26. September 2007 · Quelle: Tagesspiegel

Neonazi-Zentrum vor dem Aus

RAUEN — Der NPD-Funk­tionär Andreas Molau muss ver­mut­lich seine Pläne für ein recht­sex­tremes Zen­trum in Rauen (Kreis Oder-Spree) begraben. Nach Infor­ma­tio­nen des Tagesspiegels hat vor ein­er Woche ein Käufer die Immo­bilie erwor­ben und bere­its einen Ver­merk im Grund­buch erre­icht. Der Käufer möchte aus Angst vor Racheak­ten von Neon­azis anonym bleiben. Molaus Frau hat­te im Mai im Namen ein­er ominösen schwedis­chen Fir­ma das bebaute Are­al erwor­ben, doch blieb der Alt-Eigen­tümer im Grund­buch einge­tra­gen. Schließlich wider­rief er den Verkauf und forderte bis Ende Sep­tem­ber die Räu­mung des Anwe­sens, auf dem bere­its Recht­sex­trem­is­ten aktiv sind.

Molau will in Rauen ein „Land­schul­heim“ ein­richt­en. Sicher­heit­sex­perten befürcht­en jedoch, dass der NPD-Mann, Mit­glied im Bun­desvor­stand der Partei, dort einen Tre­ff­punkt für Recht­sex­trem­is­ten aus der Bun­desre­pub­lik aufbaut.

Ver­stärkt wer­den die Sor­gen durch einen Aufruf Molaus und weit­er­er NPD-Funk­tionäre zu einem „Mit­teldeutschen Erntedank“, das am Sonnabend auf dem Gelände gefeiert wer­den soll. In dem Flug­blatt laden neben „Fam­i­lie Molau“ auch der Berlin­er NPD-Chef Eckart Bräu­niger, der sich um die Immo­bilie küm­mert, und der Vor­sitzende der Bran­den­burg­er NPD, Klaus Beier, „liebe Parteifre­unde und Kam­er­aden“ ein. Die Gäste sollen auch über­nacht­en kön­nen. Da jedoch der neue Käufer möglicher­weise noch in dieser Woche die Besitzüber­gabe erre­icht, ist nicht auszuschließen, dass er von seinem Haus­recht Gebrauch macht. Das rechte „Erntedank­fest“ kön­nte dann nicht mehr stattfinden.

Das Gez­erre um das Anwe­sen zieht sich schon seit Monat­en hin. Der Kauf durch Molaus Frau und die schwedis­che Fir­ma wurde im Juli bekan­nt und verur­sachte große Aufregung. 

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