5. April 2003 · Quelle: Indymedia

NPD-Chef Voigt redete bei Friedenskundgebung in Fürstenwalde

(Jörg, auf Indy­media) Auf ein­er am Fre­itag stattge­fun­de­nen Frieden­skundge­bung in Fürsten­walde fan­den sich etwa 50 Neo-Nazis der NPD am Kundge­bung­sort ein. Voigt hat­te Redeerlaubnis.

Sie hat­ten mehrere Trans­par­ente dabei, verteil­ten Flug­blät­ter und Aufk­le­ber. Doch wohl das schärf­ste Ding war, dass der Fascho-Vor­sitzende Udo Voigt vom Ver­anstal­ter die Erlaub­nis bekam, eine Rede zu hal­ten, worüber ich mich sehr wun­dern muss, da diese Frieden­skundge­bung von der örtlichen PDS, SPD und der Kirche organ­isiert wurde. Die Faschos hat­ten auch gle­ich noch ihr eigenes Fernse­hteam bei. Auf meine Frage an den Kam­era­mann, ob der Beitrag auch im Fernse­hen zuse­hen sein würde, sagte er am 10.04. um 20.15 Uhr bei Kon­traste (ARD). So und jet­zt kommts: Kaum hat­te ich mich nach dem Gespräch mit dem Kam­era­mann umge­dreht, sah bzw. hörte ich, dass der Fascho anf­ing seine Rede zu hal­ten und auf ein­mal riefen einige von uns: “Das wollen wir nicht hören, aufhören!”, oder so etwas in der Art. Dann dreht­en sich die nor­malen Kundge­bung­steil­nehmer (etwa 70 Per­so­n­en) um und verteil­ten sich ca. 40 m von der Kundge­bung, so dass die Faschos mit all unseren Geräten, also Laut­sprecher­an­lage usw., ihre Kundge­bung abhal­ten konnten. 

Es ist jet­zt Sonnabend und ich kann es immer noch nicht begreifen, was gestern da eigentlich abge­gan­gen ist. Die Neo-Nazis von der NPD haben sich unsere Kundge­bung, wenn man es richtig betra­chtet, unter den Nagel geris­sen und wir standen da und sahen zu. Nach­dem der Fascho mit sein­er Rede fer­tig war, ver­suchte unser Land­tagsab­ge­ord­neter von der PDS Stephan Sar­rach noch die Sit­u­a­tion durch ein paar Worte zu ret­ten, doch ich glaube dafür war es zu spät. 

Die Faschos ver­ließen dann auch die Kundge­bung bzw. was noch davon übrig war ungestört und mit einem fröh­lichen Grin­sen im Gesicht und kein­er hat etwas gemacht. Ich sel­ber war wie gelähmt. 

Die Faschos waren zu 90 Prozent aus Fürsten­walde bzw. der Umge­bung. Der Rest war aus Berlin und Frank­furt (Oder), was man an den Num­mern­schildern sehen konnte. 

Kein Fußbre­it den Faschisten,

auch nicht in Fürstenwalde

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