5. Januar 2005 · Quelle: TAZ

Nazi-Logo ohne Haken

Klei­dungsstücke mit Thor-Steinar-Abdruck dür­fen wieder getra­gen wer­den. Der
Her­steller hat die Rune verändert

Dezent gehal­ten, aber den­noch all­seits bekan­nt: das Thor-Steinar-Logo der
bran­den­bur­gis­chen Fir­ma Medi­a­tex. Die Marke avancierte in der Neonazi-Szene
schnell zur Lieblingsklam­otte, weil die zwei miteinan­der verschränkten
alt­ger­man­is­chen Runen sich bere­its im Abze­ichen der Reichs­führerschulen des
Drit­ten Reichs fan­den. Deswe­gen beschloss im Novem­ber die Neuruppiner
Staat­san­waltschaft, das Logo zu ver­bi­eten. Kurze Zeit später beschlagnahmten
auch Berlin­er Polizeibeamte kon­se­quent die Marke, sobald ein Rechter es
wagte, die nach einem nordis­chen Kriegs­gott benan­nte Tyr-Rune öffentlich zur
Schau zu stellen. 

Nun hat Medi­a­tex auf das Ver­bot reagiert und das “Thor-Steinar”-Logo
geän­dert. Das alte Logo werde übernäht und dabei zer­stört, erklärte
Medi­a­tex-Anwalt Markus Rosch­er in der Berlin­er Zeitung. Medi­a­tex habe das
neue Logo zur Ken­nt­nis­nahme der Staat­san­waltschaft über­sandt. Auch die hat
bestätigt, dass gegen das neue Sym­bol keine Bedenken bestün­den. Und
tat­säch­lich: Das Zack­ige an der Runen­schrift ist weg. Die Berlin­er Zeitung
find­et das neue Logo optisch sog­ar so harm­los, dass sie es bere­its mit dem
Andreaskreuz ver­gle­icht — jen­em Verkehrsze­ichen, das bei Bahn­schranken vor
her­an­fahren­den Zügen warnt. 

Es sei son­st nicht Sache der Staat­san­waltschaft, der­ar­tige Sym­bole vor ihrer
Ver­wen­dung zu begutacht­en, sagte der Lei­t­ende Ober­staat­san­walt Gerd
Schnittch­er. Die Fir­ma habe sich erkennbar bemüht, neue Prob­leme zu
ver­mei­den. Darum habe die Behörde erk­lärt, dass sie das Sym­bol für
unbe­den­klich halte. 

Neon­azis, die sich nun mit neuen Klam­ot­ten der Marke Thor Steinar eindecken,
kön­nen also aufat­men. Sie müssen nicht mehr befürcht­en, von der Polizei
ange­hal­ten und aufge­fordert zu wer­den, sich auf offen­er Straße zu
entk­lei­den. Denn auch dazu war es näm­lich wegen des Ver­bots immer wieder
gekommen.

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