29. Mai 2002 · Quelle: Antifa Westhavelland

Naziübergriffe in Premnitz


Nach ein­er rel­a­tiv­en Ruhep­hase kam es in der west­hav­el- ländis­chen Kle­in­stadt Prem­nitz erneut zu Über­griffe durch ein­schlägig wegen Gewalt­de­lik­te bekan­nte Rechtsextremisten. 

Der erste Über­griff ereignete sich bere­its am Him­melfahrt­stag, dem soge­nan­nten ?Her­rentag?. Gegen 11.50 Uhr wurde ein 20 Jähriger vor sein­er elter­lichen Woh­nung von unge­fähr 15 bekan­nten Recht­sex­trem­is­ten ange­grif­f­en. Dabei trat der Tat­beteiligte Den­nis S. sein Opfer u.a. mit Stahlkap­pen­schuhen ins Gesicht. Eine 16 Jährige Zeu­g­in, die das Geschehen von der Woh­nung aus beobachtete, ver­suchte sofort die Polizei ver­ständi­gen, scheit­erte aber, weil dort nie­mand den Hör­er abnahm, andere Bürg­er, die sich in der Nähe des Opfers befan­den und das Geschehen eben­falls sahen, grif­f­en nicht ein. 

Als das Opfer schließlich nach der Tat die Polizei rief, war diese nicht bere­it am Tatort zu erscheinen. Das Opfer musste sich sel­ber auf den Weg zur Polizei­wache in die Nach­barstadt Rathenow machen um dort eine Anzeige aufnehmen zu lassen. Eben­so unwillig wie die Polizei zeigte sich auch die Ret­tungsstelle in Rathenow. Das Opfer sollte, trotz vorhan­den­er Krankenkassekarte, zunächst einen gewis­sen Geld­be­trag zahlen ehe es behan­delt wer­den sollte. Da das Opfer aber kein Geld dabei hat­te, musste es wieder gehen und kon­nte sich erst einen Tag später bei seinem Hausarzt behan­deln lassen. Eine Anzeige wegen unter­lassender Hil­feleis­tung wurde gegen das Kranken­haus gestellt. 

Der zweite Über­griff ereignete sich nur 36 Stun­den später. Am Sam­stag, dem 11.05.2002, musste ein 22 Jähriger gegen 2.30 Uhr mor­gens auf­grund eines tech­nis­chen Defek­tes an seinem PKW Ford Escort in der unmit­tel­baren Nähe des Prem­nitzer Süd­bahn­hofes anhal­ten. Dies beobachte der bekan­nte Recht­sex­trem­ist Mar­cel B., der dort ger­ade zufäl­lig vor­bei lief, und funk­te dies per Tele­fon zu seinen ?Kam­er­aden?. Wenige Minuten später brauste dann ein mit fünf Recht­sex­trem­is­ten vollbe­set­zter PKW VW Ven­to her­an. Die Insassen stiegen aus und bewar­fen den PKW Ford Escort mit Flaschen und trat­en auf ihn, wobei sie die Scheibe zer­störten, den Kot­flügel beschädigten und Teile der Karosserie ver­beul­ten. Der 22 Jähriger Fahrer wurde schließlich von dem Tat­beteiligten Daniel N. zusam­mengeschla­gen. Zu dem wur­den zwei weib­liche Mit­fahrerin­nen des 22 Jähri­gen eben­falls bedro­ht. Ein Tax­i­fahrer der dem 22 Jähri­gen abschlep­pen wollte, kon­nte ger­ade noch mit ein­er der Mit­fahrerin­nen entkom­men. Die andere Mit­fahrerin kon­nte zu Fuß fliehen. 

Für den 22 Jähri­gen war dies nicht die erste schlechte Erfahrung mit Recht­sex­trem­is­ten. Das dritte mal musste er im Zeitraum von einem Jahr wegen Attack­en durch Recht­sex­trem­is­ten gegen ihn und seinen PKW Anzeigen bei der Polizei erstat­ten. Und auch das 20 Jährige Opfer von Him­melfahrt wurde bere­its im Vor­feld von Recht­sex­trem­is­ten angepöbelt. 

Über die Täter S. und N. bleibt zu sagen das es nicht das erste mal ist, das sie durch Gewalt­de­lik­te auffie­len. Erst in der Sil­vester­nacht schlu­gen und trat­en die bei­den Täter gemein­sam mit zwei weit­eren Recht­sex­trem­is­ten einen 19 Jähri­gen in der Prem­nitzer Karl Marx Straße zusammen. 

Krieg dem Faschismus !!!

Pressemit­teilung der opfer­per­spek­tive zum Thema

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