13. Juni 2007 · Quelle: Antifa Westhavelland

No Pasaran!

Mehrere Tage nach der Beendi­gung der Kon­ferenz der acht weltweit ein­flussre­ich­sten Indus­trielän­der (“G8 — Gipfel”) will der NPD Lan­desver­band Bran­den­burg am Sam­stag, den 16. Juni 2007, ab 12 Uhr in der havel­ländis­chen Kreis­stadt Rathenow auf­marschieren um hier gegen die so genan­nte “Glob­al­isierung” zu kämpfen.

Unter dem Mot­to “G8 — Gipfel der Acht­losigkeit — Glob­al­isierung stop­pen” ver­suchen die (Neo)nazistische Organ­i­sa­tio­nen und Vere­ini­gun­gen durch Auf­grei­fung von Slo­gans der aktuellen poli­tis­chen Diskus­sion ihre seit dem Ende der NS Dik­tatur offiziell zwar ver­schleierte, intern jedoch weit­er existierende vor allem anti­semi­tis­che Pro­gram­matik zu indok­trinieren. Der ver­meintliche Kampf gegen das glob­ale Kap­i­tal richtet sich so in der ersten Lin­ie gegen das “raf­fende” Kap­i­tal der “US — Ostküste” und der Zer­störung des völkischen Nation­al­staates durch eben jenes. Tat­säch­liche mit dem “Gipfel­tr­e­f­fen” zusam­men­hän­gende Kri­tik, wie die Chan­ce­nun­gle­ich­heit der Entwick­lungslän­der, die Nicht­the­ma­tisierung der glob­alen Armut und die man­gel­haften Kli­maschutz­abkom­men ist dage­gen von den (Neo)nazis nicht zu erwarten, eben­so wenig wie der tat­säch­liche Kampf gegen den Kap­i­tal­is­mus über­haupt.

Ihr “Sozial­is­mus” ist wed­er sozial noch gerecht, son­dern nur nation­al.

Die biol­o­gis­che Volks­ge­mein­schaft ist das tat­säch­liche Leit­mo­tiv der (Neo)nazis und damit auch automa­tisch die Diskri­m­inierung und Ver­fol­gung von Per­so­n­en auf­grund ihrer Haut­farbe oder ähn­lich­er mit dem (neo)nazistischen Men­schen­bild nicht kom­pat­i­blen Eigen­schaften.

Rathenows (neo)nazistische Szene gehört dabei zu den bru­tal­sten Pro­tag­o­nis­ten im Bun­des­land Bran­den­burg, wobei hier nur an die Gewaltwelle gegen Flüchtlinge des örtlichen Heims im Jahr 2000 erin­nert wer­den soll, die mit einen Über­fall des heuti­gen stel­lvertre­tenden Vor­sitzen­den des NPD Kreisver­ban­des Hav­el Nuthe, Michel Müller, begann. Der u.a. deswe­gen zu ein­er zwei­jähri­gen Gefäng­nis­strafe verurteilte Müller hat­te damals mit weit­eren Nazis­chlägern in der Sil­vester­nacht 1999/2000 mehrere Pak­ista­nis durch Faustschläge und Fußtritte schw­er mis­shan­delt.
Die ange­grif­f­e­nen und durch ihre Erleb­nisse in der Stadt noch zusät­zlich trau­ma­tisierten Flüchtlinge ver­fassten in folge ein bun­desweit beachtetes Mem­o­ran­dum, in dem sie um eine Evakuierung in ein anderes Bun­des­land gebeten wurde.

Eine Partei, die sich in Rathenow vor allem auf gewalt­tätige Mit­glieder und Sym­pa­thisan­ten ver­boten­er (Neo)nazikameradschaften baut, in ihrem Pro­gramm die Aus­gren­zung von Flüchtlin­gen und Men­schen, die sie nicht in ihrer Volks­ge­mein­schaft haben wollen, man­i­festiert hat und unter dem Deck­man­tel der Glob­al­isierungskri­tik Anti­semitismus schürt darf deshalb in Rathenow kein Freiraum gelassen wer­den, nicht am 16. Juni 2007 und auch an keinem anderen Tag.

NO PASARAN

Antifaschis­tis­che Grup­pen im West­havel­land, 2007.06.09

Mehr Infos hier: www.westhavelland.antifa.net

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