30. Mai 2005 · Quelle: MOZ

Mehr Mädchen als Jungen machen Abi

Märkisch-Oder­land (ob/MOZ) Erst gut 100 Jahre ist es her, seit Mäd­chen in Deutsch­land zum Abitur zuge­lassen wur­den. Behar­rlich haben sie seit­dem bewiesen, dass sie genau­so gut in der Schule sind wie Jungs. Und jet­zt sind Mäd­chen unter den Abi­turi­en­ten sog­ar in der Mehrheit. Konkret heißt das: In Märkisch-Oder­land ver­ließen im Som­mer ver­gan­genen Jahres 777 Schüler die Schulen mit der Hochschul­reife, 471 davon waren Mäd­chen bzw. junge Frauen, das waren 60,6 Prozent.

Nach lan­gen Diskus­sio­nen und harten Auseinan­der­set­zun­gen wur­den erst­mals im Deutschen Kaiser­re­ich 1899 auch Mäd­chen zum Abitur zuge­lassen. An einem Gym­na­si­um in Karl­sruhe hat­ten sie eine mit den für Jungs ver­gle­ich­bare Schulzeit durch­laufen. Vier junge Frauen bestanden die Prü­fun­gen. Bere­its drei Jahre zuvor hat­ten in Berlin einige Mäd­chen das Abitur abgelegt. Sie aber mussten Gym­nasialkurse besuchen, durften nicht aufs Gym­na­si­um. Seit­dem hat sich viel getan. Die Mäd­chen holten langsam auf. Und seit Ende der 90er Jahre über­run­den Abi­turi­entin­nen bun­desweit die Jungs zahlen­mäßig Jahr für Jahr. Bran­den­burg macht da keine Aus­nahme.

Diese Entwick­lung set­zt sich auch an den Uni­ver­sitäten fort: 51,8 Prozent der Uni-Abgänger sind Frauen. In der freien Wirtschaft hinge­gen sieht es ganz anders aus: “Bei gle­ichen schulis­chen Voraus­set­zun­gen haben Mäd­chen gegenüber Jun­gen schlechtere Chan­cen auf einen Aus­bil­dungsplatz”, kon­sta­tiert die Bun­de­sagen­tur für Arbeit. Noch düster­er ste­hen die Kar­ri­erechan­cen der jun­gen Frauen. Trotz der großen Zahl von Stu­dentin­nen liegt ihr Anteil an den Dok­toran­den bei nur 37 Prozent. Eine Habil­i­ta­tion streben nur 21,6 Prozent an.

In Märkisch-Oder­land entsprachen die oben erwäh­n­ten 777 Abi­turi­en­ten einem Anteil an den Schu­la­bgängern ins­ge­samt von 26,6 Prozent. 2918 junge Men­schen ver­ließen im Kreis die Schulen. Einige von ihnen lei­der ohne jeden Abschluss. 246 erre­icht­en keinen Hauptschu­la­b­schluss, auch Berufs­bil­dungsreife genan­nt. Das waren 8,4 Prozent. Lan­desweit lag die Zahl bei 8,5 Prozent. Eine über die Jahre rel­a­tiv kon­stante Größe.

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