7. Januar 2007 · Quelle: Inforiot

Notizen zum Strausberger Polizeieinsatz

Beobachtet am:

03.01.2007, zwis­chen 12.00 und 12.40

Ort:

Region­al­bahn­steig des Bahn­hofes Straus­berg Vorstadt 

Situation: 

Während mein­er Mit­tagspause an einem Imbiss am Bahn­hof wur­den bin­nen kurz­er Zeit Kräfte der Potd­samer Bere­itschaft­spolizei (zwei VW-Trans­porter mit Pots­damer Kennze­ichen), Polizis­ten der Straus­berg­er Wache und zivil­er Beamte im Bahn­hof­sum­feld zusammengezogen. 

Aus Inter­esse gesellte ich mich unter die Wartenden auf dem Bahn­steig. Die ca. 25 Beamten nah­men auf dem Region­al­bahn­hof Auf­stel­lung und warteten auf den ank­om­menden Zug aus Rich­tung Rehfelde. 

Als der Zug anhielt, bestiegen sie sofort jeden Ein­gang der Wag­ons und schick­ten alle far­bigen Fahrgäste, und nur diese, aus den Wagen. Die ca. 10–12 Per­so­n­en (darunter 3 Frauen) saßen in unter­schiedlichen Wag­ons und wur­den auf dem Bahn­hof mit ein­er Art Spalier festgehalten. 

Die Fest­ge­hal­te­nen protestierten zum Teil und zeigten ihre Fahrkarten mehreren Beamten. Die zivilen Beamten führten zumin­d­est bei einem Teil der Fahrgäste Per­so­n­enkon­trollen durch. Der Vor­gang dauerte ca. 10 Minuten. In dieser Zeit kön­nte der Zug nicht weit­er fahren, was zu Unmut bei dem Zugführer und zu Des­ori­en­tierung der übri­gen Fahrgäste führte. 

Aus nicht erkennbarem Grund, kon­nte ein Teil der Fes­tege­set­zten die Weit­er­fahrt antreten. Fünf Män­nern wurde das ver­weigert. Der Zug set­zte seine Fahrt fort. 

Durch die Gespräche der Beamten stellt sich her­aus, dass es sich um eine Art Razz­ia gegen „Res­i­den­z­plicht­brech­er“ handelt.
Den fünf fest­ge­set­zten Män­nern wur­den die Papiere abgenom­men und die zivilen Beamten ver­ließen den Einsatzort. 

Die verblieben, ca. 20 zum großen Teil sehr junge Beamte, fin­gen an eine Art Vernehmung durchzuführen und fra­gen die Fest­ge­set­zten wo sie denn hin­fahren wollen. „Ham­burg, Berlin zum Schwarzarbeit­en?“ etc. Die Betrof­fe­nen nah­men es zuse­hends gelassen und wirk­ten so, als wenn sie nicht zum ersten Mal in diese Art von Kon­trolle ger­at­en waren. Sie sagten mehrmals auf Englisch, dass es Unrecht ist was hier passiert, dass sie Fahrkarten bezahlt hät­ten und nun gehen wollen. 

Ein­er der zivilen Beamten bestand nun darauf von allen ein Foto zu machen. (wegen „Wieder­hol­ungs­ge­fahr“). Die fünf Per­so­n­en ver­weigerten das vor­erst mit dem Hin­weis auf darauf, dass es nicht recht­ens ist und sie nichts getan haben. Der Beamte bestand nach­drück­lich darauf und sie nah­men es let­z­tendlich gelassen. 

Nach­dem die Maß­nahme nun schon über eine halbe Stunde dauerte, kamen die zivilen Beamten mit den Papieren zurück und sagten „..ihr kön­nt alle gehen, aber du (er zeigte auf einen der Fünf) nur MOL.“ Daraufhin bestiegen die Beamten ihre Wagen und die fünf Fest­ge­hal­te­nen gin­gen Rich­tung Vorstadt.

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