18. November 2008 · Quelle: Tagesspiegel

Neonazis marschieren durch den Spreewald

Neon­azis marschieren durch den Spreewald
Unbe­merkt hat­te sich eine große Gruppe Neon­azis ver­sam­melt, um des Nachts ihrer Kam­er­aden zu Gedenken. Mit Fack­eln zogen sie durch den Spree­wald — bis die Polizei kam.

Burg/Halbe — Recht­sex­trem­is­ten aus Sach­sen und Bran­den­burg sind am späten Fre­itagabend mit Fack­eln durch Burg/Spreewald gezo­gen. Die durch Kol­le­gen aus Sach­sen und von Anwohn­ern alarmierte Polizei löste den Auf­marsch auf, wie ein Polizeis­prech­er am Sam­stag mit­teilte. Dabei wur­den 44 Per­so­n­en über Nacht in Gewahrsam genom­men. Sie seien am Sam­stag­mor­gen nach und nach wieder ent­lassen und in ihre Heima­torte zurück­geschickt wor­den. Es wur­den Ermit­tlun­gen wegen Ver­stoßes gegen das Ver­samm­lungs­ge­setz aufgenom­men. Die Polizei ver­mutet, dass der Aufzug im Zusam­men­hang mit dem Volk­strauertag am Woch­enende stand.

Vor dem Wald­fried­hof in Halbe blieb es dage­gen nach Angaben des Polizeis­prech­ers am Sam­stag ruhig. Der Ort war in der Ver­gan­gen­heit am Vortag des Volk­strauertags wieder­holt als Auf­marsch­platz von Neon­azis miss­braucht wor­den. Es seien dort wed­er Recht­sex­trem­is­ten noch andere Demon­stran­ten gesichtet wor­den. Die Polizei war mit “starken Kräften” vertreten, wie es hieß.

Im let­zten Jahr nur fünf Platzverweise

In diesem Jahr war erst­mals kein Auf­marsch angemeldet wor­den. Schon 2007 war ein angemelde­ter Neon­azi-Aufzug abge­sagt wor­den, da das damals in Kraft getretene neue Gräber­stät­tenge­setz Ver­samm­lun­gen im Umfeld der Kriegs­gräber­stätte unter­sagt. Damals waren lediglich fünf Platzver­weise gegen Recht­sex­trem­is­ten aus­ge­sprochen worden.

Auf dem Wald­fried­hof sind rund 23.000 Men­schen begraben. Neben Wehrma­cht­sange­höri­gen, die in der let­zten großen Kesselschlacht des Zweit­en Weltkriegs im Früh­jahr 1945 fie­len, liegen dort Zivilis­ten, hin­gerichtete Deser­teure und Zwangsarbeiter.

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