9. Mai 2003 · Quelle: Opferperspektive

Mit Baseballkeule zusammengeschlagen


Vor dem Amts­gericht Rathenow, Bahn­hof­str. 19, Raum 2.18, find­et am Dien­stag, den 13.
Mai 2003, um 9:00 Uhr ein Prozess gegen vier Recht­sradikale wegen gefährlich­er
Kör­per­ver­let­zung statt.

Der 19-jährige Math­ias S. war in der Sylvester­nacht 2001/2002 mit seinem Fre­und Sven
P. in Prem­nitz unter­wegs. Bei­de woll­ten noch in den Jugend­club “Pre­ju” zu ein­er
Par­ty. Kurz vor dem Jugend­club stürmten vier Recht­sradikale auf Math­ias los, weil
sie ihn für einen Linken hiel­ten. Ohne ein Wort zu sagen, schlug ihn Thomas K. mit
einem Base­ballschläger nieder, die Keule zer­brach unter der Wucht des Schlags.
Math­ias sack­te sofort zusam­men. Dann trat­en ihm die vier ins Gesicht und in die
Rip­pen. Math­ias wurde kurzzeit­ig ohn­mächtig. Mit schw­eren Kopf- und
Kiefer­ver­let­zun­gen und ein­er Gehirn­er­schüt­terung wurde er im Kranken­haus behan­delt.

Die vier Angeklagten sind Mit­glieder des harten Kerns der recht­sradikalen Szene von
Prem­nitz. Thomas K. hat­te Math­ias S. schon ein­mal ange­grif­f­en. Im Feb­ru­ar 2000
schlug ihn Thomas K. mit einem Base­ballschläger nieder, doch die Staat­san­waltschaft
stellte das Ver­fahren ein. Den­nis S. trat am “Her­rentag” im Mai des Jahres 2002
einem nicht-recht­en Jugendlichen mit Stahlkap­pen­stiefeln ins Gesicht. Daniel N.
schlug wenige Tage später einen anderen nicht-recht­en Jugendlichen zusam­men, als
dessen Auto mit ein­er Panne liegen geblieben war. Alle Angeklagten befind­en sich
weit­er­hin auf freiem Fuß.

In Prem­nitz war es in den Jahren 2000 bis 2002 zu 26 Über­grif­f­en von Recht­sradikalen
auf nicht-rechte Jugendliche und Migranten gekom­men, bei denen 18 Per­so­n­en ver­let­zt
wur­den. Prem­nitz ist zu ein­er Angst­zone für nicht-rechte Jugendliche gewor­den, die
der per­ma­nen­ten Gewalt­dro­hung der Recht­sradikalen aus­ge­set­zt sind. Vier
Mitverur­sach­er dieser Angst­zone wer­den erst jet­zt, 17 Monate nach der Tat, zur
Rechen­schaft gezo­gen.

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