20. November 2007 · Quelle: AATF

Neue Recherche-Broschüre erschienen

Auf dem linken Inter­net­por­tal Indy­media erschien heute ein Artikel zu ein­er neuen antifaschis­tis­chen Recherche-Pub­lika­tion über Berlin-Neukölln. Laut der Ver­fasserIn des Textes:

* … ist nun ein umfan­gre­ich­es antifaschis­tis­ches Infor­ma­tions­blatt über die Neuköll­ner Neon­aziszene erschienen.
Hier wird die Entwick­lung der let­zten Jahre nachgeze­ichet und die Akteur_innen benan­nt. Es wird sowohl auf den Zusam­men­hang der NPD mit den Kam­er­ad­schaft­snazis einge­gan­gen, als auch einzelne, gewalt­tätige Ereignisse genauer betra­chtet.
Es zeigte sich in den let­zten 2–3 Jahren, dass sich in Neukölln organ­isierte Struk­turen ver­fes­ti­gen kon­nten und ver­stärkt Rel­e­vanz inner­halb der Berlin­er Neon­azi-Szene gewon­nen wurde – nicht zulet­zt wegen der sys­tem­a­tisch vor­angetriebe­nen Rekru­tierung von Jugendlichen in Rudow.
Die gewalt­tätige Aus­rich­tung blieb dabei auf gle­ich­bleibend hohem Niveau.

Inter­es­sant dürfte die Neuer­schei­n­ung deshalb für lokale AntifaschistIn­nen sein, da es gute Verbindun­gen zwis­chen den Recht­sex­trem­is­ten aus Berlin-Neukölln und Tel­tow-Fläming gibt. In dem Falt­blatt wird darauf ver­wiesen:

* Neben den guten per­sön­lichen und poli­tis­chen Kon­tak­ten der Neuköll­ner Neon­azis zu ihren ‚Kam­er­aden‘ aus Licht­en­berg und Trep­tow-Köpenick, fall­en ihre engen Beziehun­gen ins Bran­den­burg­er Umland auf (Tel­tow-Fläming, Dahme-Spree­wald, Königs-Wuster­hausen).

Das Neon­azis aus dem Land­kreis gute Kon­tak­te in die Haupt­stadt pfle­gen, erkan­nte auch schon das Antifa Recherche-Team Tel­tow-Fläming. So beste­hen Verbindun­gen nach Berlin im All­ge­meinen und im speziellen in die südlichen Bezirke (wie z.B. Neukölln). Deut­lich wird dies auch durch Pro­pa­gan­da aus den Bezirken. So heißt es in der Broschüre des ART-TF:

* In guter Regelmäßigkeit taucht Pro­pa­gan­da aus Berlin, Sach­sen und dem Ruhrge­bi­et in der Region auf. Stick­er sind dann z.B. unter­schrieben mit „Kam­er­ad­schaft Neukölln“, „Anti-Antifa Tem­pel­hof“, „Kam­er­ad­schaftlich­es Bünd­nis Hamm/Westfahlen“ oder „Nationaler Beobachter Delitzsch“. Zahlen­mäßig fall­en dabei vor allem die Stick­er aus Neukölln auf. Das Kon­tak­te von FKTF-Nazis nach Berlin beste­hen, zeigen neben den Vorkomm­nis­sen von Rangs­dorf im 16. Juni 2006…

An diesem Datum ver­sucht­en in Rangs­dorf näm­lich rund 30 z.T. ver­mummte und bewaffnete Nazis eine Infover­anstal­tung der Antifa Tel­tow-Fläming anzu­greifen. Die Polizei nahm damals die Täter größ­ten­teils in Gewahrsam. Unter den Angreifern befan­den sich auch Neon­azis aus Neukölln wie Timo Lennig und Den­nis Eis­ter. Thomas „Stein­er“ Schirmer war eben­falls beteiligt, kon­nte sich damals aber der Fes­t­nahme entziehen.

Das die Unter­stützung aber auch umgekehrt funk­tion­iert, zeigte zulet­zt eine NPD-Kundge­bung auf der Rudow­er Spinne (in Süd-Neukölln) am 27. Okto­ber 2007. So war u.A. der Blanken­felder Neon­azi Mar­ty Gansekow (Mit­glied der FKTF) aus Tel­tow-Fläming Teil­nehmer der lediglich 25 Per­so­n­en starken Ansamm­lung. Bere­its im Vor­jahr ver­sucht­en am 23. Sep­tem­ber Michael „Lutz“ Skupin aus Mahlow und Tobias Weigte aus Lud­wigs­felde zusam­men mit den Neuköll­ner Nazis Sebas­t­ian Krzyzanows­ki, Kai-Uwe Zemke und Patrick Weiß sowie Trep­tow­er Recht­sex­trem­is­ten ein „Fest für Demokratie“ zu stören.

Bei dem Ver­such einen Fack­el­marsch für Hitler­stel­lvertreter Rudolf Hess in Mahlow am Abend des 17. August 2007 durchzuführen, wurde von der Polizei rund 30 Neon­azis Platzver­weise aus­ge­sprochen. Mit dabei Thomas Vierk, NPD-Abge­ord­neter im Neuköll­ner Kom­mu­nal­par­la­ment sowie Kam­er­ad­schaft­snazis aus Tel­tow-Fläming. Eben­falls vor Ort: Patrick Weiß aus Rudow.

Es zeigt sich also, das es für lokale AntifaschistIn­nen nicht unwahrschein­lich ist, auch mit Neon­azis aus Süd-Berlin kon­fron­tiert zu wer­den. Es emp­fiehlt sich daher die Neuer­schei­n­ung zur Ken­nt­nis zu nehmen. Auch um im Zweifels­fall den Gegenüber zu iden­ti­fizieren.

Weit­er Infos unter www.antifa-recherche-neukoelln.de.vu

und
aatf.antifa.net

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