. Nach sein­er Überzeu­gung war es ein
riesiger Glücks­fall, dass nie­mand bei dem Unfall ums Leben gekom­men ist. Die
Men­schen hät­ten stun­den­lang dicht an dicht auf der Lade­fläche hin­ter
Stapel­holz gekauert. “Nicht auszu­denken, was passiert wäre, wenn sich das
Holz gelöst hätte”, sagte Gen­schmar. Die Ukrain­er hät­ten nicht mehr bei sich
gehabt als Ausweise, ein wenig Geld und ihre Klei­dung.

Vier der Ver­let­zten kon­nten am Nach­mit­tag nach ambu­lanter Behand­lung das
Kranken­haus wieder ver­lassen, eine Frau musste vor­läu­fig in der
Fürsten­walder Klinik bleiben. Als Unfal­lur­sache gab Gen­schmar an, dass der
54-jährige Fahrer des Last­wa­gens alko­holisiert gewe­sen sei und offen­bar auch
schon viel zu lange hin­ter dem Steuer gesessen hat­te. “Der Mann hat­te 0,8
Promille Alko­hol im Blut und war total über­müdet.”

Von den Vernehmungen der Ukrain­er erhof­fen sich Polizei und
Staat­san­waltschaft nun Infor­ma­tio­nen über die Hin­ter­män­ner der
Schleuser­ak­tion. Über ihre bish­eri­gen Erken­nt­nisse sowie zum derzeit­i­gen
Aufen­thalt der Geschleusten woll­ten sich die Behör­den im Hin­blick auf die
laufend­en Ermit­tlun­gen nicht äußern. Während der Bergung des
Sat­telschlep­pers wurde die Auto­bahn in Rich­tung Berlin voll ges­per­rt.

Massen­flucht nach Unfall von Schleuser-Lkw

Polizei und BGS fassten 19 ukrainis­che Flüchtlinge

(Berlin­er Zeitung, 11.07.03) FÜRSTENWALDE. Sie hat­ten viel Geld bezahlt, um über die deutsch-pol­nis­che
Gren­ze geschleust zu wer­den. Doch die ille­gale Ein­reise von 19 Män­nern und
Frauen, die nach BGS-Angaben aus der Ukraine stam­men, endete am Don­ner­stag
mit einem Verkehrsun­fall auf der Auto­bahn A 12 und ein­er angschließen­den
großan­gel­gten Ver­fol­gungs­jagd durch die Polizei.

Um 6.41 Uhr fuhr ein pol­nis­ch­er Sat­telschlep­per auf der Auto­bahn von
Frank­furt (Oder) nach Berlin. Zwis­chen den Abfahrten Briesen und
Fürsten­walde raste er in die Leit­planke und fiel um. Als Polizis­ten zur
Unfall­stelle kamen und den Lader­aum öffneten, sprangen ihnen etliche
Per­so­n­en ent­ge­gen, liefen davon und ver­steck­ten sich in den umliegen­den
Wäldern. “70 Beamte ver­fol­gten die Flüch­t­en­den mit Such­hun­den”, sagte die
Sprecherin des Gren­zschutzamtes Frank­furt (Oder), Clau­dia Skowronek. Die
Suche wurde von zwei Hub­schraubern und auf der Spree von einem
Wasser­schutz­boot unter­stützt. “Gegen Mit­tag waren ins­ge­samt 19 Per­so­n­en
gefasst”, sagte sie. Vier hat­ten sich bei dem Unfall ver­let­zt. Die
Festgenomme­nen hat­ten keine Ausweise bei sich, aber in dem Lkw seien
ukrainis­che Pässe gefun­den wor­den.

Die Flüchtlinge hat­te der pol­nis­che Schlep­per hin­ter Holz­palet­ten im
Lader­aum ver­steckt. “Gegen ihn wird wegen Men­schen­schmuggels ermit­telt”,
sagte Polizeis­prech­er Dieter Schulze. “Sein Tun wäre wohl nicht ent­deckt
wor­den, wenn er nicht angetrunk­en und über­müdet gewe­sen wäre.” Nach dem
Unfall wur­den bei dem Polen 0,8 Promille Alko­hol in der Atem­luft gemessen.
Laut Fahrten­schreiber hat­te er auch die erlaubten Fahrzeit­en deut­lich
über­schrit­ten.

Oder-Spree: Nach Unfall mehr als 20 Per­so­n­en aus Last­wa­gen gek­let­tert

Ukrainis­che Staats­bürg­er ver­mut­lich nach Deutsch­land geschleust

(MAZ, 11.07.03) Am Don­ner­stag wurde der Polizei um 6.41 Uhr ein Verkehrsun­fall zwis­chen den
Anschlussstellen Briesen und Fürsten­walde Ost gemeldet. Ein pol­nis­ch­er
Sat­telschlep­per war aus noch unbekan­nter Ursache nach rechts von der
Fahrbahn abgekom­men und in den Straßen­graben gefahren. Der Auflieger des
Sat­telzuges kippte um. Nach Zeu­ge­naus­sagen waren mehrere Per­so­n­en (zwis­chen
10 und 20) nach dem Unfall aus dem Auflieger her­aus­gek­let­tert und in den
nahen Wald geflüchtet.

