6. November 2002 · Quelle: TAG

Maßgeblich von vorbestraften Naziaktivisten organisiert


Der Nazi­auf­marsch am sog. Volk­strauertag (17. Novem­ber 2002) auf dem Fried­hof in
Halbe wird maßge­blich durch vorbe­strafte und gerichtlich verurteilte Naziaktivisten
getra­gen. Diese wollen unter dem Mot­to “Ruhm und Ehre dem deutschen Frontsoldaten !”
u.a. Ein­heit­en der Waf­fen-SS auf dem Fried­hof ehren.
Auf der antifaschis­tis­chen Gedenkkundge­bung unter dem Mot­to: “Nie wieder Faschismus!
Nie wieder Krieg!” vor dem Fried­hof wer­den der ehe­ma­lige Wehrma­chts­de­ser­teur Ludwig
Bau­mann (Bun­desvere­ini­gung der Opfer der NS-Miltär­jus­tiz e.V.) und Lothar Eberhardt
(Inter­essens­ge­mein­schaft ehe­ma­liger Zwangsar­beit­er unter dem NS-Regime) in ihren
Reden der ermorde­ten sow­jetis­chen Zwangsar­bei­t­erIn­nen und Wehrmachtsdeserteure
gedenken. Hin­sichtlich eines dro­hen­den Ver­botes oder ein­er Ver­legung der
Gedenkkundge­bung äußerte Sil­vio Kurz, Sprech­er des unab­hängi­gen Antifa-Bündnisses: ”
Es wäre mehr als ein poli­tis­ch­er Skan­dal, wenn die Über­leben­den des Naziter­rors vor
SS-ver­her­rlichen­den Neon­azis weichen müssen !”.
Infor­ma­tio­nen zu eini­gen Organ­isatoren des Nazi-Auf­marsches find­en Sie im Anhang.
Die genauen Dat­en der antifaschis­tis­chen Aktiv­itäten kön­nen Sie der Inter­net­seite www.halbe.da.ru entnehmen. 

Mit fre­undlichen Grüßen Sil­vio Kurz 

Anhang:

Ver­samm­lungsleit­er Chris­t­ian Worch:

Chris­t­ian Worch wurde 1977 zusam­men mit Michael Küh­nen wegen der Ehrung von
NS-Kriegsver­brech­ern verurteilt. 1980 erhält Worch mehrere Gefäng­nis­trafen, die zu
ein­er Gesamt­strafe von drei Jahren zusam­menge­zo­gen wer­den. 1994 wurde er wegen
Ver­stoß gegen das ANS/­NA-Ver­bot zu zwei Jahren Haft verurteilt. Chris­t­ian Worch war
Führungskad­er der ver­bote­nen Aktions­front Nationaler Sozial­is­ten / Nationale
Aktivis­ten (ANS/NA) und der ver­bote­nen Nationalen Liste (NL).

Red­ner Fried­helm Busse:

Fried­helm Busse meldete sich 1944 nach zwei Jahren Adolf-Hitler-Schule zum
Volkssturm. 1953 wird er wegen Bei­hil­fe zur Frei­heits­ber­aubung verurteilt. 1980 wird
er wegen Volksver­het­zung verurteilt. 1981 wird er wegen Sprengstoff­be­sitz und
Mitwisser­schaft an einem Banküber­fall festgenom­men und 1983 verurteilt. Er war
Vor­sitzen­der der ver­bote­nen Frei­heitlichen Deutschen Arbeit­er­partei (FAP) und der
ver­bote­nen Volkssozial­is­tis­chen Bewe­gung Deutsch­lands / Partei der Arbeit (VSB/PdA).

Anmelder Lars Jacobs:

Jacobs war Aktivist der ver­bote­nen FAP in Ros­tock und ist nun u.a. für das “Freie
Infotele­fon Nord­deutsch­land” zuständig. Lars Jacobs meldete bere­its für den 19.
August 2000 einen let­ztlich ver­bote­nen “Gedenkmarsch” für Hitlers Stellvertreter,
Rudolf Hess, unter dem Mot­to “13. Todestag von Rudolf Hess — Kein Vergeben und kein
Vergessen !” in Ros­tock an. Der Ober­bürg­er­meis­ter der Hans­es­tadt Rostock,
Dien­st­stelle Sen­a­torin für Umwelt und Ord­nung, wies in der Ver­botsver­fü­gung u.a.
auf Ermit­tlungsver­fahren wegen schw­eren Land­friedens­bruchs (1994) und wegen
Ver­stoßes gegen das Ver­samm­lungs­ge­setz (1995) hin. Diese begrün­de­ten erhebliche
Bedenken hin­sichtlich sein­er “Zuver­läs­sigkeit” als Ver­samm­lungsleit­er. Da er auf
ein­er recht­sex­tremen Inter­net­seite Polizis­ten als “Staatsknechte”, “Schnüf­fler” und
“Sys­tem­pacht” tit­ulierte, wurde auch eine sachgerechte Zusam­me­nar­beit mit der
Polizei angezweifelt. Nach Überzeu­gung der Behörde stand fest, dass er als
Ver­anstal­ter nicht in der Lage sei, einen friedlichen Ver­samm­lungsablauf zu
gewährleis­ten. Er würde eher zur Eskala­tion beitra­gen, als dass er wirk­lich bestrebt
wäre, einen fried­fer­ti­gen, gewalt­freien Ver­lauf der Ver­samm­lung zu gewährleisten.. 

Quellen:

Hand­buch Deutsch­er Recht­sex­trem­is­mus, Jens Meck­len­burg (Hg), Ele­fan­ten Press Berlin.

Antifaschis­tis­ches Info Blatt, Nr. 54, Win­ter 2001/2002

Ver­botsver­fü­gung der Ver­samm­lung und Aufzug am 19. August 2000 (32.13. Be, 32.20.01) vom 17.08.2000 des Ober­bürg­er­meis­ters der Hans­es­tadt Ros­tock, Dien­st­stelle Sen­a­torin für Umwelt und Ordnung.

Trep­tow­er Antifa Gruppe (T.A.G.)

c/o Info­laden Daneben

Liebigstr. 34

10247 Berlin

(tel) 0173.107.626

T.A.G.@firemail.de

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