10. November 2003 · Quelle: Antirepressionsgruppe Premnitz

Naziteams bei Fußballturnier “für Toleranz” in Premnitz

Im Rah­men des vom Land geförderten Pre­Ju e.V. – Pro­jek­tes „Tol­er­antes Bran­den­burg“ fand am ver­gan­genen Fre­itag das zweite (Fußball) Mit­ter­nacht­sturnier des örtlichen Jugend­club­vere­ins, unter dem Mot­to: „Sport statt Gewalt“ in ein­er Sporthalle in Prem­nitz statt. 16
Mannschaften aus dem gesamten west­lichen Havel­land hat­ten sich dazu angemeldet.

Eine Mannschaft des über­wiegend linksori­en­tierten
Jugend­clubs Prem­nitz gab es jedoch nicht. Stattdessen gab es übler Weise zwei Mannschaften mit fast auss­chließlich recht­sex­tremen Klien­tel, die vom Co-Ver­anstal­ter „Kick–Projekt“(Rathenow) ver­mit­telt wor­den waren.

Diese Mannschaften zogen natür­lich ein­schlägiges Begleit­per­son­al aus Rathenow und Prem­nitz mit sich, die ein­er­seits die Mannschaften mit Parolen aus dem (recht­sori­en­tierten) Hooli­ganum­feld des BFC Dynamo
anfeuerten und ander­er­seits die sich dort in Min­derzahl aufhal­tenden linksori­en­tierten Jugendlichen ver­sucht­en ver­bal zu attack­ierten.

Empörend war in dieser Hin­sicht wieder ein­mal das Ver­hal­ten der dort abgestell­ten Polizeibeamten der SoKo TOMEG. So ver­wies u.A. ein Beamter einen 17-jähri­gen Punker und PreJu–Mitglied des Platzes, weil er mit seinen roten Haaren und seinem „Gegen Nazis“ T–Shirt provoziere – Tol­er­anz pur.

Nun ja, aber das ken­nt man ja im tol­er­an­ten Bran­den­burg unter Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm: Tol­er­anz heißt Fußball für Nazis und Maulkörbe für Linke.

Und auch über die Vorge­hensweise der Polizei vor Ort braucht men­sch sich eigentlich auch nicht mehr zu wun­dern, wenn dort Beamte abgestellt wer­den, die erst vor kurzem, während des Stadt­festes 2003 im benach­barten Rathenow, neg­a­tiv von sich Reden macht­en. So fiel in Prem­nitz z.B. der­selbe Polizeibeamte auf, der infolge des Polizeiein­satzes am Rande des Stadt­festes eine Anzeige wegen
Strafvere­it­elung bekam. Er hat­te es damals nicht für nötig gehal­ten, eine Gruppe Recht­sex­trem­is­ten zu ver­fol­gen, die lau­thals „Sieg Heil“ und „Aus­län­der raus“ skandierten.

Ach ja, gewon­nen hat das Turnier übri­gens der Jugend­club Stölln.

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