6. September 2005 · Quelle: Antifaschistische Recherchegruppe

NPD Wahlkampf im Westhavelland hat begonnen

Nach­dem bere­its am 16. August 2005 die ersten Wahlkampfzeitun­gen der NPD in den west­havel­ländis­chen Städten Rathenow und Prem­nitz von Aktivis­ten verteilt wur­den, fol­gen im Zuge der “heißen Wahlkampf­phase” seit kurzem fast tägliche Aktio­nen der regionalen Partei­gliederung, die dabei auch durch Mit­glieder der ver­bote­nen Kam­er­ad­schaft “Sturm 27” unter­stützt wird.


*abge­hangene NPD Plakate in Rathenow*

Begonnen haben die mas­siv­en Pro­pa­gan­das­treu­un­gen am 1. Sep­tem­ber als fünf Aktivis­ten des NPD — Ortsver­ban­des Rathenow unter Führung des Ortsvor­sitzen­den Mar­cel Hor­lebeck mit der Bepflasterung von Straßen­lam­p­en ent­lang der B 102 und 188 im Rathenow­er Stadt­ge­bi­et mit 74 Wahlplakat­en. 12 weit­ere fol­gten einen Tag Später in Rathenow Nord, die Unbekan­nte aber bere­its wieder ent­fer­n­ten.

Am Son­ntag, dem 4. Sep­tem­ber 2005, fol­gte dann die näch­ste Großak­tion des Stadtver­ban­des. Um die Mit­tagszeit verteil­ten drei Grup­pen von NPD Aktivis­ten in Rathenow und auch in Prem­nitz nahezu flächen­deck­end Fly­er mit der Auf­schrift “EU abwählen” und Falt­blät­ter mit dem so genan­nten “Aktion­spro­gramm” der Partei, dass, bild­haft gesprochen, einen Nation­al­sozial­is­mus “light” propagiert.

Qua­si als Nation­al­sozial­is­mus “pur” kann hinge­gen das Welt­bild der Verteil­er charak­ter­isiert wer­den. So ist der Vor­sitzende des Stadtver­ban­des Rathenows, Mar­cel Hor­lebeck, der neben der Aktion am 1. Sep­tem­ber selb­stver­ständlich auch am 4. Sep­tem­ber aktiv war, wegen Volksver­het­zung und Ver­wen­dung von NS Sym­bol­en vorbe­straft. Und das seine gefes­tigte Ein­stel­lung zum Nation­al­sozial­is­mus, wie es ein­mal die Jugendgericht­shil­fe während eines Prozess­es gegen ihn kon­sta­tierte, nicht nur auf ver­bale Ebene beschränkt bleibt, beweisen seine Verurteilun­gen wegen Sachbeschädi­gung am Rathenow­er Flüchtling­sheim sowie ver­sucht­en und vol­len­de­ten Kör­per­ver­let­zun­gen an linksori­en­tierten Jugendlichen.

Und auch die enge Verbindun­gen zu der am 12. April 2005 durch das Bran­den­burg­er Innen­min­is­teri­um ver­bote­nen Kam­er­ad­schaft “Sturm 27” zeu­gen nicht ger­ade von ein­er demokratis­chen Ver­ständ­nis dieser Partei. Zwar bestre­it­et die NPD als auch ihr regionaler Repräsen­tant offizielle Über­schnei­dun­gen mit diesen Nazis, set­zen sie aber dann doch für Straße­nak­tio­nen, wie beim genan­nten Plakate-aufhän­gen und Fly­er-verteilen in Rathenow, ein. Zum Dank wer­den diese so genan­nten “Freie Kräfte” dann als Unter­stützer auf den Wahlplakat­en erwäh­nt.

Antifaschis­tis­che Recherchegruppe, 2005.09.05

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