4. September 2003 · Quelle: BM

Menschenverachtend, grausam, sadistisch”

(4.9.) Frank­furt (O.) — Sie woll­ten eigentlich Frank T. eine “Rüge” erteilen. Doch
statt sein­er traf es am 28. März diesen Jahres in Frank­furt (O.) den völ­lig
arglosen Enri­co S., der bei seinem Kumpel Frank zur Unter­mi­ete wohnte. Sie
bracht­en ihn um, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war.

“Sie”, das sind die drei wegen Mordes angeklagten Stephan B. (19) und die
Brüder Mar­co S. (28) und Daniel S. (21). Vom kom­menden Dien­stag an müssen
sie sich vor dem Landgericht Frank­furt (O.) ver­ant­worten.

Die drei Män­ner wer­den beschuldigt, ihr Opfer “grausam und aus Mord­lust”
getötet zu haben. Sie sind teil­weise geständig. Selb­st die Ermit­tler sind
erschüt­tert über das Aus­maß der Gewalt bei dieser Tat aus nichtigem Anlass.
“Men­schen­ver­ach­t­end, grausam und sadis­tisch”, nen­nt Ulrich Scherd­ing,
Sprech­er der Staat­san­waltschaft das Ver­brechen.

Der Anklage zufolge saß Enri­co S. an besagtem Fre­itagabend arg­los auf der
Couch und spielte mit der Playsta­tion, als die drei gegen 23.30 an der
Woh­nungstür klin­gel­ten. Er öffnete, die Män­ner ver­langten, Frank T. zu
sprechen. Der soll die Fre­undin von Daniel S. belästigt haben. Doch T. war
nicht da. Die Angetrunk­e­nen stürzten sich ohne Vor­war­nung auf Enri­co S.,
trak­tierten ihn minuten­lang mit Faustschlä­gen und Fußtrit­ten.

Der jüng­ste der Schläger, Stephan B. (19) zeich­nete sich offen­bar durch
beson­dere Bru­tal­ität aus. Der bul­lige 110-Kilo-Mann tat ein paar Schritte
neben das Sofa, lief darauf zu, sprang mit den Füßen voran über die
Seit­en­lehne und rammte dem benomme­nen Opfer dreimal die Hack­en ins Gesicht.
Hätte Stephan B. wie Daniel S. stahlkap­penbe­set­zte Stiefel getra­gen, dann
wäre Enri­co S. wohl schon an diesen Ver­let­zun­gen gestor­ben.

Aber die Täter ließen nicht von ihrem Opfer ab: Jed­er nahm eine Bier­flasche
und ließ sie auf dem Kopf des Opfers zer­sprin­gen. Bei Mar­co S. wollte es
nicht so recht klap­pen. Wie von Sin­nen soll Stephan B. ihm die Flasche aus
der Hand geris­sen haben. “Jet­zt zeige ich dir mal, wie man das richtig
macht” soll er geschrieen und die Flasche auf dem Kopf von Enri­co S.
zertrüm­mert haben.

Dann pack­ten die Män­ner Playsta­tion, eine Sparkassenkarte und 170 Euro
Bargeld in einen Ruck­sack und ver­schwan­den aus der Woh­nung. Ein paar Minuten
später kehrten sie allerd­ings zurück, um ihrem Opfer den Rest zu geben.
Stephan B. nahm ein Met­all­rohr und ließ es dreimal auf den Kopf von Enri­co
S. krachen. B. nahm ein Wurfmess­er und warf es aus kurz­er Dis­tanz auf die
Unter­schenkel des Gemarterten. Den Ermit­tlern sagte er, er habe sich
vorgestellt, er ziele auf eine “men­schliche Dartscheibe”. Dann stach er noch
zweimal zu, um von S. die Geheim­num­mer der Bankkarte zu erfahren. Doch der
rührte sich schon seit Minuten nicht mehr. Die drei ver­schwan­den.

Zwei Stun­den später wurde Enri­co S. in ein­er riesi­gen Blut­lache gefun­den.
Die Ärzte kon­nten nichts mehr für ihn tun, er starb wenig später

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