11. Dezember 2006 · Quelle: JWP MittenDrin

Neonazi- Übergriff in Neuruppin

Gegen 1.00 Uhr nachts woll­ten zwei Besucherin­nen des Cafés des Jugend­wohn­pro­jek­ts Mit­ten­Drin das Gebäude ver­lassen, als sie eine Gruppe von 5 dem recht­en Spek­trum zuzuord­nen­den Men­schen bemerk­ten, die sich dem Gebäude näherten. Sie zogen sich dann hin­ter die Ein­gangstür zurück. Nun ver­sucht­en Per­so­n­en aus dieser Gruppe die Ein­gangstür einzutreten, was ihnen aber auf­grund des Dage­gen­hal­tens der Besucherin­nen nicht
gelang. Nach eini­gen Minuten gaben sie auf und zogen sich zurück. Eine der Besucherin­nen alarmierte daraufhin die WG-Bewohner­In­nen des Haus­es. Als diese dann zu der Tür kamen, war von den TäterIn­nen nichts mehr zu sehen.
Als die zwei Besucherin­nen kurz darauf abge­holt wur­den, wurde die Tür ver­schlossen und men­sch zog sich zurück, da solche Aktio­nen in let­zter Zeit gehäuft vorka­men. Man bemerk­te aber ein vollbe­set­ztes Auto mit Havel­län­der Kennze­ichen was kurz daraufhin vor­bei fuhr und aus welchem der Hit­ler­gruß gezeigt wurde. Um 2.05 Uhr wur­den die Bewohn­er der Wohnge­mein­schaft aber­mals durch das Häm­mern der Ein­dringungsver­suche, welche nun an allen drei Eingän­gen des Pro­jek­tes in Gange waren, geweckt. Ein­eR der WG-Bewohner­In­nen öffnete ein Fen­ster und ver­suchte zwei Men­schen, ein Mann und eine Frau die sich direkt vor der Ein­gangstür befan­den und ver­sucht­en diese aufzubrechen, davon abzuhal­ten. Reagiert wurde neben „Ihr lebt doch sowieso alle von Hartz 4 und wir bezahlen euch durch unser­er Steuern” und “Kommt raus aus eurem Schim­mel­loch” mit der Auf­forderung, das man herun­terkom­men solle für „…ein gewalt­freies Gespräch”. Zu dieser Zeit befan­den sich neben den bei­den nun offen­sichtlichen Neon­azis vor dem Hauptein­gang noch drei bis vier auf der Kreuzung und weit­ere zwei bis drei auf der anderen Gebäude­seite, wo diese ver­sucht­en sowohl
die Tür zum Info­cafe als auch die Hofe­in­fahrt aufzubrechen. Als der WG-Mit­be­wohn­er sich vom geöffneten Fen­ster ent­fer­nte um mit den anderen WG-Bewohner­in­nen zu berat­en was zu tun sei, wurde ein Flasche in das Gebäude gewor­fen. Als die Polizei weni­gen Minuten später ein­traf, hat­ten sich bere­its alle Neon­azis zurück gezo­gen.
Vernehmungen und Beweis­sicherun­gen bis in die frühen Mor­gen­stun­den fol­gten. Auch fuhr das schon
genan­nte Auto noch mehrmals vor­bei, sowie ein zweites, welch­es eben­falls ein Havel­län­der Kennze­ichen hat­te.

Anzumerken wäre, dass keine Scheiben einge­wor­fen wur­den, son­dern nur ver­sucht wurde, die Eingänge zum Jugend­Wohn­Pro­jekt zu öff­nen. Weit­er­hin, dass vor dem Wurf der Glas­flasche in das Fen­ster, aus dem zuvor der WG-Bewohn­er her­auss­chaute, der Boden abgeschla­gen wurde.
Auf­grund dessen ist davon auszuge­hen das es die TäterIn­nen auss­chließlich auf Per­so­n­en­schädi­gung abge­se­hen hat­ten.

Auf­grund der Altersstruk­tur und der Verteilung um das Gebäude herum sowie der nicht lokalen Herkun­ft der AngreiferIn­nen ist von einem geplanten Angriff auszuge­hen. Auch die Klei­dung (Z.B.: Pullover mit ein­er in einen Ehrenkranz gefassten 88 (=HH=Heil Hitler) lässt auf einen recht­sradikalen Hin­ter­grund schließen.

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