13. Februar 2005 · Quelle: PNN

Neues Nutzungskonzept

Mitte März soll das umgear­beit­ete Nutzungskonzept für die Gar­nisonkirche vor­liegen informierte Stadtp­far­rer Markus Schütte den Kul­tur­auss­chuss am Don­ner­stagabend. Mit der Ausweitung des Bau­vorhabens von der ursprünglichen Wieder­errich­tung des Glock­en­turms auf die ganze Kirche war auch eine Über­ar­beitung des geplanten Ver­söh­nungszen­trums notwendig gewor­den. Anfang April soll das neue Nutzungskonzept der Syn­ode, dem Entschei­dungs­gremi­um der evan­ge­lis­chen Kirche, zur Abstim­mung vorgelegt wer­den, so Schütte. Am 14. April, dem 60. Jahrestag der ver­heeren­den Bom­bardierung von Pots­dam, ist die sym­bol­is­che Grund­stein­le­gung geplant. Schütte geht davon aus, dass noch in diesem Jahr die für den Wieder­auf­bau notwendi­ge Stiftung gegrün­det wer­den kann. 

Auf die Nach­frage von Hans-Jür­gen Schar­fen­berg (PDS), ob die für die Grund­fi­nanzierung notwendi­gen und von der Stadt geforderten fünf Mil­lio­nen Euro bis zur Grund­stein­le­gung aufge­bracht wer­den kön­nen, antwortete Schütte: “Dafür bin ich zu wenig Finanz­fach­mann”. Die Frage nach der Beteili­gung bei der Finanzierung durch die Stadt, die laut einem zurück­gestell­ten PDS-Antrag auszuschließen sei, wollte Schütte dif­feren­ziert­er betra­chtet sehen, da sich die Stadt an bes­timmten Bau­mit­teln beteili­gen wolle. Vor der sym­bol­is­chen Grund­stein­le­gung sollen “Prü­fungss­chachtun­gen” stat­tfind­en, die Auf­schluss darüber geben sollen, ob das alte Fun­da­ment der zer­störten Kirche für den Neubau genutzt wer­den kann, erk­lärte Schütte. Denn dies werde auch von Experten als finanziell gün­stig­ste Vari­ante angesehen. 

Moni­ka Keil­holz (SPD) beze­ich­nete den Wieder­auf­bau der Gar­nisonkirche als “überdi­men­sion­iertes Vorhaben”. Bei ein­er Stadt mit 140000 Ein­wohn­ern stelle sich die Frage, wie die geplanten zusät­zlichen kul­turellen Ver­anstal­tun­gen, wie Konz­erte, in der Kirche über­haupt noch zu verkraften seien. 1000 bis 3000 Besuch­er soll das Gotte­shaus bei möglich­er Fer­tig­stel­lung fassen. Hier sieht sie eine ein­deutige Konkur­renz zum nahe gele­ge­nen Niko­laisaal und dem Hans-Otto-The­ater in der Schiff­bauer­gasse. Diese Größenord­nung sei nicht trag­bar, es sei denn, “halb Berlin marschiert hier ein”, so Keil­holz. Sie forderte, dass in der Kul­tur­auss­chuss­sitzung im April das fer­tige Nutzungskonzept den Auss­chuss­mit­gliedern vorgelegt wer­den müsse. D.B.

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