13. November 2004 · Quelle: Netzeitung

Neonazi-Aufmarsch in Halbe bleibt friedlich

(INFORIOT) Erste Bilder von der Gegen-Kundge­bung gibt es hier.

Rund 900 Recht­sex­teme und 1000 Gegen­demon­stran­ten haben sich im bran­den­bur­gis­chen Halbe ver­sam­melt. Bis zum Nach­mit­tag blieb die Lage friedlich.

(Net­zeitung) Begleit­et von einem starken Polizeiaufge­bot haben sich rund 900 Recht­sex­trem­is­ten in Halbe südlich von Berlin zu ein­er Kundge­bung ver­sam­melt. Die Neon­azis woll­ten in der Nähe des größten Sol­daten­fried­hofs Deutsch­lands ein so genan­ntes «Heldenge­denken» abhal­ten.

Zugle­ich protestierten rund 1000 Men­schen gegen die recht­sex­treme Kundge­bung. Sie woll­ten auch der bei Halbe gefal­l­enen sow­jetis­chen Sol­dat­en, der NS-Opfer, Wehrma­chts­de­ser­teure und Zwangsar­beit­er gedenken. Ins­ge­samt drei Gegen­ver­anstal­tun­gen waren mit Aufla­gen ges­tat­tet wor­den. Sie durften nur auf dem Bahn­hofsvor­platz stat­tfind­en. Autonome hat­ten im Inter­net mas­sive Störun­gen des recht­sex­trem­istis­chen Auf­marsches angekündigt.

Zwis­chen­fälle gab es bis zum Nach­mit­tag nicht. Mit einem Großaufge­bot von 1600 Beamten habe die Polizei Auseinan­der­set­zun­gen zwis­chen Rechts- und Link­sex­tremen ver­hin­dern kön­nen, sagte ein Sprech­er. Die Anhänger der recht­en Szene hät­ten sich «aufla­gen­treu» ver­hal­ten. Gegenüber der Polizei bekan­nten Per­so­n­en war vor­sor­glich ein Aufen­thaltsver­bot für Halbe aus­ge­sprochen wor­den.

Schön­bohm beobachtet Ein­satz

Bran­den­burgs Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm informierte sich in Halbe über die Polizeiak­tion. Das Oberver­wal­tungs­gericht Frankfurt/Oder hat­te am Fre­itag in let­zter Instanz das polizeiliche Ver­bot der Neon­azi-Kundge­bung aufge­hoben. Eine Gefährdung der öffentlichen Sicher­heit und Ord­nung sei nicht gegeben. Nach Aufmärschen Anfang der 90er Jahre waren die recht­en Kundge­bun­gen mehrere Jahre lang unter­bun­den wor­den, 2003 hoben Gerichte die Ver­bote jedoch auf.

Angemeldet wurde der rechte Aufzug unter dem Mot­to «Ruhm und Ehre dem deutschen Frontsol­dat­en» von dem Recht­sex­trem­is­ten Lars Jacobs. Ver­samm­lungsleit­er ist der Ham­burg­er Neon­azi Chris­t­ian Worch. Auf dem Wald­fried­hof in Halbe befind­en sich rund 24.000 Sol­daten­gräber, 37 Grab­stät­ten von NS-Zwangsar­beit­ern und rund 4500 Gräber von Internierten aus dem sow­jetis­chen NKWD-Lager Ketschen­dorf. (nz)

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