9. Mai 2003 · Quelle: Opferperspektive

Vierter Täter von Waßmannsdorf vor Gericht


Vor dem Amts­gericht Fürsten­walde, Eisen­bahn­str. 8, Saal 101, find­et am 13. Mai um
9:00 Uhr ein Prozess gegen einen 20-jähri­gen Recht­sradikalen statt. Jan B. wird
vorge­wor­fen, gemein­sam mit drei Kumpa­nen einen Palästi­nenser am 16.02.2002 in
Waß­manns­dorf schw­er zusam­mengeschla­gen zu haben.

Noch 15 Monate nach der Tat lei­det Ziad A. unter den psy­chis­chen Fol­gen, für deren
Behand­lung er regelmäßig eine Ther­a­peutin auf­sucht. Damals, am 16. Feb­ru­ar, war er
früh am Mor­gen beim Joggen in Waß­manns­dorf, als er vier jun­gen Män­nern begegnete.
Ein­er sprach ihn an, ob er Aus­län­der sei. Als er nicht­sah­nend bejahte, rief einer
der vier: “Lasst uns den Aus­län­der aufk­latschen”. Ein­er schlug Ziad A. mit einem
Stock ins Gesicht, und als er stürzte, schlu­gen und trat­en alle vier auf ihn ein.
Ein­er der vier Recht­sradikalen, der 1,90 m große Maik G., set­zte sich mit seinem
Kör­pergewicht auf Ziad A. und ver­suchte, einen Zim­mer­mannsham­mer aus dem Halfter zu
ziehen und Ziad A. damit den Kopf einzuschla­gen. Doch dem gelang es, das zu
ver­hin­dern, er stand auf, ran­nte weg, wurde jedoch ein zweites Mal einge­holt und
weit­er zusam­mengeschla­gen. Schließlich wurde er von einem Wach­mann des nahe
gele­ge­nen Asyl­be­wer­ber­heims gefun­den. Ziad A. erlitt schwere Ver­let­zun­gen an Kopf
und Nieren und musste zwei Wochen im Kranken­haus behan­delt werden. 

Die drei Mit­täter von Jan B., der heute 20-jährige Ron­ny B., der 19-jährige Marc H.
und der 22-jährige Maik G. wur­den im Juni 2002 vom Amts­gericht Königs Wusterhausen
wegen gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung zu Haft­strafen zwis­chen 1 Jahr und 10 Monaten
und 2 Jahren und 2 Monat­en verurteilt. Wegen des aus­län­der­feindlichen Motivs, der
Bru­tal­ität des Angriffs und der erhe­blichen Gesund­heits­fol­gen für das Opfer sprach
das Gericht von ein­er “Schwere der Schuld”.

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