24. März 2012 · Quelle: iNFORiOT

Nazis in die Knie gezwungen

Frankfurt (Oder) - 600 Antifaschist_innen verhindern Naziaufmarsch in Frankfurt (Oder)

Am Sam­stag, den 24. März, demon­stri­erten 600 Men­schen gegen einen Nazi­auf­marsch von Freien Kräften und NPD in Frank­furt (Oder). Die Nazis stell­ten die Demon­stra­tion unter das Mot­to „Gren­zen dicht! Raus aus dem Euro!“.

Aufgerufen hat­ten die NPD Bran­den­burg und der Fre­un­deskreis Nord­bran­den­burg, um die ehe­ma­lige Kam­er­ad­schaft Märkisch Oder Barn­im. Dem Aufruf fol­gten Neon­azis aus Berlin, Ost- und West­bran­den­burg sowie Sach­sen-Anhalt.

Bere­its am Vor­mit­tag hat­ten mehrere hun­dert Men­schen den Haupt­bahn­hof block­iert und fol­gten damit dem Aufruf des Bünd­niss­es „Kein Ort für Nazis in Frank­furt (Oder)“. Trotz der gut aufgestell­ten Block­aden, kon­nte die Polizei die rund 120 Nazis über einen Schle­ich­weg zu ihrem Start­punkt am Sta­dion der Fre­und­schaft leit­en.

…wir wer­den block­iert.“

Weit sind die Nazis allerd­ings nicht gekom­men: 600 Meter hin und wieder zurück. Über zwei Stun­den standen sich die Kam­er­aden die Beine in den Bauch, bis sie loslaufen kon­nten. Über die Laut­sprech­er teil­ten die Organ­isatoren frus­tri­ert mit: „Es wird noch zehn bis 15 Minuten dauern… Wir wer­den block­iert“. Mehrere Sitzblock­aden versper­rten die Route des Auf­marsches. Die Block­aden, die zeitweilig geräumt wur­den, kon­nten immer wieder neu aufgestellt wer­den.

Um den Nazis den Weg für ihre Demon­stra­tion frei zu machen, sollte eine erste Block­ade von etwa 60 Gegendemonstant_innen direkt vor der Route der Nazis aufgelöst wer­den. Dies miss­lang, da sich die Aktivist_innen wieder hin­set­zten. Eine weit­ere Block­ade mit 200 Aktivist_innen nur wenige Meter ent­fer­nt und weit­ere Hun­derte Gegendemonstrant_innen beset­zen die Route.

Kein Glück mit „Aktion Klee­blatt“

Die Route war auf Grund der entschlosse­nen Gegen­proteste nun­mehr nicht umzuset­zen und zwang die Nazis let­ztlich dazu, den Rück­weg anzutreten. Klaus Beier, Lan­deschef der NPD Bran­den­burg und Udo Voigt, ehe­ma­liger NPD-Bun­desvor­sitzen­der, forderten den eige­nen Demon­stra­tionszug auf, ihrer­seits Platz zu nehmen um ihre Inter­essen – Zitat Klaus Beier – „durchzuset­zen“.

Beier kündigte als Reak­tio­nen auf die Block­aden weit­ere Aktio­nen in Frank­furt (Oder) an: Eine Demon­stra­tion, eine Mah­nwache und ein Info­s­tand wären geplant. Mit der „Aktion Klee­blatt“, wie Beier den recht­en Demon­stra­tions­marathon 2012 betitelt, wollen die Nazis neben Frank­furt auch in Brandenburg/Havel, Cot­tbus und Pots­dam auf­marschieren. Eine Demon­stra­tions­pla­nung für Pots­dam ist bish­er unbekan­nt.

Was genau hin­ter den Aktio­nen steckt, lies Klaus Beier nicht ver­laut­en – man kann nur erah­nen, dass das Klee­blatt am heuti­gen Tag kein Sym­bol des Glück­es für die Nazis zu sein schien. Eben­so kon­fus scheint der Ver­such, die Sitzblock­aden der Gegendemonstrant_innen mit ein­er eige­nen Block­ade zu beant­worten. Es war ein Erfolg für die hun­derten Antifaschist_innen, die die Nazis in die Knie zwan­gen.

Bemerkenswert ist offen­bar auch das Geschehen rund um eine Gruppe um Manuela Kokott, Kreisvor­sitzende des NPD-Ver­ban­des Oder­land. Die etwa zehn Per­so­n­en waren laut Polizeiangaben in Fürsten­walde mit linken Demonstrant_innen aneinan­der ger­at­en. Mehrere Per­so­n­en wur­den ver­let­zt.

Weit­er, immer weit­er…

Zwei Jahre nach den Erfol­gen des Aktions­bünd­niss­es „Bran­den­burg Naz­ifrei“, gelingt es der Naziszene weit­er­hin nicht, in Bran­den­burg zu punk­ten. Die starke Unter­stützung von Antifaschist_innen aus Berlin und anderen Bran­den­burg­er Städten, machte den heuti­gen Tag für den Fre­un­deskreis Nord­bran­den­burg, NPD und Co. erneut zum Desaster.

In den kom­menden Wochen wollen sowohl NPD als auch Kam­er­ad­schaften in weit­eren Bran­den­burg­er Städten demon­stri­eren. Neben den Demon­stra­tio­nen der „Aktion Klee­blatt“ der NPD am kom­menden Woch­enende in Brandenburg/Havel, am 12. Mai in Cot­tbus, wollen „Nationale Lauben­pieper“ um die Freien Kräfte Osthavelland/Neuruppin am 14. April in Neu­rup­pin und am 1. Mai in Witt­stock demon­stri­eren. Der Ter­min für die in Frank­furt angekündigte NPD-Demon­stra­tion in Pots­dam ist bish­er nicht bekan­nt.

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