30. September 2005 · Quelle: PNN

Nuthetal Jugend blieb Gedenkakt fern

Nuthetal – Eigentlich hat­te das The­ma gar nicht auf der Tage­sor­d­nung des Nuthetaler Sozialauss­chuss­es vom Mon­tag ges­tanden: die Jugen­dar­beit in der Gemeinde. Offen­bar ist die Sorge um die junge Gen­er­a­tion unter den Mit­gliedern auch vorher schon da gewe­sen, nicht zulet­zt vor einem Abdriften von eini­gen nach rechts. Und so war man schnell in eine engagierte Diskus­sion ver­wick­elt und es dauerte nicht lange, bis die Auss­chussvor­sitzende Son­ja Lieber­wirth (BON) Hand­lungsaufträge in unter­schiedliche Rich­tun­gen verteilt hatte. 

Wie war man aber auf die Jugend zu sprechen gekom­men? Zuvor hat­te Lieber­wirth einen Blu­men­strauß an Eri­ka Haenel erre­icht, die am Woch­enende ihr Pro­jekt ein­er Gedenk­tafel für das ehe­ma­lige Zwangsar­beit­er­lager nahe dem Bahn­hof vol­len­det hat­te – nach lan­gen und mühevollen Vor­bere­itun­gen. (PNN berichteten). Wer­mut­stropfen bei der Ein­wei­hung war für Eri­ka Haenel aber, dass aus Bergholz-Rehbrücke nur eine Hand­voll Jugendlich­er zum Fes­takt mit dem Zeitzeu­gen Fans Raspé erschienen war. Anders die Saar­munder Bilanz: Von dort kamen junge Leute mit der Jugend­feuer­wehr und der Kon­fir­man­den­gruppe. Ein Umstand, der Son­ja Lieber­wirth gegenüber den PNN zu dem Faz­it brachte: „Vielle­icht müssen wir Erwach­se­nen die jun­gen Leute ein biss­chen mehr an die Hand nehmen.“ 

Die Auss­chussvor­sitzende fühlte sich an eine Fernsehsendung erin­nert, in der vor kurzem über den Zus­pruch berichtet wurde, den recht­sradikale Denkweisen bei Jugendlichen find­en. Dass bei manchen Nuthetaler Jugendlichen ähn­liche Ansicht­en zu find­en seien, kon­nte sich nicht nur Lieber­wirth vorstellen. Ausse­hen und Klei­dung von manchen wür­den das nahe leg­en, Aus­sagen ander­er junger Leute den Ver­dacht stützen. 

Es muss sich also etwas tun, so die Überzeu­gung im Auss­chuss. Das Jugend­par­la­ment, die neuer­liche Arbeit junger Men­schen in den Auss­chüssen, sei zwar lobenswert, aber let­ztlich sehe man da doch immer nur die sel­ben paar Gesichter, so Son­ja Lieber­wirth. Doch wie lässt sich die schweigende Masse ermuti­gen, sich für den Ort zu inter­essieren? Antworten hat­te man da erst­mal nicht parat, wohl aber den Auf­trag an alle Frak­tio­nen, sich Gedanken über diese Frage zu machen. Außer­dem soll Jugend­ko­or­di­na­torin Jana Kös­tel einen Bericht der momen­ta­nen Arbeit vor­legen. Als konkrete Maß­nahme wurde von Theres Nägler, berufene Bürg­erin für die PDS, einzig das Pro­jekt ein­er Skater­bahn in Saar­mund in Erwä­gung gezo­gen. Platz schaf­fen dafür kön­nte man durch eine Sper­rung der Bergstraße für den Autoverkehr – aber wohl nur zeitweise, um nicht die Anwohn­er der Pots­damer Straße über­mäßig zu belas­ten. Natür­lich würde eine solche Maß­nahme nicht ohne Zus­tim­mung des Orts­beirates beschlossen. 

Die Jugendlichen, die den Hol­län­der Fans Raspé schon einige Tage vor der Ein­wei­hung der Tafel ken­nen gel­ernt hat­ten, waren sehr bewegt von seinem Bericht, wie Ina Stiller berichtete, die das Jugend­par­la­ment leit­et. Natür­lich könne man von 15-Jähri­gen nicht unbe­d­ingt erwarten, dass sie von selb­st Inter­esse für solche geschichtlichen Pro­jek­te entwick­eln, meint Son­ja Lieber­wirth. „Aber manch­mal muss man die jun­gen Leute auch zu ihrem Glück zwingen.“

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