22. März 2003 · Quelle: Inforiot

Nazis bei Friedenskundgebung in Eberswalde

EBERSWALDE Nazis des “Märkischen Heimatschutzes” haben sich am Mon­tag in Eber­swalde an ein­er Mah­nwache “gegen den dro­hen­den Irak-Krieg” beteiligt. Wie auf der Web­seite des “Nationalen Wider­stands Berlin-Bran­den­burg” ver­meldet wird, verteil­ten die Kam­er­ad­schaftler Flug­blät­ter an Pas­san­tInnen und unter den restlichen der ins­ge­samt rund 30 Teil­nehmerIn­nen der von PDS und Kirche getra­ge­nen Kundge­bung des “Bünd­nis für den Frieden Eber­swalde”.

Nach eige­nen Angaben stieß die Teil­nahme der Nazis auf keinen Wider­stand. Der Märkische Heimatschutz kündigte an, weit­er­hin an Frieden­sprotesten teil­nehmen zu wollen und eventuell auch eigene Aktio­nen zu gestal­ten. Die Nazis kri­tisierten die Bun­desregierung, “die anders als Bel­gien und Öster­re­ich nicht den Tran­sit für amerikanis­ches Kriegs­ma­te­r­i­al ges­per­rt hat.”

Erst kür­zlich hat­ten Eber­swalder AntifaschistIn­nen auf ein­er vor­ange­gan­gen Antikriegskundge­bung des­sel­ben Bünd­niss­es kri­tisiert, dass Posi­tio­nen der Friedens­be­we­gung in Deutsch­land Schnittstellen zu reak­tionären Ideen bergen. “Mit einem hal­luzinierten Opfer­da­sein, ent­standen in den Nächt­en in den Bombenkellern von Han­nover, Dres­den und anderen deutschen Großstädten Anfang 1945, geht es wieder gegen den Feind ver­gan­gener Tage – gegen die USA und ihre Bünd­nis­part­ner”, argu­men­tierten die anti­deutsch ori­en­tierten Antifas, die den Angriff auf den Irak befür­worten. Siehe auch: “Frieden­skundge­bung in Eber­swalde aufgek­lärt”.

Auch in anderen Bran­den­burg­er Städten wie Neu­rup­pin und Cot­tbus beteiligten sich Nazis offen an Antikriegs-Aktio­nen. Zumeist wurde dies von Seit­en der bürg­er­lichen Friedens­demon­stran­tInnen ver­sucht zu ignori­eren, kon­se­quente Abgren­zun­gen oder Ver­suche, die Nazis auszu­gren­zen oder zu vertreiben sind — mit Aus­nahme der Demo in Bernau am 15. Feb­ru­ar — bis dato nicht bekan­nt.

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