21. April 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Mittendrinler freigesprochen

NEURUPPIN Weil sie eine Gruppe Rechter mit Steinen beschossen haben sollen, standen Jen­ny H. (20) und Timo G. (23) vom links gerichteten Neu­rup­pin­er Jugend­wohn­pro­jekt “Mit­ten­drin” gestern vor Gericht. Doch im Prozess vor dem Neu­rup­pin­er Amts­gericht ließ sich dieser Vor­wurf nicht beweisen. Jen­ny und Timo wur­den freige­sprochen.

Eigentlich wollte Jen­ny H. am 1. Dezem­ber 2000 zum Ska-Konz­ert ins JFZ. Doch als sie an der Ecke Schinkel-/ Karl-Marx-Straße Neu­rup­pin “eine Gruppe Rechter” sah, ging sie zurück in ihren Tre­ff, das Wohn­pro­jekt “Mit­ten­drin”. Kaum war sie im Haus, taucht­en zir­ka 50 Leute, unter ihnen der stel­lvertre­tende NPD-Kreisvor­sitzende Renald Christopeit (er ist nur stel­lv. Vor­sitzen­der und Schatzmeis­ter, Anm. d. Tip­pers), vor dem Haus auf. Von da ab gibt es zwei Ver­sio­nen der Geschichte.

Laut Jen­ny H. haben die Recht­en die Mit­ten­drin­ler beschimpft und bedro­ht und Steine und Flaschen gegen die Hauswand gewor­fen. Sie selb­st, so Jen­ny H., habe “zu kein­er Zeit etwas aus dem Fen­ster gewor­fen”.

Das aber behaupten die bei­den Haupt­be­las­tungszeu­gen. Er und seine Begleit­er seien als “Nazis­chweine” beschimpft und mit Flaschen bewor­fen wor­den, erk­lärte Mar­co B. Ein Geschoss aus ein­er Stein­schleud­er habe ihn am Hosen­bein getrof­fen.

Mar­co B. und seine Begleit­er waren nicht zufäl­lig in der Gegend — wie sie den Richter glauben machen woll­ten. Die zir­ka 50 Leute hat­ten vor ihrem Auf­tauchen im “Mit­ten­drin” verge­blich ver­sucht, ins JFZ zu kom­men.

Während Mar­co B, ange­blich auf Druck der her­beigerufe­nen Polizei, damals Anzeige gegen unbekan­nt erstat­tet hat­te, war er sich gestern völ­lig sich­er, Jen­ny als Stein­schleud­erin erkan­nt zu haben. Und die ver­mummte Per­son kon­nte sein­er Mei­n­ung nach nur Timo G. sein. Auch NPD-Mann Christopeit gab an, Jen­ny H. als Schützin erkan­nt zu haben. Diese Aus­sagen waren in den Augen des Richters völ­lig unglaub­haft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Heute ist Anne Frank Tag! Am 12. Juni 2019, dem Geburt­stag von Anne Frank, engagierten sich auch zahlre­iche Schulen gegen Ras­sis­mus — Schulen für Courage, für eine demokratis­che Gesellschaft ohne Anti­semitismus und Ras­sis­mus.
Vom 31.05.–09.06. befand sich die Rotzfreche Asphaltkul­tur auf „Antifrak­tour“ durch Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg. Das Ziel war es, soziale Missstände sicht­bar zu machen, und regionale Aktivist*Innen zu unter­stützen.
Im Land Bran­den­burg gibt es eine Vielzahl an Erin­nerungsstät­ten, Gedenkstät­ten und Frieden­höfen, die an die Befreiung von Ortschaften und Konzen­tra­tions- bzw. Außen­lager erin­nern. Mit dem 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung vom NS.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot