29. August 2010 · Quelle: Antifa Cottbus

Neonazi-Übergriffe in Spremberg

Spremberg - Neonazi-Übergriffe auf dem Heimatfest vom 6. bis 8.08.10

Auf dem Sprem­berg­er Heimat­fest am Woch­enende vom 6. bis 8. August 2010 gab es zahlre­iche gewalt­tätige Über­griffe von Neon­azis auf augen­schein­lich alter­na­tive und linkspoli­tis­che Jugendliche. Zum Teil kam es zu schw­eren Ver­let­zun­gen.

Das ganze Woch­enende über zeigten sich größere Grup­pen von Neon­azis im Stadt­ge­bi­et und es kon­nten zahlre­iche rechte Aktiv­itäten beobachtet wer­den.
Das Heimat­fest in Sprem­berg ist ein „typ­is­ches“ Stadt­fest, ohne Inhalt und Anspruch. Es dient der reinen Belus­ti­gung und Ablenkung von der All­t­agsre­al­ität der Besuch­er.

Am Fre­itag, dem 6. August wurde ein junger Mann bei einem Konz­ert der Band „Her­zleid“ von einem Secu­ri­ty so gewalt­sam  geschub­st, dass er dabei fiel, in Glass­cheiben lan­dete und auf­grund dessen  Schnit­twun­den an bei­den Armen davon trug. Der Secu­ri­ty sagte dabei: „Dich Zecke sehen wir  nochmal wieder!“. Dies macht sehr deut­lich, dass es sich hier­bei um eine recht­spoli­tisch-motivierte Tat han­delte.  

In der Nacht von Sam­stag zu Son­ntag zogen größere Grup­pen alko­holisiert­er Neon­azis auf der Suche nach gewalt­samen Auseinan­der­set­zun­gen durch die Sprem­berg­er Straßen. Dabei kam es zu ver­mehrten Attack­en mit Quarzhand­schuhen und Totschlägern. Neben zahlre­ichen leicht­en Ver­let­zun­gen, trug ein Opfer bei einem Angriff mit einem Totschläger ein stumpfes Schädel-Hirn-Trau­ma davon. Die Lausitzer Rund­schau ergänzt diese Rei­he von Tat­en und berichtete eine Woche nach dem Heimat­fest von einem weit­eren Über­griff: „Wie die Polizei erst am Fre­itag mit­teilte, ist in der Nacht zum Son­ntag in unmit­tel­bar­er Nähe zum Fest­platz ein 24-Jähriger, der sich selb­st als linksori­en­tiert beze­ich­net, von drei bis vier unbekan­nten Tätern mit einem Base­ballschläger am Kopf ver­let­zt wor­den.“
Warum die Polizei den Vor­fall erst eine Woche später an die örtliche Presse weit­er­gab, obwohl die Tat sofort gemeldet wurde ist vol­lkom­men unklar.

Die gewalt­same Präsenz der Neon­azis hat sich auch am Son­ntag, dem 8. August fort­ge­set­zt. Eine junge Frau und ein junger Mann wur­den durch die Sprem­berg­er Innen­stadt gejagt. Im nach­hinein wur­den drei Ermit­tlungsver­fahren von der Polizei ein­geleit­et.

Bere­its drei Wochen zuvor kam es in Sprem­berg zu recht­en Gewalt­tat­en, wobei ein Punk von Neon­azis gejagt und ver­prügelt wurde. Die recht­en Über­griffe scheinen auf dem Heimat­fest nun ihren bish­eri­gen Höhep­unkt erre­icht zu haben.

Es zeigt sich, dass das Gewalt­po­ten­tial der Neon­azis in Sprem­berg derzeit sehr hoch ist und wahrschein­lich weit­er ansteigen wird. Dabei scheint diese äußerst bru­tale Vorge­hensweise zur alltäglichen Strate­gie der Neon­azis zu zählen. Weit­er­hin zeigt sich, dass recht­es Gedankengut immer weit­er in die Mitte der Gesellschaft vor­dringt oder zumin­d­est bil­li­gend in Kauf genom­men wird, wenn Neon­azis ohne Wider­stand auf dem Sprem­berg­er Heimat­fest geduldet wer­den. Weit­er­hin kann man dies auch daran fest­machen, wenn in Cot­tbus ein Klei­dungsladen der Neon­azi-Marke „Thor Steinar“ in Cot­tbus eröff­nen kann, ohne große Aufmerk­samkeit oder  Wider­stand bei den Anwohn­ern und der Stadt her­vorzu­rufen.

Wir lassen uns nicht ein­schüchtern! Den Neon­azis muss entschlossen­er denn je ent­ge­genge­treten wer­den.

Faschis­tis­chem Gedankengut ent­ge­gen­wirken!
Ein­schüchterungsver­suche ins Gegen­teil umschla­gen lassen!

Antifa Sprem­berg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Bei der Sam­me­lab­schiebung am Don­ner­stag let­zter Woche haben
bran­den­bur­gis­che Behör­den ele­mentare Rechte von Kindern mis­sachtet. Im Vor­feld holte die Aus­län­der­be­hörde Cot­tbus einen Jugendlichen aus ein­er sta­tionären Jugend­hil­feein­rich­tung
Im Land Bran­den­burg gibt es eine Vielzahl an Erin­nerungsstät­ten, Gedenkstät­ten und Frieden­höfen, die an die Befreiung von Ortschaften und Konzen­tra­tions- bzw. Außen­lager erin­nern. Mit dem 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung vom NS.
Infori­ot — Am 1. Mai zogen unter dem Mot­to „Sol­i­dar­ität ist unteil­bar“ bis zu 500 Men­schen durch Cot­tbus um gegen den anhal­tenden Recht­sruck und die unhalt­baren Zustände in der Lausitz-Stadt zu demon­stri­eren.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot