2. Juli 2003 · Quelle: LR

Mehr Straftaten aufgeklärt

Mehr Straftat­en aufgek­lärt

Im Schutzbere­ich OSL: pos­i­tive Bilanz ein Jahr nach der Polizeire­form
«Über­wiegend pos­i­tive Erfahrun­gen» haben OSL-Schutzbere­ich­sleit­er Jür­gen
Piesker und seine 440 Mitar­beit­er im ersten Jahr nach der Polizeire­form gemacht.
Die Aufk­lärungsquote hat sich erhöht. Sor­gen mache jedoch noch die
finanzielle und materielle Ausstat­tung.
Piesker legte den Gästen – darunter Land­tagsab­ge­ord­nete, der Vizepräsi­dent
des Land­tages Mar­tin Haber­mann und Bürg­er­meis­ter Klaus-Jür­gen Graßhoff – viele
Zahlen vor. Die wichtig­ste: Im Mai dieses Jahres kon­nte die Polizei im
Schutzbere­ich 61 Prozent der Straftat­en aufk­lären. Im Vor­jahres-Zeitraum, der vor
der Reform lag, waren es 53,9 Prozent. Eine Steigerung trotz schrumpfend­er
Anzahl von Straftat­en ins­ge­samt, näm­lich gut 4000. Jede zweite Straftat in
diesem Monat Mai war ein Dieb­stahl. Was der Schutzbere­ich­sleit­er aber auch auf
die vie­len Durchreisenden im OSL-Kreis zurück­führte. Konkret in Sen­ften­berg
seien am Markt und in der Bahn­hof­s­traße viele Räder gestohlen wor­den.

Ärg­er mit Graf­fi­ti-Sprayern

Bei den 589 Sachbeschädi­gun­gen stieß sich Piesker an den Graf­fi­tis. Vor
allem in Lauch­ham­mer und Calau würde viel geschmiert. «Wir ver­suchen die
Aufk­lärungsquote in Zusam­me­nar­beit mit den Ord­nungsämtern zu erhöhen.»
Laut Polizei-Sta­tis­tik gesunken ist die Zahl der Verkehrs-Delik­te. Gemessen
an den Unfall-Zahlen wür­den Beamte des OSL-Schutzbere­ichs
über­durch­schnit­tlich viele Ein­sätze auf den Straßen, vor allem auf der Auto­bahn,
fahren. Doch
ger­ade die Todes­opfer – auch im Mai gab es einen Toten im Straßen­verkehr –
wür­den zu immer neuen Anstren­gun­gen verpflicht­en.
Zwis­chen dem Polizeiprä­sid­i­um in Frankfurt/Oder und den Schutzbere­ichen gebe
es eine Zielvere­in­barung, so Piesker: Bis Jahre­sende soll die Zahl der
Verkehrsun­fälle gegenüber dem Vor­jahr um 15 Prozent gedrückt wer­den. «Die
prob­lema­tis­chen Som­mer­monate ste­hen uns aber noch bevor» , räumte Piesker ein. Stolz
ist er darauf, dass Staus bei Lausitzring-Ver­anstal­tun­gen Geschichte sein
dürften. 20 Minuten Wartezeit beim Champ-Car-Ren­nen, das 62 000 Gäste sahen, sei
das äußer­ste gewe­sen.

Mehr Per­son­al, mehr Auf­gaben

Im Monatsver­gle­ich eben­falls gesunken ist die Zahl der Kör­per­ver­let­zun­gen –
und der Dro­gen­de­lik­te: von 63 auf 57. Die meis­ten wur­den beim Cannabis-Kon­sum
ertappt. In Calau wurde ein Deal­er dingfest gemacht.
Im Schutzbere­ich OSL kon­nten dank der Polizeire­form 140 Beamte mehr Dienst
tun. Nur, so der Schutzbere­ich­sleit­er, sei heute auch das Spek­trum der
Auf­gaben ein viel größeres. Die Wasser­schutzpolizei wurde inte­gri­ert, eine
Auto­bahn-Polizei gebildet, die mit sieben Fahrzeu­gen 180 Auto­bahn-Kilo­me­ter zu
kon­trol­lieren hat.
Zehn Kom­mis­sari­ate gibt es heute im Schutzbere­ich. Neu hinzugekom­men sind
Ein­satzkräfte des Mobilen Teams Mega wie auch der Soko Tomeg (Täteror­i­en­tierte
Maß­nah­men gegen extrem­istis­che Gewalt). Bere­ichert haben den Schutzbere­ich
außer­dem Dien­sthunde der Rasse bel­gis­ch­er Schäfer­hund, die Fährten aufnehmen
und Rauschgift auf­spüren kön­nen.

Was es vor der Reform eben­falls nicht gab, waren ein Per­son­al­rat und ein
Gle­ich­stel­lungs­beauf­tragter, der unter anderem die Inter­essen home­sex­ueller
Kol­le­gen ver­tritt und solch­er, die sich gemobbt fühlen.
Für Mar­tin Haber­mann hat die Polizei-Reform funk­tion­iert. «Auch wenn wir
lange um den Erhalt des Polizeiprä­sid­i­ums Cot­tbus gekämpft haben.» Mit Piesker
war sich Haber­mann einig, dass mit besser­er per­son­eller, finanzieller und
materieller Ausstat­tung nicht zu rech­nen ist. «Weit­ere Einsparun­gen wer­den sich­er
auch das Innen­res­sort betr­e­f­fen» , sagte Haber­mann.
Trotz klam­mer Kassen ließ es sich Schutzbere­ich­sleit­er Piesker nicht nehmen,
zum Jahrestag der Polizeire­form Kol­le­gen kleine Anerken­nun­gen zu
über­re­ichen: Die Fah­n­dungstruppe bekam fünf Mobil­tele­fone, die Auto­bahn-Polizei eine
Dig­i­tal-Kam­era. Der Hun­de­führer darf sich über einen Beiß-Anzug freuen, die
Abteilung Präven­tion über PC-Zube­hör.

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