30. Januar 2012 · Quelle: Antifa Westhavelland

Noch ein brauner Box-Champion

André Seltmann aus Rathenow kämpft bei Fight Nights und für das (neo)nazistische Milieu

Nach­dem INFORIOT vor weni­gen Tagen über die braunen Ver­wick­lun­gen des deutschen Kick­boxmeis­ters Markus Walzuck aus Cot­tbus berichtete, wurde heute ein ähn­lich­er Fall pub­lik. Hier­bei geht es eben­falls um den Kick­box­er André Selt­mann. Dieser kämpft für das KZR Sem­lin und ist „Ger­man Cham­pi­on“ nach Ver­sion der IBBO 300. Der 31-jährige Rathenow­er tritt auch bei so genan­nten „Fight Nights“ an.

Am 17. April 2011 kämpfte er beispiel­sweise während ein­er der­ar­ti­gen Ver­anstal­tung im „Blauhaus“ in Pots­dam. Hier unter­lag er dem  Ham­burg­er Muay Thai/K‑1 Kämpfer Hakan Kil­inc, deutsch­er Meis­ter der WKN,  durch K.O.

Neben der Box­tätigkeit im Ring fiel Selt­mann in den let­zten 14 Jahren aber immer wieder durch (neo)nazistische Aktiv­itäten auf, die ihm einige Ermit­tlunsver­fahren ein­bracht­en. 1998 wurde gegen ihn und seinem Kumpan Michel Müller, dem heuti­gen Vor­sitzen­den des NPD Kreisver­ban­des Hav­el Nuthe, wegen Sachbeschädi­gung ermit­telt. Am Him­melfahrt­stag 1999 soll Selt­mann an einem Land­friedens­bruch in Rathenow beteiligt gewe­sen sein, bei dem auch „Sieg Heil“ gerufen wurde.

Im sel­ben Jahr wurde er beobachtet, als er und weit­ere (Neo)nazis NPD-Aufk­le­ber in Rathenow ver­bre­it­eten. Am 1. Dezem­ber 2001 nahm Selt­mann an einem (Neo)naziaufmarsch gegen die Wehrma­cht­sausstel­lung in Berlin teil. Auch gehörte er damals zur Kam­er­ad­schaft „Hauptvolk“.

Nach dem Ver­bot dieser Vere­ini­gung im Jahr 2005 wurde es um Selt­mann zeitweise ruhiger. Erst 2010 tauchte er wieder aktiv im (neo)nazistischen Milieu auf und nahm wiederum an (Neo)naziaufmärschen teil. Am 16. Jan­u­ar 2010 und am 14. Jan­u­ar 2012 wurde Selt­mann in diesem Zusam­men­hang als Ord­ner auf Großver­anstal­tun­gen der (neo)nazistischen „Ini­tia­tive gegen das Vergessen“ in Magde­burg einge­set­zt. Dabei marschierten allein in diesem Jahr über 1.100 (Neo)nazis durch die Elbestadt.

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