17. Januar 2005 · Quelle: PNN / MAZ

Neuigkeiten bezüglich Potsdamer Garnisonkirche

Spendenein­nah­men für Gar­nisonkirche blieben bish­er unter den Erwartungen

Die Grund­stein­le­gung für die Gar­nisonkirche find­et wie vorge­se­hen am 14. April, dem 60. Jahrestag des englis­chen Bombe­nan­griffs auf Pots­dam, statt. Das bestätigte Andreas Kitschke, Vor­standsmit­glied der Förderge­sellschaft für den Wieder­auf­bau (FWG), die am Sonnabend zum Neu­jahrsemp­fang in die Frieden­skirche ein­ge­laden hatte. 

Von den Ver­hand­lun­gen mit dem Grund­stücksmi­eter ARAG zur Abtre­tung der Fläche für den Auf­bau werde die Grund­stein­le­gung nicht berührt, da ihr Ort auf dem Gehweg im öffentlichen Straßen­raum liegt. Bis dahin reicht­en vor der Spren­gung des Turms und der anschließen­den Straßen­ver­bre­iterung die Grund­mauern. Zum Stand der Gespräche über die Abtre­tung des Grund­stücks wollte sich Baubeige­ord­nete Elke von Kuick-Frenz nur in einem Satz äußern: “Es wird ver­han­delt.” Nach PNN-Infor­ma­tio­nen hat Ober­bürg­er­meis­ter Jann Jakobs dabei mit der hin­ter der ARAG ste­hen­den Unternehmer­fam­i­lie jedoch Fortschritte erre­icht, die eine baldige Eini­gung möglich erscheinen lassen. 

Die Förderge­sellschaft hat einen weit­en Weg vor sich, um das vor Jahres­frist in einem “Ruf aus Pots­dam” angekündigte Wieder­auf­bau­vorhaben umzuset­zen, dessen Kosten auf 65 Mil­lio­nen Euro ver­an­schlagt wer­den. Wie ihr Vor­sitzen­der Dr. Hans Rhein­heimer sagte, blieben die Spendenein­nah­men bish­er unter den Erwartun­gen. Rhein­heimer sieht den Haupt­grund darin, dass das Pro­jekt noch immer umstrit­ten ist. Nach wie vor werde die Bedeu­tung der Kirche für das moralis­che und geistige Leben in Preußen, für die the­ol­o­gis­che und religiöse Entwick­lung und ihr ästhetis­ch­er und baukün­st­lerisch­er Wert unterschätzt. 

Förderge­sellschaft und Stadt wollen ihre Anstren­gun­gen bün­deln, für das Pro­jekt Gar­nisonkirche deutsch­landweit und auch im Aus­land zu wer­ben. Dazu zähen dessen Präsen­ta­tion auf dem Kirchen­tag in Han­nover sowie die Her­aus­gabe ein­er Sil­ber­medaille, von Uhren, Tex­tilien, Druck­erzeug­nis­sen, Porzel­lan und anderes. 

In seinem Gruß­wort bekan­nte sich der Ober­bürg­er­meis­ter zu dem von der Evan­ge­lis­chen Kirche vorgelegten Konzept, das kul­turelle Ver­anstal­tun­gen und ein Ver­söh­nungszen­trums ein­schließt. Für die Tra­di­tion­s­ge­mein­schaft Pots­damer Glock­en­spiel (TPG), die eine auss­chließliche Nutzung als Gotte­shaus fordert, stün­den die Türen zur Mitar­beit weit­er­hin offen. Die TPG hat bish­er 5,5 Mil­lio­nen Euro für den Wieder­auf­bau der Gar­nisonkirche eingeworben. 