Beamte der Polizei und es BGS begaben sich unverzüglich zur Unfall­stelle.
Die BGS-Beamten began­nen das Waldge­bi­et mit zwei Hub­schraubern (ein­er mit
Wärme­bild­kam­era aus­ges­tat­tet) und einem Such­hund abzusuchen. Die Polizei
unter­stützte die Kol­le­gen u.a. mit einem zweit­en Such­hund und einem
Wasser­schutz­boot auf der nahen Spree.

Nach ersten Erken­nt­nis­sen hatetn sich die Per­so­n­en hin­ter Holzstapeln auf
der Lade­fläche des LKW ver­bor­gen. Bei dem Unfall wur­den ins­ge­samt fünf
Per­so­n­en ver­let­zt. Bis 10.30 Uhr kon­nten ins­ge­samt 23 Per­so­n­en (Män­ner und
Frauen aus der Ukraine) aufge­grif­f­en wer­den.

19 ille­gale Ein­wan­der­er in verunglück­tem Laster

(MOZ, 11.07.03) Fürsten­walde (MOZ) Auf der Auto­bahn 12 sind am Don­ner­stag Mor­gen durch
Zufall 19 eingeschleuste Ost€päer aufge­flo­gen. Ob weit­ere Ille­gale
entkom­men sind, blieb zunächst offen. 400 Meter vor der Abfahrt
Fürsten­walde-Ost kam gegen 6.40 Uhr ein pol­nis­ch­er Sat­telzug nach rechts von
der Fahrbahn ab und rutschte in die Böschung. Die eingeschleusten Ille­galen
flüchteten von dem umgekippten Auflieger in den angren­zen­den Wald, wur­den
aber schnell gefasst. Fünf waren leicht ver­let­zt. Der pol­nis­che Fahrer war
alko­holisiert — 0,8 Promille.

“Im Wald haben wir ukrainis­che Pässe gefun­den”, sagte Clau­dia Skowronek,
Sprecherin des Bun­des­gren­zschutzes (BGS) in Frank­furt (Oder) gegenüber der
Märkischen Oderzeitung. Später ste­ht fest: Alle 19 stam­men aus der Ukraine -
9 Män­ner und 10 Frauen. Sie saßen unter der Plane des umgekippten
Aufliegers. Der Laster hat­te schw­eres Eichen-Roh­par­kett geladen. Im hin­teren
Teil der Lade­fläche fehlten die oberen vier Palet­ten, wo stattdessen die
Men­schen saßen. Das deutetet laut Polizei auf pro­fes­sionellen
Men­schen­schmuggel hin. Die Fracht­pa­piere seien in Rus­sisch aus­gestellt,
sagte Clau­dia Skowronek.

Die Auto­bahn Rich­tung Berlin war von 11 bis 15.30 Uhr ges­per­rt; auf der
Umleitungsstrecke bilde­ten sich Riesen­staus.

Im ersten Hal­b­jahr hat der BGS Frank­furt (Oder) in 105 Fällen das
Ein­schleusen ille­galer Ein­wan­der­er aufgedeckt. “Dabei agierten 98 Schleuser;
mehr als 80 Prozent von ihnen waren Polen”, sagte Clau­dia Skowronek. Von den
422 Eingeschleusten seien 34 Prozent Russen und 16 Prozent Ukrain­er.

Lkw voller Flüchtlinge stürzt auf Auto­bahn um

25 Ille­gale aus der Ukraine hat­ten sich im Laster ver­steckt. Nach dem Unfall
flo­hen sie. Die Polizei nahm die Suche auf — und fand die meis­ten

(Tagesspiegel, 11.07.03) Fürsten­walde. Durch einen Verkehrsun­fall auf der Auto­bahn A 12 zwis­chen
Frank­furt (Oder) und Berlin ist am Don­ner­stag­mor­gen ein schw­er­er Fall von
Men­schen­schmuggel aufgedeckt wor­den. Gegen 6.40 Uhr war ein Sat­telschlep­per
aus Polen kurz hin­ter der Aus­fahrt Fürsten­walde von der Fahrbahn abgekom­men,
gegen die Leit­planke geprallt und umgestürzt. Auf der Lade­fläche hat­ten sich
zwis­chen Holz­palet­ten min­destens 25 ille­gale Ein­wan­der­er aus der Ukraine
ver­steckt — die nach dem Unfall sofort vom Lkw klet­terten und in den nahen
Wald flüchteten. Mehrere Aut­o­fahrer in Rich­tung Berlin stoppten und
ver­ständigten die Polizei. Die nahm 20 Per­so­n­en fest. Am Abend wurde die
Fah­n­dung nach möglichen weit­eren Flüchtlin­gen ergeb­nis­los eingestellt.

