13. September 2015 · Quelle: Presseservice

Neuruppin: Polizei stellt Tatverdächtige nach Übergriff auf JWP Mittendrin

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Eingeschla­gene Fen­ster­scheiben am JWP Mit­ten­drin in Neu­rup­pin. Am Sam­stagabend wur­den außer­dem mehrere Jugendliche ange­grif­f­en.


Am gestri­gen Abend kam es im Stadt­ge­bi­et von Neu­rup­pin (Land­kreis Ost­prig­nitz-Rup­pin) zu mehreren Über­grif­f­en auf Jugendliche sowie auf das linksalter­na­tive Jugend­wohn­pro­jekt Mit­ten­drin. Wenig später kon­nte die Polizei mehrere Tatverdächtige stellen. Die mut­maßlichen Täter_innen sollen dem neon­azis­tis­chen Milieu in Wittstock/Dosse ange­hören.
Angriff aufs Mit­ten­drin
Gemäß eines Presse­bericht­es auf der Inter­net­seite des Mit­ten­drin sollen am gestri­gen Abend „vier bis fünf Neon­azis“ das JWP ange­grif­f­en haben. „Mehrere Fen­ster­scheiben“ sollen dabei zer­schla­gen und „Anwohner_innen bedro­ht“ wor­den sein. Ein Vertreter des Mit­ten­drin bestätigte den Vor­fall gegenüber Press­eser­vice Rathenow. Es seien Gegen­stände auf das Gebäude gewor­fen und nach Ein­lass ver­langt wor­den. Als dieser nicht gewährt wurde, haben die Täter_innen begonnen Fen­ster­scheiben einzuschla­gen. Direkt erkan­nt wor­den sei nie­mand. Die Täter_innen sollen aber teil­weise schwarz gek­lei­det und ver­mummt gewe­sen sein. Ein­er soll ein Klei­dungsstück der neon­azis­tis­chen Szene getra­gen haben. Nach dem Ein­wurf der Fen­ster­scheiben seien die Täter_innen mit einem PKW Nis­san geflüchtet.
Polizei ermit­telt Tatverdächtige
Die Polizei hat inzwis­chen eben­falls den Angriff auf das Mit­ten­drin bestätigt. Sie ermit­telt zu dem in drei Fällen von Kör­per­ver­let­zun­gen gegen Jugendliche. Eine 15 Jährige, eine 16 Jährige und später noch ein 18 Jähriger sollen im Bere­ich des Rup­pin­er Einkauf­szen­trums (REIZ) eben­falls von vier bis fünf Täter_innen ange­grif­f­en wor­den sein.
Wenig später stellte die Polizei einen PKW Nis­san mit Witt­stock­er Kfz-Kennze­ichen. Dabei soll das verdächtige Auto im Bere­ich des REIZ rück­wärts gegen einen Streifen­wa­gen gefahren sein. Die Insassen des Nis­sans seien daraufhin geflüchtet. Bei dem Streifen­wa­gen ent­stand ein Sach­schaden von 2.500,00 €. Der 34 jährige, betrunk­ene Fahrer wurde von den Beamt_innen fest­ge­hal­ten. Ein Atemalko­holtest soll einen Promillew­ert von 2,05 ergeben haben, zu dem war der Tatverdächtige ohne Führerschein unter­wegs. Auf­grund der Per­so­n­enbeschrei­bung ste­ht er, laut Polizei, in Ver­dacht an allen Tat­en beteiligt gewe­sen zu sein.
Im Rah­men der polizeiliche Nah­bere­ichs­fah­n­dung seien zu dem drei weit­ere Män­ner, 34, 27 und 20 Jahre alt, fest­gestellt und vorüberge­hend in Gewahrsam genom­men wor­den.
Angriffe und Pro­voka­tio­nen auch in anderen Städten
Am Sam­stag waren auch in anderen Städten Angriffe auf Tre­ff­punk­te von Linksalter­na­tiv­en und Flüchtlin­gen fest­gestellt wor­den. In Berlin sollen, laut Polize­i­tick­er, am frühen Mor­gen 40 Neon­azis durch die linksalter­na­tiv geprägte Rigaer Straße in Friedrichshain gezo­gen sein und Parolen skandiert haben. Anschließend sei es zu hand­festen Auseinan­der­set­zun­gen mit ein­er „anderen Gruppe“ gekom­men. Die Polizei ermit­telt wegen schw­eren Land­friedens­bruch.
Nach der Beendi­gung von Kundge­bun­gen der NPD provozierten in Bad Belzig (Land­kreis Pots­dam-Mit­tel­mark) mehrere Neon­azis an einem örtlichen Tre­ff von Flüchtlin­gen sowie der lokalen Zivilge­sellschaft.
Ob die neon­azis­tis­chen Aktio­nen in ver­schiede­nen Städten mit dem Ver­bot des so genan­nten „Tag der deutschen Patri­oten“ in Ham­burg zusam­men­hängt, ist zurzeit noch unklar. Der für den gestri­gen Sam­stag angekündigte Marsch von Neon­azis durch die Hans­es­tadt war kurzfristig durch das Bun­desver­fas­sungs­gericht ver­boten wor­den. Als Hooli­gans und Neon­azis trotz­dem anreis­ten, kam es am Ham­burg­er Haupt­bahn­hof zu einzel­nen Auseinan­der­set­zun­gen.
Fotos: hier

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