Tauschob­jekt für Wiederaufbau
Grund­stück an Pap­pelallee ange­boten / Ein Jahr “Ruf aus Potsdam”
Die Stadt Pots­dam hat der Ver­sicherungs­gruppe Arag, der das Grund­stück am ehe­ma­li­gen Stan­dort der Gar­nisonkirche in der Bre­it­en Straße gehört, ein Tauschgrund­stück an der Pap­pelallee im Born­st­edter Feld ange­boten. Das sagte Ober­bürg­er­meis­ter Jann Jakobs am Rande des Neu­jahrsemp­fangs der Förderge­sellschaft Pots­damer Gar­nisonkirche am Sam­stag in der Frieden­skirche. Die Ver­hand­lun­gen, auch über andere Ange­bote, gestal­teten sich aber “schwierig”.

Am ersten Jahrestag des “Rufs aus Pots­dam”, der unter Schirmherrschaft von Min­is­ter­präsi­dent Matthias Platzeck, Bischof Wolf­gang Huber und Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm zum Wieder­auf­bau der Kirche ges­tartet wor­den war, kamen zahlre­iche Gäste, die Schirmher­ren fehlten aus Ter­min­grün­den, wie es hieß. 

Der Vor­sitzende der Förderge­sellschaft, Hans P. Rhein­heimer, wies auf die Prob­leme eines Pro­jek­tes hin, das in der Außen­wahrnehmung immer noch “zu kon­flik­t­be­laden” sei. Ziel müsse sein, den Wieder­auf­bau “zu einem sym­pa­this­chen Pro­jekt zu machen” und ihm “seine Sper­rigkeit zu nehmen”. Damit spielte er auf die Dif­feren­zen mit der Tra­di­tion­s­ge­mein­schaft Pots­damer Glock­en­spiel (TPG) an, die sich bis­lang wegen ihrer Ablehnung eines Ver­söh­nungszen­trums in der Kirche nicht am “Ruf aus Pots­dam” beteili­gen will. Unmach­bar ist laut Rhein­heimer die von der TPG geforderte ver­tragliche Regelung, was in der Kirche zu geschehen habe. Den­noch sei “die Hand aus­gestreckt” zur Zusammenarbeit. 

Auch der Ober­bürg­er­meis­ter lud die TPG zur Mitar­beit ein, allerd­ings unter der Maß­gabe, den Wieder­auf­bau “nicht zu einem Kirchenkampf zu miss­brauchen”. Die Stadt ste­he ein­deutig auf Seit­en der Kirche und der Förderge­sellschaft und werde das Pro­jekt — im Zusam­men­hang mit der Wiedergewin­nung der Plan­tage — kün­ftig mehr im Mar­ket­ingkonzept zur Außen­wer­bung der Stadt betonen. 

Einen neuen Anlauf zu Gesprächen mit der TPG soll es nach Fer­tig­stel­lung des Nutzungskonzepts für das Kirchen­schiff geben, sagte Stadtkirchenp­far­rer Markus Schütte. Das derzeit von Vertretern der Kreis­syn­ode und der Kirchen­leitung disku­tierte Konzept werde bere­its vor­fristig Ende März vor­liegen. “Wir wer­den nicht auf das Ver­söh­nungszen­trum verzicht­en, aber auch nichts völ­lig Neues aus dem Ärmel schütteln.“In sechs Monat­en könne mit der Grün­dung der Stiftung Gar­nisonkirche gerech­net wer­den, sagte Rhein­heimer, der seit kurzem auch mit dem großzügi­gen Förder­er der Dres­d­ner Frauenkirche, dem Medi­zin­no­bel­preisträger Gün­ter Blo­bel, in “gutem Kon­takt” steht. 

Eher “poli­tisch und ideell” als finanziell sei derzeit die Hil­fe von Seit­en des Lan­des für das Kirchen­pro­jekt, so Albrecht Ger­ber, Büroleit­er des Min­is­ter­präsi­den­ten. Am 14. April wird der sym­bol­is­che Grund­stein zur Kirche neben deren ehe­ma­ligem Stan­dort an der Bre­it­en Straße gelegt.

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