8. Januar 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Menschen unwürdige Behandlung

Asyl­be­wer­ber geht in Hunger­streik

Sozialamt soll Wertgutscheine nicht in voller Höhe aus­gegeben haben

POTSDAM James Tesse will heute (Dien­stag) im Flur des Pots­damer Sozialamts in den Hunger­streik treten. Das kündigte der Asyl­be­wer­ber aus Kamerun gestern gegenüber der MAZ an. Er werde nur eine Decke und Wass­er mit­nehmen.

Als Grund nan­nte er die “Men­schen unwürdi­ge Behand­lung” durch die Behörde und die Zustände im Heim an der Michen­dor­fer Chaussee.

Toi­lette und Küche seien 200 Meter vom Zim­mer ent­fer­nt. Er fordere für sich, seine Frau und den drei­jähri­gen, kranken Sohn eine Woh­nung in der Stadt.

Let­zter Aus­lös­er für seinen Protest: Am 27. Dezem­ber habe man ihm seine Gutscheine nicht in der vollen Höhe von 158,5 Euro, son­dern nur im Wert von 58,5 Euro zugeteilt, behauptet Tesse. Als er deshalb am 2. Jan­u­ar beim Amt vorstel­lig gewor­den sei, habe man ihm gesagt, er komme
zu spät und habe ihn hin­aus gewor­fen. Ohne die Gutscheine, für die er Waren des täglichen Bedarfs erhält, komme er nicht klar, sagte Tesse.

Im Sozialamt sprach man auf MAZ-Anfrage von “aggres­sivem Auftreten” des Schwarzafrikan­ers. Man habe ihm gesagt, dass er für Coupons in voller Höhe unter­schrieben habe. Den­noch werde man seinen Einzelfall prüfen und bei Bedarf nachzahlen, ver­sicherte Sozialdez­er­nent Jann Jakobs gestern.

Nach MAZ-Infor­ma­tio­nen wird die mit dem automa­tis­chen Ein­tüten der Gutscheine beauf­tragte Fir­ma bei der Revi­sion im März fest­stellen kön­nen, ob 100 Euro zweimal aus­gere­icht wur­den. In diesem Fall würde Tesse die Summe wieder abge­zo­gen. Bish­er sei bei der Couponzuteilung
nie ein Fehler passiert, sagte Rathaussprecherin Regi­na Thiele­mann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Bere­its seit Aus­bruch der Coro­na-Pan­demie fordern zahlre­iche Organ­i­sa­tio­nen die Entzer­rung der Wohn­si­t­u­a­tion in den Sam­melun­terkün­ften, da ein aus­re­ichen­der Schutz vor dem Coro­n­avirus dort nicht gewährleis­tet wer­den kann.
Jede Gesellschaft würde unter diesen Bedin­gun­gen lei­den, doch gibt es spez­i­fis­che Fol­gen, die nur in waren­pro­duzieren­den Gesellschaften oder, anders gesagt, im Kap­i­tal­is­mus auftreten.
Am Son­ntag, dem 21. Juni 2020, fand in Pots­dams Tel­tow­er Vorstadt ein spon­tanes Kiez – und Straßen­fest mit Balkon­musik statt! Rund 300 Gäste schlossen sich der Ver­anstal­tung an.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot