9. Oktober 2006 · Quelle: Indymedia

MigrationsAktionsTag — Grenztheater

(von Indy­media) Am gestri­gen Sam­stag haben sich AktivistIn­nen zum gemein­samen Straßenthe­ater in Pots­dam einge­fun­den. The­ma waren die €päis­che und deutsche Migrationspolitik.
Kostümiert als Gren­z­posten, Per­son mit und ohne Pass spiel­ten die AktivistIn­nen ein Stück (Skript unten), das die alltäglich an Gren­zen stat­tfind­en­den Geschehen, in den Woch­enend­bum­mel der Pots­damer Pas­san­tInnen tra­gen sollte. In dem Stummthe­ater wurde die Ein­teilung in “Men­schen mit Pass” und “Men­schen ohne Pass” an den Gren­zen Europas dargestellt. Die Pas­san­tInnen reagierten inter­essiert, aber auch irri­tiert, oft­mals wur­den die Flug­blät­ter nicht ein­fach nur mitgenom­men, son­dern auch auf der Stelle durchge­le­sen. Es gab län­gere Unter­hal­tung, die über Lei(d)tkultur, Gren­zen und bis zum Migra­tions-Aktion­stag reicht­en, aber auch recht plat­te Reak­tio­nen, welche den AktivistIn­nen aber auch aufzeigten, wie die Erhal­tun­gen von Gren­zen funk­tion­iert. So äußerte sich eine ältere Dame mit dem Satz: “Die Gren­zen auf, finde ich schreck­lich, dann gibt?s ja noch mehr inter­na­tionalen Ter­ror­is­mus.” ?Will Bleiben?, einE der AktivistIn­nen der Gruppe hierzu: “An dieser Äußerung wird deut­lich, wie mit der durch Medi­endiskurse erzeugten Angst eine repres­sive, nation­al­staatliche Poli­tik legit­imiert wird.” 

Die The­at­er­ak­tivistIn­nen führten das Stück nicht nur in den Fußgänger­zo­nen Pots­dams auf — ihr Weg führte sie auch bis in die Hallen des Pots­damer Haupt­bahn­hofs. Die von den AktivistIn­nen erwarteten Kon­fronta­tio­nen mit Secu­ri­ty und der Staats­macht blieben jedoch aus. ?R. Eclaim? hierzu: “Manch­mal wird einem die Aneig­nung der öffentlichen Räume uner­wartet leicht gemacht, das macht Lust auf mehr.” Das dacht­en sich wohl auch andere AktivistIn­nen, denn an den Hal­testellen am Bahn­hof (aber nicht nur da) fan­den sich einige Plakate (siehe Fotos), welche die Auswirkun­gen des Passzwanges auf die Bewe­gungs­frei­heit eines Men­schen zeigen. So heißt es an ein­er Stelle im Text: “Die ´Bevölkerung ohne Pass´ wird hier in Lagern und Heimen unterge­bracht, dort dür­fen sie dann ewig warten, auf eine ´Genehmi­gung´ sich frei bewe­gen zu kön­nen oder sie wird von dort ein­fach zurück­geschickt, in das Land das ihr ger­ade Prob­leme macht.” Des Weit­eren wird im Text auch auf das Asyl­be­wer­ber­heim Bornim/am Lerchen­steig am Rand von Pots­dam hingewiesen, und “Bewe­gungs­frei­heit und freie Wohnort­wahl für die Heim­be­wohner­In­nen” und auch für alle anderen gefordert. Dieser Forderung schlossen sich die The­at­er­ak­tivistIn­nen auch an. 

mehr Infos unter:

<a href=“http://hier.geblieben.net

>http://hier.geblieben.net


http://papiere-fuer-alle.org/

Skript: The­ater­stück “Gren­zthe­ater”

Requisiten:
4 Maler­anzüge besprüht (2xTarnfarbe,1xweiß,1xschwarz)

4 Schul­terk­lap­pen für Armeekostüme

2 Gren­zpfeil­er (in Nationalfarben)

1 rot-weißes Flat­ter­band (für zwis­chen den Gren­zp­fos­ten, als Streifen auf dem Boden)

1 überdi­men­sion­iert­er Pass aus Pappe

1 Schild “Ausweiskon­trolle”

SchauspielerInnen:

2 Gren­z­posten (Anzüge mit Tarn­farbe, Schul­terk­lap­pen, 1x mit Trillerpfeife)

Per­son mit Pass (weißer Anzug)

Per­son mit Pass (schwarz­er Anzug)

Leute, die Flug­blät­ter verteilen und mit umste­hen­den Leuten diskutieren 

Das Stück: 

Gren­z­posten: ste­hen mit ver­schränk­ten Armen zwis­chen den Pfählen an der Grenze

Per­son mit Pass: geht auf die Gren­ze zu

Gren­z­posten 1: pfeift

Gren­z­posten: stop­pen Per­son mit Pass

Gren­z­posten 2: zeigt auf Schild “Ausweiskon­trolle”

Per­son mit Pass: holt (überdi­men­sion­alen) Pass raus, zeigt ihn den Grenzbeamtinnen;
spaziert über die Gren­ze, macht noch einen Rad­schlag drüber
Per­son ohne Pass: geht auf Gren­ze zu

Gren­z­posten 1: pfeift

Gren­z­posten: stop­pen Per­son mit Pass

Gren­z­posten 2: zeigt auf Schild “Ausweiskon­trolle”

Per­son ohne Pass: zuckt mit den Schul­tern, weiß nicht was damit gemeint ist, ver­sucht durchzugehen

Gren­z­posten: weisen Per­son ohne Pass zurück

Per­son ohne Pass: geht kurz zurück und schaut nochmal aus Dis­tanz auf die Grenzer,
geht wieder zur grenze

Gren­z­posten 1: pfeift

Gren­z­posten: stop­pen Per­son mit Pass erneut

Per­son ohne Pass: tastet sich an der Mauer aus Luft entlang
Per­son mit Pass: Per­son geht durch Gren­ze an Per­son ohne Pass vorüber

Per­son ohne Pass: ver­weist die Gren­z­er auf Per­son mit Pass; schaut fra­gend, ver­sucht an der Stelle, an der die weiß gek­lei­dete Per­son passierte durchzugehen

Gren­z­posten: greifen Per­son ohne Pass, schleud­ern diese zurück
Per­so­n­en mit und ohne Pass: fassen sich an den Hän­den und ver­suchen gemein­sam über die Gren­ze zu kommen,

Gren­z­posten: greifen sich die Per­son ohne Pass und tren­nen sie von der Per­son mit Pass

Per­son mit Pass: kommt über die Grenze

Gren­z­posten: schleud­ern Per­son ohne Pass zurück

kein HAPPY END! (noch nicht) 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Der Bun­desver­band der VVN-BdA hat die Entschei­dung des Bran­den­burg­er Lan­des­denkmalamts zur Ken­nt­nis genom­men, das nachge­baute Glock­en­spiel der ehe­ma­li­gen Pots­damer Gar­nisonkirche in die Denkmalliste aufzunehmen. Das Argu­ment, dieses Glock­en­spiel sei ein „eigen­ständi­ges Denkmal der jün­geren Zeit­geschichte“, kön­nen wir nur bed­ingt nachvollziehen.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot