20. April 2013 · Quelle: Filmstadt Inferno 1999

Nur die Liebe zählt

Potsdam - Actionday gegen Homophobie im Karl-Liebknecht-Stadion

Hal­lo liebe Nulldreier_innen!

Am ver­gan­genen Dien­stag gab es Grund zur Freude. Null­drei schlug in über­ra­gen­der Art und Weise die Kogge aus Ros­tock klar mit 2–1. Auch heute wollen wir an die Stim­mung im Kar­li anknüpfen und darüber hin­aus eine Chore­ografie ander­er Art präsen­tieren, um auf eine gesellschaftlich-poli­tisch nicht unbe­deu­tende Prob­lematik hinzuweisen.

Im Rah­men eines “Action­day” des Aler­ta Net­works, eines Zusam­men­schlusses aus antifaschis­tis­chen Fan­grup­pierun­gen, fokussieren wir heute das The­ma Homo­pho­bie und wollen somit auf dieses immer noch rel­e­vante gesellschaftliche Prob­lem aufmerk­sam machen. Neben Fans von For­tu­na Düs­sel­dorf, dem FC Sankt Pauli und weit­eren Szenen in Europa schließen wir uns dem aus­gerufe­nen Aktion­stag an und wollen zeigen, dass Homo­pho­bie immer noch ein weit ver­bre­it­etes Prob­lem in unser­er Gesellschaft ist. Lei­der tritt dieses in Fußball­sta­di­en und all­ge­mein in Sportvere­inen ganz beson­ders häu­fig auf. So sind auf den Tribü­nen der Sta­di­en Sprüche wie “Du schwule Sau”, Denun­zierun­gen der geg­ner­ischen Fans mit Sprechchören wie “Wir haben einen Has­s­geg­n­er, das sind die schwulen Ham­burg­er” oder ein­fach nur das Aufeinan­derzeigen der bei­den Zeigefin­ger, was den Geschlecht­sakt homo­sex­ueller Män­ner sym­bol­isieren soll, an der Tage­sor­d­nung. Dabei geht es meist darum, dem/der Gegner_in die ver­meintliche “Männlichkeit” abzus­prechen. Hier kristallisieren sich ins­beson­dere die soge­nan­nten Mod­e­schimpfwörter “schwul”, “Schwuppe”, “Schwuch­tel” oder “Tucke” her­aus, obwohl diese einen klaren schwu­len­feindlichen Hin­ter­grund haben.

Auch im Kar­li sind solche Vorkomm­nisse, wenn mitunter auch unbe­wusst, nicht aus­geschlossen. So kam es beispiel­sweise erst am ver­gan­genen Dien­stag, am Rande der Nord­kurve, zu schwu­len­feindlichen Gesten in Rich­tung der Hansafans. Darüber hin­aus ist unter anderem die Her­ab­stu­fung des/der Gegner_in mit der Aus­ru­fung des Begriffs “Lutsch­er, Lutsch­er” all­ge­gen­wer­tig. Ein homo­phober Hin­ter­grund dieses Wortes und dieser Belei­di­gung ist hier­bei nicht immer vorder­gründig im Bewusst­sein des Senders. Den­noch sollte sich jede/r bewusst sein, welche diskri­m­inierende oder belei­di­gende Auswirkung dies auf einen homo­sex­uellen Men­schen haben kann.

Die Ver­gan­gen­heit hat gezeigt, dass zumin­d­est Ras­sis­mus in vie­len Kur­ven keinen Anklang mehr find­et. An dieser Entwick­lung gilt es festzuhal­ten, diese zu ver­tiefen und ver­schärfter gegen jede Art von Diskri­m­inierung vorzuge­hen.

Es sollte auch in eurem Inter­esse sein, diskri­m­inierungs­freie Räume zu schaf­fen, in denen sich jed­er Men­sch, unab­hängig von Haut­farbe, Geschlecht, Nation­al­ität, Reli­gion oder eben auch der Sex­u­al­ität bewe­gen kann.

Geht offen­siv gegen diskri­m­inierende Äußerun­gen, Ver­hal­tensweisen und Gesten sowohl im Kar­li, als auch in eurem unmit­tel­baren Umfeld vor – ein­fach immer und über­all!

Weil: Nur die Liebe zählt!

Film­stadt Infer­no 1999 // Aler­ta Net­work

www.alerta-network.org | www.fussballfansgegenhomophobie.blogsport.de

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