16. Januar 2012 · Quelle: iNFORiOT

Nazis wollen marschieren

In den nächsten Monaten wollen Rechte in Cottbus, Frankfurt/Oder und Wittstock demonstrieren

INFORIOT Die Neon­aziszene Bran­den­burgs plant derzeit offen­bar eine Demon­stra­tionsof­fen­sive. Min­destens drei Aufmärsche in der ersten Jahreshälfte sind in Vorbereitung.

15. Feb­ru­ar: Cottbus

Am 15. Feb­ru­ar wollen der Lausitzer Kreisver­band der NPD sowie „regionale freie Kräfte“ einen „Gedenkmarsch“ durch Cot­tbus abhal­ten. Ab 18 Uhr soll vom Bahn­hof aus demon­stri­ert wer­den unter dem Mot­to „Gegen US-Bomben­ter­ror und Kriegsaben­teuer! Für die Frei­heit der Völker!“.

Das Bünd­nis Cot­tbus Naz­ifrei mobil­isiert schon jet­zt zu Protes­tak­tio­nen. Der rechte Auf­marsch zum Jahrestag der Bom­bardierung der Stadt Cot­tbus 1945 find­et bere­its seit mehreren Jahren statt, immer in zeitlich­er Nähe zur recht­en Großde­mo in Dres­den. Das Ziel bei diesen „Gedenkmärschen“ sei, so Cot­tbus Naz­ifrei, „die Aus­blendung der deutschen Urhe­ber­schaft am bish­er ver­heerend­sten Krieg und damit die Leug­nung der Schuld Nazideutschlands.“

Auf Face­book mobil­isiert die rechte Szene erstaunlich offen zur Teil­nahme an der Cot­tbusser Demo. Auf ein­er Ein­ladungs­seite kündi­gen schon jet­zt dutzende Neon­azis ihr Erscheinen an, teil­weise unter Nen­nung ihrer voll­ständi­gen Namen.

24. März: Frankfurt/Oder

Der neon­azis­tis­che „Fre­un­deskreis Nord­bran­den­burg“ ruft der­weil für den 24. März zu ein­er Demon­stra­tion in Frankfurt/Oder auf. Auf einem auch im Inter­net veröf­fentlicht­en Flug­blatt wird angekündigt, dass der Auf­marsch unter dem Mot­to „Raus aus der EU und Gren­zen dicht“ ste­hen soll. Als Red­ner soll unter anderem Udo Pastörs, NPD-Frak­tion­schef im Land­tag Meck­len­burg-Vor­pom­mern, auftreten. Die NPD betreibt seit eini­gen Monat­en eine Anti-EU-Kampagne.

Beim bish­er kaum in Erschei­n­ung getrete­nen „Fre­un­deskreis Nord­bran­den­burg“ han­delt es sich wom­öglich um eine Nach­folgestruk­tur der „Kam­er­ad­schaft Märkisch Oder Barn­im“ (KMOB), die sich im Juli 2010 selb­st aufgelöst hat­te. Zuvor war eine KMOB-Demon­stra­tionsserie durch das Bünd­nis Bran­den­burg Naz­ifrei zu einem Destaster gemacht wor­den und es hat­te Razz­ien bei den Neon­azis gegeben. Domain­in­hab­er der „Fre­un­deskreis Nordbrandenburg“-Homepage ist jeden­falls der Bad Freien­walder Neon­azi Robert Geb­hardt, der die KMOB bis zu ihrem Ende anführte.

Zulet­zt woll­ten Neon­azis in Frankfurt/Oder am 24. Sep­tem­ber ver­gan­genen Jahres demon­stri­eren. Der Auf­marsch wurde jedoch von der Polizei ver­boten.

1. Mai: Wittstock (?)

Die „Freien Kräfte Neu­rup­pin / Osthavel­land“ rufen für den 1. Mai zu ein­er Demon­stra­tion unter dem Mot­to „Gegen Aus­beu­tung und Abwan­derung – für eine fam­i­lienori­en­tierte Zukun­ft“ auf. Ein Ver­anstal­tung­sort wird nicht genan­nt. (Update 17. Jan­u­ar: Auf der Home­page der „Freien Kräfte Neu­rup­pin / Osthavel­land“ wird Witt­stock nun­mehr als Ver­anstal­tung­sort angegeben.)

Seit eini­gen Tagen kur­siert das Gerücht, eine rechte Demon­stra­tion für den 1. Mai sei in Witt­stock in Vor­bere­itung. Es kann darum ver­mutet wer­den, dass der Inter­nethin­weis der Neu­rup­pin­er Neon­azis Wer­bung für einen solchen Auf­marsch im nahe gele­ge­nen Witt­stock ein­leit­en soll. Nicht völ­lig aus­geschlossen wer­den kann jedoch zum Beispiel, dass der geplante Auf­marsch am 1. Mai in einem anderen Ort der Region stat­tfind­en soll und die Witt­stock-Pla­nung nur eine Auswe­ich­möglichkeit bei Prob­le­men bieten soll.

In Witt­stock treten seit eini­gen Monat­en ver­stärkt die „Freien Kräfte Ost“ und die „Freie Jugend Witt­stock“ auf – das sind Zusam­men­schlüsse von vor allem jugendlichen, aktion­sori­en­tierten Neonazis.

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