Der Fahrer des Last­wa­gens, der sich nach eige­nen Angaben auf dem Weg nach
Frankre­ich befand, stand unter Alko­hole­in­fluss. Eine Atem­probe ergab einen
Alko­hol­ge­halt von 0,8 Promille. Zur Abnahme ein­er Blut­probe wurde der
54-jährige Pole in ein Kranken­haus gebracht. Er soll außer­dem die Lenkzeit
über­schrit­ten haben.

Die vor­wiegend jun­gen “Pas­sagiere” des Lkw hiel­ten sich in einem max­i­mal
sieben Quadrat­meter großen Raum zwis­chen den Palet­ten ver­steckt. Unent­deckt
hat­ten sie die Gren­ze in Frank­furt (Oder) passiert. Die dor­ti­gen Kon­trollen
der Lade­flächen durch Bun­des­gren­zschutz und Zoll beschränken sich in der
Regel auf Stich­proben.

Nach dem Umstürzen des Wagens kon­nten sich die ille­galen Ein­wan­der­er
ver­gle­ich­sweise leicht befreien. Sie zer­ris­sen die über die Lade­fläche
ges­pan­nte Plane und flüchteten größ­ten­teils in Rich­tung Nor­den — zur Spree.
Polizei und Bun­des­gren­zschutz starteten eine groß angelegte Suchak­tion. 80
Beamte durchkämmten das Waldge­bi­et, unter­stützt von Hun­den. Auf dem Fluss
hielt die Wasser­schutzpolizei Auss­chau und von einem Hub­schrauber aus suchte
eine Wärme­bild­kam­era nach ver­steck­ten Per­so­n­en. Bei dem Unfall zogen sich
nach Polizeiangaben fünf Flüchtlinge leichte Schür­fwun­den zu. Für die
Bergung des Sat­telschlep­pers musste die Auto­bahn in Rich­tung Berlin für
mehrere Stun­den ges­per­rt wer­den. Auf der Umleitungsstrecke kam es zu lan­gen
Staus.

In jüng­ster Zeit stoßen sowohl deutsche Grenzbeamte als auch die pol­nis­che
Armee immer häu­figer auf ille­gale Ein­wan­der­er. Erst vor drei Wochen
ent­deck­ten pol­nis­che Beamten am Auto­bahn-Über­gang Swiecko-Frank­furt 33
Flüchtlinge aus Chi­na, Afghanistan und Tschetsche­nien auf einem Laster. Im
März war an gle­ich­er Stelle der bis­lang größte Ver­such des
Men­schen­schmuggels aufge­flo­gen: 76 Men­schen aus der Ukraine und Moldaw­ien
woll­ten eben­falls in einem Kühltrans­porter unent­deckt die Gren­ze über­winden.
Bei der Kon­trolle hörten die Beamten Geräusche aus dem Wagenin­neren. Als die
Türen geöffnet wur­den, lit­ten mehrere Per­so­n­en bere­its unter stark­er
Atem­not.

Wie das BGS-Amt Frank­furt (Oder) mit­teilte, sind im ersten Hal­b­jahr an der
Gren­ze zu Polen 105 ver­suchte Schleusun­gen aufgedeckt wor­den. Dabei wur­den
98 Schmug­gler festgenom­men, die ins­ge­samt 422 Per­so­n­en ille­gal über die
Gren­ze brin­gen woll­ten. Diese stammten über­wiegend aus der Ukraine und
Rus­s­land. Im ersten Hal­b­jahr des Vor­jahres waren nur 71 Schleusun­gen
aufge­flo­gen. Allerd­ings ist die Dunkelz­if­fer ger­ade in dieser Branche sehr
hoch. Derzeit wer­den die meis­ten Ver­suche eines ille­galen Gren­züber­tritts an
der nur wenig Wass­er führen­den Neiße unter­nom­men.

Men­schen­schmuggel durch Verkehrsun­fall aufge­flo­gen

23 Ukrain­er vorüberge­hend festgenom­men

(LR, 11.07.03) Durch einen Verkehrsun­fall auf der Auto­bahn 12 Berlin-Frank­furt (Oder) ist
gestern ein umfan­gre­ich­er Men­schen­schmuggel aufge­flo­gen.

Nach Polizeiangaben war gegen sieben Uhr zwis­chen den Anschlussstellen
Briesen und Fürsten­walde ein pol­nis­ch­er Sat­telschlep­per von der Fahrbahn
abgekom­men, mit der Leit­planke kol­li­diert und umgestürzt. Aus dem
Unfall­wa­gen flüchteten mehr als 20 ille­gale Ein­wan­der­er, die sich in dem
Auflieger ver­steckt hat­ten, in den Wald.

Polizei und Bun­des­gren­zschutz nah­men nach ein­er Suchak­tion 23 Män­ner und
Frauen aus der Ukraine vorüberge­hend fest. Bei dem Unfall wur­den fünf
Men­schen leicht ver­let­zt. Der Fahrer des Lkw, der sich auf dem Weg nach
Frankre­ich befand, war angetrunk­en. Zudem saß er zu lange am Steuer.

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