10. Juni 2004 · Quelle: MOZ

NPD-Aufmarsch bringt Unruhe

Eisen­hüt­ten­stadt (MOZ, Andreas Wendt) Der Auf­marsch der NPD am Sonnabend stößt immer mehr auf Protest in der Stadt. Die Stadtverord­neten­ver­samm­lung ver­ab­schiedete am Abend eine Res­o­lu­tion, in der sich bis auf CDU-Frak­tion und die
Bürg­ervere­ini­gung Fürsten­berg alle gegen die Demon­stra­tion der rechts­gerichteten Partei am Vortag der Europawahl in Eisen­hüt­ten­stadt aussprechen. Ein Ver­bot des Auf­marsches scheint der­weil nicht in Sicht. Die Polizei hat die Erlaub­nis und zugle­ich Aufla­gen erteilt. Die IG Met­all ruft
die Eisen­hüt­ten­städter zu ein­er Gegen­de­mo am Sam­stag auf.

Gegen den für Sam­stag angekündigten Auf­marsch der NPD regt sich weiter
stark­er Wider­stand bei Parteien, Fir­men und Insti­tu­tio­nen. Im Stadtparlament
ist am Abend ein Aufruf ver­ab­schiedet wor­den, den bis auf die CDU und die
Fürsten­berg­er Bürg­ervere­ini­gung alle Frak­tio­nen unterze­ich­neten. Auch
kom­mu­nale Unternehmen schlossen sich der Erk­lärung an, in der der Aufmarsch
scharf verurteilt wird. “Wer …mit den berechtigten Sor­gen der Men­schen auf
Stim­men­fang gehen möchte und ver­sucht, unter dem Man­tel populistischer
Phrasen sein nation­al­is­tis­ches und ras­sis­tis­ches Gedankengut zu verbreiten,
dem sagen wir klar: Mit uns nicht!”, heißt es darin. Die Unterze­ich­n­er rufen
die Ein­wohn­er von Stadt und Region auf, sich friedlich und kreativ gegen den
öffentlichen Auftritt der NPD zu stellen und deut­liche Sig­nale der Ablehnung
zu setzen. 

Ein solch­es Sig­nal set­zt die IG Met­all, die die Eisenhüttenstädter
auf­fordert, sich am Sonnabend zu ein­er Gegen­de­mo ab 12 Uhr auf dem
Nord­park­platz des City-Cen­ters zu tre­f­fen. Dieser Gegen­de­mo schließt sich
auch die “Aktion Courage” an. “Wir wer­den den nation­al­is­tis­chen und
frem­den­feindlichen Parolen der NPD keinen Raum in unser­er Stadt geben”, sagt
Björn Wotschef­s­ki von der “Aktion Courage”.

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