15. September 2005 · Quelle: MOZ / BM / Tagesspiegel

Nach Überfall lehnt Justiz Haftantrag ab

(MOZ) Nach dem Angriff auf einen pol­nis­chen Schüler in Eisen­hüt­ten­stadt (Oder-Spree) beliben die bei­den Beschuldigten auf freiem Fuß. Das Amt­gericht wies den Haf­tantrag der Staat­san­waltsc­ahft Frank­furt (Oder) gestern zurück. Aus Sicht des Gerichts liege keine Haft­grund vor, sagte ein Sprech­er der Staat­san­waltschaft. Den jugendlichen im Alter von 19 und 18 Jahren wird vorge­wor­fen, den Schüler am ver­gan­genen Mon­tag in einem Wohn­heim beschimpft, geschla­gen und getreten zu haben.

Ein Erzieher ging schließlich dazwis­chen. Kurze Zeit später belei­digten die betrunk­e­nen Täter den Aus­län­der erneut. Danach über­gossen sie ihn in einem Fahrstuhl mit Bier und schlu­gen mit ein­er Flasche auf ihn ein. Die Täter stam­men aus Schwedt (Uck­er­mark) bezie­ungsweise Gellmers­dorf (Märkisch-Oder­land.

Nach Über­fall auf Schüler aus Polen: Täter nicht in Haft

(BM) Eisen­hüt­ten­stadt — Nach dem Angriff auf einen pol­nis­chen Schüler in
Eisen­hüt­ten­stadt (Oder-Spree) bleiben die bei­den Beschuldigten auf freiem
Fuß. Das Amts­gericht wies den Haf­tantrag der Staat­san­waltschaft Frank­furt
(Oder) gestern zurück. Aus Sicht des Gerichts liegt kein Haft­grund vor,
sagte der ermit­tel­nde Staat­san­walt. Den Jugendlichen im Alter von 19 und 18
Jahren waren vorüberge­hend festgenom­men wor­den. Ihnen wird vorge­wor­fen, den
Schüler am ver­gan­genen Mon­tag in einem Wohn­heim beschimpft, geschla­gen und
getreten zu haben. Ein Erzieher ging schließlich dazwis­chen.

Kurze Zeit später belei­digten die betrunk­e­nen Täter den Aus­län­der erneut. In
einem Fahrstuhl über­gossen sie ihn mit Bier und schlu­gen mit ein­er
Bier­flasche auf ihn ein. Die Täter stam­men aus Schwedt (Uck­er­mark) und
Gellmers­dorf (Märkisch-Oder­land). Gegen bei­de wird wegen des Ver­dachts der
gefährlichen Kör­per­ver­let­zung und der Volksver­het­zung ermit­telt.

Haft­be­fehle gegen Schläger abgelehnt

(Tagesspiegel) Eisen­hüt­ten­stadt — Nach dem bru­tal­en Angriff auf einen pol­nis­chen Schüler
bleiben die mut­maßlichen Täter vor­erst auf freiem Fuß. Das Gericht lehnte
gestern ab, die von der Staat­san­waltschaft beantragten Haft­be­fehle zu
erlassen. Zwar sah auch der zuständi­ge Richter den drin­gen­den Tatver­dacht
der gefährlichen Kör­per­ver­let­zung und Belei­di­gung, aber keine
Wieder­hol­ungs­ge­fahr wie die Staat­san­waltschaft.

Die bei­den 18- und 19-jähri­gen Auszu­bilden­den wer­den beschuldigt, in der
Nacht zu Mon­tag in einem Wohn­heim der Arbeit­er­wohlfahrt in Eisen­hüt­ten­stadt
Stre­it mit dem pol­nis­chen Mit­be­wohn­er begonnen, ihn belei­digt und bru­tal
geschla­gen zu haben. Der 19-jährige Pole, der das Gym­na­si­um in Fürsten­berg
besucht, musste im Kranken­haus behan­delt wer­den. Die Beschuldigten sollen
ihm unter anderem eine Bier­flasche ins Gesicht geschla­gen haben. Zuvor
hat­ten sie — so die Aus­sagen von Zeu­gen — ihr Opfer auf den Boden gestoßen
und es mit Fäusten und Fußtrit­ten trak­tiert.

“Es sind ein­deutig und mehrfach aus­län­der­feindliche Äußerun­gen gefall­en”,
sagte Kai Münch von der Staat­san­waltschaft Frank­furt (Oder): “Und die sind
auch nicht durch den Alko­hole­in­fluss, unter dem die Beschuldigten standen,
zu entschuldigen.” Die bei­den Azu­bis, die zuvor der Polizei nicht bekan­nt
waren, waren zwis­chen­zeitlich in Polizeige­wahrsam genom­men wor­den.

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